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Bad Endbach
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Bad Endbach (mundartlich Imbach) ist eine GroĂgemeinde im Westen des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf, im SĂźdwesten des Hessischen Hinterlandes. Die Gemeinde in ihrer heutigen Form als GroĂgemeinde entstand 1971â1974 im Zuge der Hessischen Gebietsreform. Namensgebend ist der Ortsteil âEndbachâ, dem heutigen Hauptort und Verwaltungssitz.
Bad Endbach liegt 20 Kilometer westlich von Marburg, 15 Kilometer Ăśstlich von Dillenburg und 22 Kilometer nĂśrdlich von Wetzlar.
Der Ort ist als Kneipp-Heilbadcite-ref-2[2] anerkannt und mit der âLahn-Dill-Bergland-Thermeâ auch ein Thermalbad. Die Gemeinde hat damit zwei Bad-Prädikate.
Contents
⢠Geographie
⢠Gemeindegebiet
⢠Geologie
⢠Klima
⢠Geschichte
⢠Vorgeschichte
⢠Frßhgeschichte
⢠Mittelalter
⢠Neuzeit
⢠Kriegsende 1945
⢠Das neue Hessen
⢠Dorfschulen
⢠Heutige Schulen
⢠BevÜlkerung
⢠Politik
⢠Bßrgermeister
⢠Ortsbezirke
⢠Wappen
⢠Flagge
⢠Flächennutzung
⢠Windpark
⢠Museen
⢠Musik
⢠Bauwerke
⢠Parks
⢠Waldfriedhof
⢠Naturdenkmäler
⢠Sport
⢠Wandern
⢠Wintersport
⢠Verkehr
⢠Heutige StraĂen
⢠Bahn
⢠Mßhlen
⢠Backhäuser
⢠Ortsnecknamen
⢠Beispiele
⢠Flurnamen
⢠Literatur
⢠Ortsgeschichte
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geographie
Bad Endbach liegt eingebettet in das Gladenbacher Bergland im Naturpark Lahn-Dill-Bergland (Mitglied). Seine Umgebung wird geprägt durch die bewaldete HĂźgellandschaft, die leicht gewellten âBottenhorner Hochflächenâ im Norden (im Mittel 500 m Ăź. NN) und das sich nach Osten Ăśffnende Tal am Oberlauf der SalzbĂśde. SĂźdlich am oberen SalzbĂśdetal liegt der HĂśhenzug des Naturraums âZollbucheâ.
Geographische Lage
GroĂräumig betrachtet ist die Landschaft, in der Bad Endbach liegt, Teil der SĂźdost-Abdachung des Rheinischen Schiefergebirges und bildet den Ăbergang zum Buntsandsteingebiet der Westhessischen Senke, an der Nahtstelle verschiedener Naturräume von Gladenbacher Bergland, Schelderwald, Zollbuche und Bottenhorner Hochflächen in einer Mittelgebirgslandschaft.
Bottenhorner Hochflächen
Die Bottenhorner Hochflächen stellen eine der geologisch ältesten Landoberflächen des Rheinischen Schiefergebirges dar. Kleinräumig zählt das nÜrdliche Gemeindegebiet zur Sßdabdachung der Bottenhorner Hochflächen, einer im Mittel 500 m ß. NN gelegenen Hochebene, die Teil des erdgeschichtlich uralten Angelburg-Massivs im Schelderwald ist. Das war eine ehemals weitaus hÜhere Einzelerhebung (Schollenhebung) aus dem Tertiär, die im Verlauf der Erdgeschichte bis auf die heutige maximale HÜhe von 609 m (Angelburg) abgetragen wurde.cite-ref-3[3]
Die Bottenhorner Hochflächen sind Quellgebiet und Wasserscheide zugleich. Hier entspringen neben vielen kleineren Wasserläufen die grĂśĂeren Bäche (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Schelde (mĂźndet in die Dill), Gansbach (mĂźndet in die Perf), Perf, Dautphe, Allna, SalzbĂśde (mĂźnden in die Lahn) und Siegbach (mĂźndet in die Aar/Dill). Sie lĂśsen die HĂśhenrĂźcken mit ihren Kegeln, Kuppen und Tälern in einzelne Siedlungsräume auf.
Ein sĂźdlicher Ausläufer der Bottenhorner Hochflächen am Oberlauf der SalzbĂśde ist der nach einem historischen Wegkreuz âZollbucheâ benannte HĂśhenzug Zollbuche mit dem Plateau der âEndbacher Platteâ.
Naturräumlich zusammengehÜriger Siedlungsraum
Die Gemeindegebiete von Hartenrod, Endbach und des Ortsteiles HĂźtte erstrecken sich entlang dem Bach SalzbĂśde, der in der Gemarkung Schlierbach entspringt. Bottenhorn, HĂźlshof und Dernbach (Bad Endbach) liegen auf der Bottenhorner Hochfläche, Schlierbach (Bad Endbach) und Wommelshausen liegen nĂśrdlich links der SalzbĂśde jeweils in einem Talkessel in der SĂźdabdachung der Hochfläche. GĂźnterod liegt rechts der SalzbĂśde auf dem dem âGĂźnteroder-Sattelâ, auf dem sĂźdĂśstlichen HĂśhenzug âZollbucheâ.
Der Berg Hiemerk (357 m) im SĂźdosten des Gemeindegebietes zwischen Wommelshausen-HĂźtte und Weidenhausen liegt wie ein Riegel mitten im SalzbĂśdetal und schlieĂt an der Nahtstelle dreier Naturräume das âObere SalzbĂśdetalâ nach Osten zum Unteren SalzbĂśdetal kulissenartig ab. Hier im SalzbĂśdetal, Ăśstlich vom Ortsteil HĂźtte, kurz vor dem Hiemerk (Fln.) liegt auch der tiefste Geländepunkt der Gemeinde mit 268 m.
Berge
Die hÜchsten Erhebungen im Gemeindegebiet sind, im Uhrzeigersinn im Westen beginnend: Hirschhohl 502,4 m; Steiger 542,8 m; Wßrgeloh 563,9 m (hÜchste Erhebung im Gemeindegebiet); Schindeberg 553,2 m; Schnei 541,2 m; Freie-Berg 528,1 m; Kreuz-Berg 532,8 m; Hils-Berg 525,9 m; Scheid 538,9 m (hier steht ein Trinkwasserhochbehälter); Schweinskopf 519,2 m; Ebersberg (im Zentrum des Gemeindegebietes) 507,8 m, Grßner Stein 527,2 m (nordÜstlich Dernbach) und sßdlich der SalzbÜde: Endbacher Platte 467,1 m; westlich davon ohne Namen 487,7 m; Mell-Berg 472,1 m; Kissel-Berg 439,1 m; SchÜnscheid 490,2 m und der 250 m nordÜstlich davon entfernte namenlose Gipfel 498,0 m.
GroĂer Waldbestand
Bad Endbach hat einen groĂen Waldbestand, 42,9 % (1702 ha) des Gemeindegebietes (3964 ha) sind derzeit mit Wald bedeckt, mit leicht zunehmender Tendenz.cite-ref-hstat-5-0[5] Der Wald reicht nahe an die Siedlungen heran und umschlieĂt die einzelnen Ortsteile.
HĂśhenlage der Ortsteile
Der Ortsteil Hßlshof liegt auf 495 m, Bottenhorn auf 485 m und Dernbach auf 470 m (alle drei Ortslagen Bottenhorner Hochflächen); Gßnterod auf 410 m (auf dem Zollbuche-HÜhenzug), Schlierbach auf 370 m, Wommelshausen auf 350 m, Hartenrod auf 335 m, Endbach auf 300 m und Wommelshausen-Hßtte auf 285 m im SalzbÜdetal (HÜhenangaben beziehen sich jeweils auf die Ortsmitte).
Nachbargemeinden
Nachbargemeinden der Gemeinde Bad Endbach sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend: die Gemeinden Angelburg, Steffenberg und Dautphetal, im Osten die Stadt Gladenbach, alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Im SĂźden grenzt die Gemeinde Bischoffen an und im Westen die Gemeinde Siegbach; beide gehĂśren zum Lahn-Dill-Kreis.
Ehemalige Landesgrenze ist heute Gemeinde- und Landkreisgrenze
Seit der Eingliederung Gßnterods 1443 in das Amt Blankenstein bildete dessen Westgrenze zusammen mit den westlichen Grenzen der Gemeinden Hartenrod und Schlierbach die ehemalige Landesgrenze zwischen Hessen-Darmstadt und Nassau-Oranien, später die Kreisgrenze zwischen dem Dillkreis und dem Kreis Biedenkopf.cite-ref-6[6] Heute ist dies die Westgrenze von Bad Endbach und zugleich auch die Grenze zwischen dem neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Lahn-Dill-Kreis.
Gemeindegebiet
Die Ausdehnung des Gemeindegebietes orientierte sich an den ehemaligen âMittelhessischen Landheegenâ
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Hauptartikel
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Mittelhessische Landheegen
Die Ausdehnung des Gemeindegebietes wird im Wesentlichen bestimmt von den âMittelhessischen Landheegenâcite-ref-7[7] (siehe auch Landwehr), der âInnenâ- und der âAuĂenheegeâ, die vor 700 bzw. vor ca. 650 Jahren von den hessischen Landgrafen angelegt wurden. Das von den Heegen umschlossene Gebiet, innerhalb dessen heute noch alle Ortsteile liegen, mit Ausnahme von GĂźnterod, das 1443 hinzukam, entsprach ehemals dem Verwaltungsbezirk âObergerichtâ des Amtes Blankenstein (Gladenbach). Er war deckungsgleich mit dem Kirchspiel Hartenrod. Dieser ehemalige Verwaltungsbezirk hat sich Ăźber 675 Jahre lang unverändert erhalten und bildet heute die GroĂgemeinde Bad Endbach.
Nordostgrenze
Die Grenze im Nordosten der Gemeinde Bad Endbach ist deckungsgleich mit der Ost-Grenze von Bottenhorn, die sich an der Trasse der hochmittelalterlichen HeerstraĂe orientiert, die auf dem Bergkamm (Wasserscheide) zwischen Bottenhorn und Holzhausen (Dautphetal) verläuft.
Die âHeerstraĂeâ zweigte auf der Haus (Flurname) von der Antwerpen-LĂźttich-Aachen-KĂśln-Leipziger FernhandelsstraĂe (auch Brabanter StraĂe genannt) ab und zog nordwärts, entlang der Wasserscheide zwischen Perf und Dautphe (Fluss) weiter in Richtung Sackpfeife. Ihre Fortsetzung fĂźhrte von dort nach Norden auf einer alten Fernweg-Trasse Ăźber Paderborn bis nach Bremen.
Ostgrenze
Ab der Gemarkung Dernbachs folgt die Ostgrenze dem Verlauf der âInnenheegeâ, die Landgraf Heinrich I. zwischen 1297 und 1307 anlegen lieĂ. Ab der Gemeindegrenze zwischen den Gemarkungen Wommelshausen und Weidenhausen (Gladenbach) (am Hiemerk, Fln.) weicht der Grenzverlauf von der Innenheege ab und zieht ab der SalzbĂśde Ăźber die Hessen (Flurname) bis zur âEndbacher Platteâ. Dieser Verlauf der Ostgrenze war gleichzeitig auch die Grenze zwischen den Verwaltungsbezirken âObergerichtâ und âUntergerichtâ des ehemaligen âAmtes Blankensteinâ und zugleich Grenze zwischen den beiden Kirchspielen Hartenrod und Gladenbach. Heute ist dies die Grenze zwischen Bad Endbach und Gladenbach.
Die Ostgrenze ist auch eine Mundartscheide (z. B. Hink (westl.) / Huink (Ăśstl.) fĂźr âHonigâ, Emer/Ăimer fĂźr âEimerâ, Läder/Lädder fĂźr âLeiterâ) und war auch eine Trachtengrenze z. B. bei der ehemaligen weiblichen Kopfbedeckung, und zwar zwischen der âDellmutscheâ (westl.) und âSchneppekappâ (Ăśstl.) (siehe Hinterländer Trachten).
Nordwest-, West- und SĂźdgrenze
Der Verlauf der Nordwest-, der West- und der SĂźdgrenze orientiert sich an der Trasse der zwischen 1359 und 1374 unter Landgraf Heinrich II. errichteten âAuĂenheegeâ. Sie begann im Norden auf dem Kreuzberg bei Bottenhorn entlang den Gemarkungsgrenzen zwischen Bottenhorn, Steinperf und GĂśnnern, verlief dann weiter auf der Wasserscheide Aar/SalzbĂśde Ăźber die Endbacher Platte bis kurz vor die âZollbucheâ (bei der Heul-Eiche). GĂźnterod lag sĂźdlich auĂerhalb der AuĂenheege, in der Grafschaft Solms.
Die Nord- und die Nordost-Grenze der Gemarkung GĂźnterod entsprach dem Verlauf der AuĂenheege. GĂźnterod gehĂśrte von 1354 bis 1443 den âHerren von und zu Dernbachâ und wurde erst danach in das Obergericht des Amtes Blankenstein integriert.
Geologie
Ostteil des Rheinischen Schiefergebirges
Geologisch gehĂśrt das Siedlungsgebiet der Gemeinde Bad Endbach zum Ostteil des Rheinischen Schiefergebirges, das hier im sogenannten Hessischen Synklinorium seinen kompliziertesten Aufbau hat, bei dem sich verschiedene Einheiten unterscheiden lassen.
Im Tertiär wurde das Schiefergebirge eingeebnet. Die heutigen Flussnetze entwickelten sich durch Einschneiden in die alten Verebnungen. Aus dieser Zeit blieben alte Landoberflächen erhalten, vor allem bei Bottenhorn (Bottenhorner Hochflächen) und westlich davon, sowie bei Holzhausen/HĂźnstein und Weidenhausen (Gladenbach). Sie gehĂśren somit zu der geologisch ältesten Landoberflächengeneration im âRheinischen Schiefergebirge.â
Dillmulde, HĂśrre-Zone, Lahnmulde
Drei groĂe geologische Baueinheiten, die Dillmulde, die HĂśrre-Zone und die Lahnmulde, sind durch weitreichende StĂśrungen voneinander getrennt. Die HĂśrre-Nordrand-Ăberschiebung grenzt Dillmulde und HĂśrre gegeneinander ab, die Weidbacher Ăberschiebung der HĂśrre gegenĂźber der Lahnmulde. Ăber lange Zeiträume durchliefen Dill- und Lahnmulde einerseits sowie HĂśrre andererseits verschiedene Sedimentationsentwicklungen, was sich in der faziellen Ausbildung dokumentiert.
Das Gemeindegebiet von Bad Endbach liegt in der stark gegliederten SĂźdwestflanke der Dillmulde, die an die HĂśrre-Zone grenzt. Dieses Gebiet ist durch zahlreiche Ăberschiebungen und tektonische Schuppen gekennzeichnet. Die Gesteine der HĂśrre sind ebenso wie die der weiter sĂźdlich bei Wetzlar und GieĂen aufgeschlossenen GieĂener Decke verglichen mit denen der Dill- und Lahnmulde von stark abweichender Ausbildung. Eine ortsfremde Entstehung der gesamten HĂśrre und die Ăberschiebung als tektonische Decke Ăźber mehrere Zehner Kilometer auf die Dill- und Lahnmulde wird diskutiert.cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
Die Gesteine des Gemeindegebietes stammen aus dem Devon und Karbon. Es sind Ăźberwiegend Schiefer, Sandsteine, Grauwacken, Kalksteine, Tonsteine, Kieselschiefer und Diabase (Hinterländer GrĂźnstein). Mineralhaltige Thermalwässer, die im Mittel- und Oberdevon aufstiegen, fĂźhrten zu Erzablagerungen in den Spalten und KlĂźften des Diabas und des karbonischen Kulmschiefers (siehe hierzu âBergbau und HĂźttenwesenâ im Lahn-Dill-Gebiet). Es finden sich darĂźber hinaus hier ungewĂśhnlich viele Erze und mineralische Stoffe: Eisen, Kupfer, Nickel, Mangan, Blei, Silber, Zink, Malachit und in Spuren: Titan, Vanadium, Kobalt, Chrom sowie Schwerspat (Baryt), Kalkstein, Diabas und Schiefer.
Endbacher Schuppe, EiternhĂśll-Schuppe
Bad Endbach selbst liegt in der so genannten âEndbacher Schuppeâ, die aus Schiefern des Mitteldevons, Oberdevons und vulkanischen Gesteinen des Unterkarbons (Deckdiabas) zusammen mit Schiefern (Kulmtonschiefer) und Grauwacken (Kulmgrauwacken) besteht. Im Verein mit den mitteldevonischen Schiefern treten Gesteine aus dem Unterdevon auf. Ăhnliche Gesteine bei GĂźnterod wurden als untermeerische Rutschmassen aus dem Gebiet der Lahnmulde interpretiert.cite-ref-11[11] Die Ortsteile Hartenrod, Schlierbach, HĂźlshof und Bottenhorn liegen im Gebiet der âEiternhĂśll-Schuppeâ (Oberdevon, Unterkarbon in Kulm-Fazies), die durch einen Streifen Diabas und Kulmtonschiefer mit den Ortsteilen Wommelshausen und Dernbach von der Endbacher Schuppe getrennt sind.
Lagerstätten und Bergbau
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Hauptartikel
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Lahn-Dill-Gebiet
Der Bergbau hat in der Region und im Gemeindegebiet eine lange Tradition und dßrfte bis in die Frßhzeit zurßckreichen. Es ist davon auszugehen, dass keltische und germanische Volksstämme das in dieser Gegend in schmalen Spalten des Deckdiabas vorkommende Hämatit (ßber 70 % Eisen, z. B. im Steinbruch bei Rachelshausen) bereits fßr ihre Waffenherstellung nutzten. Bergbau wurde ßber das gesamte Mittelalter bis in die jßngste Vergangenheit hinein betrieben.
Die âHĂźttner-HĂźtteâ bei Wommelshausen
Von der mittelalterlichen Eisenerzverarbeitung im oberen SalzbÜdetal zeugen Waldschmieden, die Roteisenstein und Raseneisenerz verarbeiteten u. a. die spätmittelalterlichen Hßttenwerke beim Ortsteil Hßttecite-ref-12[12] der Gemeinde Wommelshausen und bei Weidenhausen (Gladenbach)cite-ref-13[13] (Standort: Waldmßhle).
Im ca. 1,5 km sĂźdĂśstlich vom Hauptort Wommelshausen liegenden Ortsteil HĂźtte wird 1496 eine Waldschmiede genannt und 1499 ein âSchyluckemoller uss der moelen uff der schmyttenâ.cite-ref-14[14] Der ehemalige Standort des HĂźttenwerkes, heutige HĂźttner-MĂźhle an der EinmĂźndung der Dernbach in die SalzbĂśde, ist durch Schlackenfunde belegt. Die verarbeiteten Erze kamen aus Wommelshausen, Endbach, Bottenhorn und Dernbach. Die EisenhĂźtte bestand etwa ab der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zum Ende des 16. / Anfang des 17. Jahrhunderts.
Vermutlich wurde das Werk aufgegeben, weil der Preis fĂźr Stabeisen zu dieser Zeit rapide fiel und auĂerdem die Holzkohle vor Ort durch Ăbernutzung der Waldungen knapp wurde. Um eine Tonne Eisen zu erzeugen, benĂśtigte man vier Tonnen Holzkohle, fĂźr die ca. die achtfache Menge Holz verkohlt werden musste. Etwa 8000 m² gut bestĂźckter Niederwald waren dafĂźr abzuholzen. Die Landesherrschaft sah sich dadurch gezwungen, kleinere Eisenschmelzen zu schlieĂen und die Produktion an wenigen Stellen zu konzentrieren, in der Nähe groĂer Wälder. Das Erz wurde zum Holz gebracht.
Bereits 1660 wurde Eisenerz aus Wommelshausen zur Aufrechterhaltung des HĂźttenbetriebes zur âBieberhĂźtteâ bei Rodheim-Bieber gefahren.cite-ref-15[15] Die HĂźttner-HĂźtte bestand demnach zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Aus der kleinen Ansiedlung der HĂźttenarbeiter entstand der Ortsteil âHĂźtteâ der Gemeinde Wommelshausen.
Eisensteinfahrten
Als die HĂźttner-HĂźtte geschlossen wurde, mussten die Einwohner von Bottenhorner ab 1668/1677 Erz zur LudwigshĂźtte bei Biedenkopf bringen. Eine Aufstellung aus dieser Zeit belegt, welche Gemeinde wie viel Eisenerz zur LudwigshĂźtte âgegen billigmäĂige Entlohnungâ zu fahren hatte: Bottenhorn 126 MaĂ, GĂźnterod 102 MaĂ, Endbach 100 MaĂ, Hartenrod 91 MaĂ, Schlierbach 45 MaĂ und Wommelshausen 85 MaĂ.cite-ref-16[16]
Als Transportmittel fĂźr die Eisensteine dienten hĂślzerne, eisenbereifte Kastenwagen und als Zugtiere Fahrochsen bzw. FahrkĂźhe. Der Weg, gerechnet ab Mitte heutige Gemeinde Bad Endbach, war c. a. 22 bis 24 km lang, bergauf und bergab, die StraĂen schlecht und ausgefahren. Die Zugtiere mussten unterwegs gefĂźttert und getränkt werden; es mussten Ruhezeiten fĂźr das Wiederkäuen und die Nachtruhe eingehalten werden. Eine solche Fahrt (Hin- und RĂźckweg) dauerte daher länger als einen Tag und eine Nacht.
Das Protokoll einer MĂśllerung (HochofenfĂźllung) der LudwigshĂźtte aus dem Jahre 1849 fĂźhrt unter anderem z. B. auch sechs Karren Eisensteine aus Dernbach auf.
Eisen, Kupfer, Zink, Blei, Nickel, Schwerspat
Welchen Umfang und welche Bedeutung der Bergbau einst im heutigen Gemeindegebiet hatte, verdeutlicht die nachstehende Zusammenstellung. Genannt sind nur namentlich bekannte ErzfÜrderstätten. Von den ßbrigen zahlreichen namenlosen Fundstellen aus dem frßhen und hohen Mittelalter zeugen heute nur noch zugefallene StollenmundlÜcher, Gruben und Haldencite-ref-17[17] sowie Endsilben in Flurnamen wie etwa -kaute oder -griww = Grube.
BronzegieĂerei in Hartenrod
Ab 1674 bis 1878 wurde in der Grube GrĂźner Baum in Hartenrod Kupfer- und Bleierz gefĂśrdert; am Eisenberg grub man von 1775 bis 1830 nach Eisen, Kupfer, Nickel, Zink und Malachit. Hessen lieĂ ab 1733 fĂźnf neue Bergwerke im Obergericht des Amtes Blankenstein (heutiges Gemeindegebiet) anlegen, davon zwei in Hartenrod und eins in Wommelshausen. Ab 1783 fĂśrderte man aus der Jakobsgrube Kupfererz und von 1800 bis 1846 aus den Gruben Hirschhohl und Holde Eintracht Kupfer- und Zinkerz. In dieser Zeit bestand auch eine BronzegieĂerei in Hartenrod.
Roteisenstein, Kupfer, Nickel und Schwerspat
Eine weit ins Mittelalter zurßckreichende Bergbaugeschichte hat Wommelshausen vorzuweisen, wie die einstige Wommelshäuser Hßtte (15./16. Jh.) belegt. Die zahlreichen Flurnamen mit der Endung -griww (Grube) deuten darauf hin. Roteisenstein tritt heute noch an vielen Stellen zutage. Ab 1654 wurde der Eisenerzbergbau wieder verstärkt betrieben. 1733 lieà der Landgraf eine hier neue Grube anlegen (Lage und Name nicht bekannt). Mßndlich ßberliefert sind mehrere ehemalige Abbaustellen. Namentlich bekannt sind aber nur die Gruben Ruremark und Rainborn.
In Dernbach reicht die EisenerzfÜrderung weit zurßck ins Mittelalter, zum Beispiel die Gruben in der Gemarkung Ruremark (Rote Mark) oberhalb der Hintermßhle direkt an der Gemarkungsgrenze Dernbach/Wommelshausen, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgebeutet wurden. In den 1930er Jahren unternahm man hier Versuche, den Abbau wieder aufzunehmen, was aber misslang.
In GĂźnterod wurde Am SchĂśnscheid ab 1775 nach Kupfer und Blei und im 19. Jahrhundert auch nach Schwerspat gegraben. Von 1977 bis 1982 lieĂ die Bundesanstalt fĂźr Geowissenschaften und Rohstoffe Aufschlussbohrungen Am SchĂśnscheid auf Schwerspat, Kupfer und Silber durchfĂźhren. Der sinkende Metallpreis verhinderte einen Ausbau.
In der Bottenhorner Grube VersĂśhnung baute man 1845 Eisen-, Kupfer- und Nickelerze ab, 1858 wurde am Kreuzberg nach Roteisenstein geschĂźrft und 1870 ein Schwerspatvorkommen aufgefahren, das man 1956 nochmals mit dem Barbara-Schacht aktivierte.
Der Mitte des 19. Jahrhunderts in Betrieb genommene Stollen Elisabeth (Ăśstlich von Dernbach) erbrachte Eisenerz und Schwerspat. In den 1920er Jahren teufte man nordĂśstlich von Dernbach den Schacht Germania ab, aus dem ebenfalls Spat gefĂśrdert wurde.
Bedeutendes Schwerspatvorkommen (Baryt) in Hartenrod
Bereits 1828 hatte man Schwerspat / (Baryt) entdeckt, konnte aber damit zunächst nichts anfangen. Erst ab 1884 nahm die Grube Bismarck nordwestlich von Hartenrod die FÜrderung von Schwerspat und Kupfer auf. Diese Grube blieb bis 1957 in Betrieb. In der angeschlossenen Spatmßhle wurde auch der Spat aus der unmittelbar an der Grenze (Gemeinde Wallenfels im Schelderwald) gelegenen Grube Koppe verarbeitet. Grube und Mßhle waren von 1925 bis 1943 mit einer Seilbahn verbunden.cite-ref-18[18] Das Schwerspatvorkommen in Hartenrod war eines der bedeutendsten in Deutschland und gab zeitweise bis zu 180 Beschäftigten Arbeit und Brot.
Erzvorkommen nicht mehr abbauwĂźrdig
Alle vorstehend in der Aufstellung genannten Vorkommen sind aus wirtschaftlicher Sicht heute nicht mehr abbauwĂźrdig.
Diabas SteinbrĂźche
Als die ErzfĂśrderung auslief, stellte der Abbau von Diabas in SteinbrĂźchen, besonders der Varietät âPaläopikritâ, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine Alternative zum ortsnahen Broterwerb dar. Diese Diabas-Varietät ist unter dem Namen Hinterländer GrĂźnstein bekannt. Sie besteht hauptsächlich aus den Mineralien Olivin und Augit. Von den ehemaligen kleineren und mittleren Steinbruchbetrieben in GĂźnterod, Schlierbach und Wommelshausen findet man nur noch die AufschlĂźsse und die Abraumhalden. Die ehemals grĂśĂeren SteinbrĂźche in Dernbach, Bottenhorn und Wommelshausen haben tiefe Narben in der Landschaft hinterlassen und sie partiell stark verändert.
Der 1902 aufgefahrene groĂe Steinbruch âHahnkopfâ ist heute noch in Betrieb. Er liegt auf zwei Gemarkungen; der eigentliche Steinbruch in der Gemarkung Wommelshausen und die Verwaltung mit dem Brecher und den Betonmischanlagen in der Gemarkung Hartenrod. Der Grenzbach HĂźlsbach trennt die beiden Betriebsteile. Der älteste Teil des Steinbruchgeländes auf dem Wommelshäuser Gemeindegebiet wurde inzwischen mit MĂźll, Bauschutt und Abraum aufgefĂźllt.
Mineral- und Thermalwasservorkommen
Das Lahn-Dill-Gebiet und mit ihm das Gebiet um Bad Endbach liegt am Westrand der europäischen Grabenbruchzone, die als Mittelmeer-MjÜsen-Zone an der Rhone-Mßndung beginnt und sich durch den Oberrheingraben, die Westhessische Senke und Norddeutschland (Lßneburg, Gorleben) bis Norwegen hinzieht. Nahezu alle bedeutenden deutschen Mineralwasservorkommen (FÜrderanlagen) sind in diesem Umfeld zu finden. Von Sßden her zieht durch den Oberrheingraben ßber Wiesbaden, Selters, Neuselters/Biskirchen, LÜhnberg ein tiefer unterirdischer Chlorid-Wasserstrom (Tiefenwasservorkommen) nach Norden in Richtung Dillmulde, HÜrre-Zone, SalzbÜde, Lahnmulde. Wo er endet, ist nicht bekannt.
Satellitenaufnahmen zeigen im oberen SalzbÜdetal deutlich jßngere geologische StÜrungszonen/Verwerfungen, die sich fßr Thermal- und/oder Mineralwasserbohrungen anbieten. Aufgrund des geothermischen Gradienten (geothermische Tiefenstufe), d. h. Zunahme der Temperatur von 3 °C pro 100 m Tiefe, ist bei einer Durchschnittstemperatur von 7 °C im Mittel im Raum Endbach in 1000 Meter Tiefe eine Temperatur von 37 °C zu erwarten. Das ist die Grundlage fßr die Thermalwasserbohrung in Bad Endbach, die 2002 mit einer Endteufe von 975 m bis auf eine wahre Tiefe von 951 m niedergebracht wurde. Nach Durchteufung von Metavulkaniklastiten der Givet-Stufe tritt unterhalb von 921 m in das Bohrloch hochsalinares, 33 °C warmes Wasser ein, das seit 2009 als Thermalwasser genutzt wird.cite-ref-19[19]
SalzbĂśde Quelle
Im Gemeindegebiet von Schlierbach (Bad Endbach), nĂśrdlich von Hartenrod, entspringt in den âSalzwiesenâ die SalzbĂśde, an deren Oberlauf die Gemeinde Bad Endbach liegt.
Klima
GroĂklimatisch gehĂśrt der Raum Bad Endbach zum Klimagrenzbezirk zwischen SĂźdwestdeutschland, Nordwestdeutschland und westlichem Mitteldeutschland, wobei die maritime Klimakomponente Nordwestdeutschlands etwas vorherrschend ist.
Regionalkimatisch Westerwaldklima
Landschaftsklimatisch gehÜrt Bad Endbach eindeutig zum Westerwaldklima, was hauptsächlich in dem reichlichen Niederschlag von fast 890 mm (langjähriges Jahresmittel) zum Ausdruck kommt. Das Gemeindegebiet kann zu den niederschlagsreichen Regionen gerechnet werden. Es weist einen Wasserhaushaltsßberschuss auf. Andererseits macht sich anhaltende Trockenheit bei der dßnnen Krume schnell nachteilig bemerkbar. Die meisten Niederschläge fallen im Juni/Juli und November/Dezember.
An 40 bis 50 Tagen kann mit Schneefall gerechnet werden. Eine geschlossene Schneedecke kann 60 Tage in HĂźlshof und Bottenhorn bis 90 Tage liegen. In Hartenrod gibt es daher auch einen Skihang mit Lift und Flutlichtanlage. Auf der Bottenhorner Hochfläche wird im Winter regelmäĂig eine anspruchsvolle Loipe gespurt.
Es herrschen milde Winter und warme Sommer vor. FĂźr die im Kerngebiet liegenden Ortsteile Endbach, Hartenrod, Schlierbach und Wommelshausen einschlieĂlich HĂźtte gilt Folgendes: Die mittlere Tiefsttemperatur ist im Januar mit etwa â1,2 °C angegeben, wobei Schwankungen zwischen +3,6 °C und â8,0 °C je nach Strenge des Winters auftreten kĂśnnen. Im April beträgt die Mitteltemperatur +6,1 °C, im Juli +15,0 °C und im Jahresdurchschnitt +7,0 °C. Als mittlere Jahresschwankung errechnen sich +16,5 °C. FĂźr die Ortschaften GĂźnterod, Dernbach, HĂźlshof und Bottenhorn gelten andere Daten. Das zeigt sich auch an der in HĂźlshof und Bottenhorn ca. 10 bis 14 Tage später einsetzenden Obst- und Getreidereife im Vergleich zu den tiefer gelegenen Ortsteilen.
In den hÜher gelegenen Ortsteilen Bottenhorn, Hßlshof, Dernbach, Gßnterod und Wommelshausen spielen gegenßber den etwas anfälligeren Ortsteilen im SalzbÜdetal (Endbach, Hßtte und Hartenrod) belastende Schwßle und anhaltender Nebel praktisch keine Rolle. Winterliche Kaltluft aus dem Osten trifft sie nahezu ungehindert; allerdings ist ihr Abfluss stets gewährleistet, so dass sie nicht stagnieren kann.cite-ref-20[20]
Starkregenereignis 1826 in Bottenhorn und Schlierbach
Vom 27. bis 28. Mai 1826 wurden Bottenhorn und Schlierbach von einem Starkregenereignis mit katastrophalem AusmaĂ heimgesucht. Drei schwere Gewitter entluden sich am 27. und zwei weitere am 28. Mai mit Schwerpunkt Bottenhorn mit Auswirkungen bis Wallenfels und besonders Schlierbach. In Bottenhorn wurde das Vieh auf umliegende Berge getrieben, trotzdem ertranken 7 KĂźhe. Das Dorf stand Meter hoch unter Wasser. Ăhnlich erging es den Schlierbachern, hier fielen noch eiergroĂe HagelkĂśrner; alle Anwesen standen unter Wasser und im Schlamm, 5 Schweine und eine Kuh ertranken. Beide DĂśrfer waren danach total verwĂźstet, der Ackerboden abgeschwemmt. Das Unwetter hatte auch Auswirkungen auf die umliegenden DĂśrfer (Wommelshausen, Hartenrod und Endbach) in Form von starken Abschwemmungen, Schlammablagerungen und SchluchtenriĂe im Gelände.cite-ref-21[21]
Als Erinnerung an diese Katastrophe wurde in Bottenhorn noch jahrzehntelang ein Gedenkgottesdienst abgehalten.
Unwetter 2006 und 2007
Am Abend des 17. September 2006 fielen im Gemeindegebiet Bad Endbach in wenigen Stunden Ăźber 100 mm Regen (langjähriges Jahresmittel: 890 mm) und lieĂen SalzbĂśde, Endebach und die anderen Nebenbäche Ăźber ihre Ufer steigen. Bei diesem bis dahin schwersten Unwetter (seit 1826 in Schlierbach und Bottenhorn) in der Geschichte der Gemeinde liefen innerhalb weniger Minuten die Keller der in Ufernähe stehenden Häuser voll.
Am schlimmsten traf es das Gebiet rings um den Bad Endbacher Kurpark. Hier staute sich das Wasser vor dem schmalen Durchlass unter der Herborner StraĂe. Binnen weniger Minuten stiegen die Fluten auf rund 1,60 Meter an. Die Wassermassen zerstĂśrten das Sicherheitsglas der Fenster im Erdgeschoss des Kur- und BĂźrgerhauses, verwĂźsteten u. a. das Archiv und eine Gaststätte.
Der Orkan Kyrill entwurzelte bzw. zerstÜrte am 18. und 19. Januar 2007 flächenhaft zahlreiche Nadelbaumwaldungen, insbesondere in den privaten und gemeindeeigenen Waldungen auf den Bottenhorner Hochflächen. Auch Buchenwaldungen wurden stark verwßstet, z. B. im Staatswald Üstlich des Dernbacher Sportplatzes.
Geschichte
Vorgeschichte
Die Vorgeschichte von Bad Endbach setzt man an mit den ältesten aufgefundenen Spuren menschlicher Tätigkeit. Im oberen SalzbÜdetal reichen die fßr uns erkennbaren Anfänge menschlicher Kultur bis in die Steinzeit zurßck. Man fand in der Gemarkung Hartenrod nach 1920 eigentßmlich bearbeitete Feuersteine aus dem Neolithikum, die vielleicht als Waffen (Keulen, Faustkeile, Steinmesser und Speerspitzen) oder Ackerbaugeräte verwendet wurden. Auch an anderen Stellen der Gemarkung fand man Steingeräte fßr die Jagd und den Ackerbau, unter anderem zwei Kilogramm schwere Feuersteine, die als Pflugschar gedient haben kÜnnten.
Westlich von Bottenhorn (ca. 2,4 km) und (ca. 1,6 km) nordĂśstlich von Dernbach auf einem kleinen HĂźgel im Wald (Hinweis auf einem Stein am Forstweg) befinden sich deutliche Reste eines Galeriegrabes/Steinkistengrabes und nĂśrdlich von HĂźlshof am Rand eines kleinen Wäldchens ca. 40 m Ăśstlich der L 3049, an einem Feldweg liegen Seiten- und Deckensteine eines zerstĂśrten GroĂsteingrabes/Megalithgrabes.cite-ref-22[22] Beide Objekte wurden archäologisch bisher noch nicht untersucht.cite-ref-23[23]
Jadebeil und Doppelaxt âAmazonenaxtâ
Bei Ausschachtungsarbeiten fĂźr die Wasserleitung in GĂźnterod fand man ein Steinbeil (Jadebeil) aus Jadeit, das der Jungsteinzeit (5300 bis 3000 v. Chr.) zugerechnet wird. Dieses Beil ist ein fĂźr den hiesigen Raum äuĂerst seltenes FundstĂźck und war ehemals sicherlich ein Prestige- oder Kultsymbol. Neolithisch genutzte BrĂźche von Jadeit liegen mehrere hundert Kilometer weit von GĂźnterod entfernt in den Westalpen, am Monte Viso und am Monte Beigua.
In der Gemarkung Wommelshausen wurden auf einem Acker auf der Ăwwelt (Flurname) ein etwa neun Zentimeter langes Trapezbeil aus dem Neolithikum gefunden.
In Endbach wurde 1952 an der StraĂe nach Hartenrod (ehem. Gärtnerei Debus) eine Grube mit VorratsgefäĂen aus der La-Tène-Zeit angeschnitten.
Steinerne Doppelaxt aus Diorit, ein Statussymbol
Eine groĂe Ăberraschung und ein bedeutender Fund fĂźr die Heimatgeschichte war die steinerne Hälfte einer am Schaftloch zerbrochenen Doppelaxt aus Diorit, eine sogenannte Amazonenaxt â wohl ein Statussymbol mit kultischer Bedeutung. Sie wurde bei Ausschachtungsarbeiten 1973 in Wommelshausen im Neubaugebiet am Gewenn (Flurname) entdeckt.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Diese Doppelaxt aus dem frĂźhen dritten Jahrtausend v. Chr. (Jungneolithikum, Trichterbecherkultur, Megalithgräber, HĂźnengräber) ist der sĂźdlichste Fund einer mit Rillen verzierten Steinaxt und das einzige Exemplar in Hessen. Eine ähnlich gearbeitete, unzerbrochene doppelschneidige Axt fand man als Beigabe in einem Einzelgrab in Wertle/Emmeln Krs. Meppen.cite-ref-26[26]
Gute Siedlungsbedingungen in der Sßdabdachung der Bottenhorner Hochflächen
Diese vorgenannten wenigen Einzelfunde lassen jedoch nicht unbedingt auf eine dauerhafte frĂźhe Besiedlung schlieĂen. Aufgrund der Lage in der SĂźdabdachung der Bottenhorner Hochflächen und seiner Geomorphologie war das obere SalzbĂśdetal nicht siedlungsunfreundlich. Der Wald- und Wasserreichtum und von Nord nach SĂźd verlaufende Seitentäler mit ihren sonnigen Randlagen boten mĂśglichen Siedlungsplätzen ausreichend Schutz sowohl gegen den nasskalten Westwind als auch gegen den trockenen Nord- und Ostwind. Auch auf der Hochfläche bei HĂźlshof und Bottenhorn (Bottenhorner Hochflächen) gab es ideale Lagen fĂźr Wohnplätze. Konkrete Hinweise auf vorgeschichtliche Siedlungsplätze fehlen hier bisher, mit Ausnahme der jĂźngsten hallstattzeitlichen Funde bei Endbach.
FrĂźhgeschichte
FrĂźhgeschichtliche Siedlungsspuren
Um 700/600 v. Chr. wurden das Lahn-Dill-Gebiet und das Rothaargebirge von SĂźden (z. B. DĂźnsberg) und SĂźdosten (z. B. Kirchain-Niedernwaldcite-ref-27[27] und AmĂśneburg) her von Kelten besiedelt.cite-ref-28[28] Anreiz waren sicherlich die hier leicht zu erschlieĂenden Erzlagerstätten (Eisen und Kupfer) mit nutzbarer Qualität. Damit entstanden während der Spät-Hallstattzeit auch erste feste Wohnplätze.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30] Zahlreiche Orts-, Fluss- und Bergnamen lassen sich auf diese Siedler zurĂźckfĂźhren, zum Beispiel die Namen mit den Endungen -lar (Wetzlar, Weimar), -phe (Lasphe, Banfe), -a (Laisa, Eifa) oder die Lahn und die Bäche Perf und Dautphe sowie die Endungen -merk und -merich in Flurnamen, die fĂźr âBergâ bzw. Berghang stehen.
HĂśhensiedlungen
Zu den frĂźhgeschichtlichen Siedlungsplätzen in der näheren Umgebung werden vor allem die nachstehenden HĂśhensiedlungen gezählt: DĂźnsberg, Angelburg (Berg), Daubhaus, Ringwall HĂźnstein, Ringwall EisenkĂśpfe, Ringwallburg Heunstein, sowie vermutet auf dem âBurgbergâ bei Steinperf (teilw. zerstĂśrt durch Steinbruch) und dem âKisselbergâ bei GĂźnterod.
Aktuelle Bodenfunde aus der Hallstattzeit bei Endbach, Wohnplatz und EisenerzverhĂźttung
Im Ortsteil Endbach fand man bei Ausschachtungsarbeiten in den Jahren 2020/21 fĂźr eine neue Wohnbebauung am âSonnenhangâ auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei deutliche Spuren von einem frĂźhgeschichtlichen Wohnplatz, der ausgegraben und archäologisch untersucht wurde. Gefunden wurden hallstattzeitliche Siedlungsspuren (Eisenzeit, 7./6. Jh. v. Chr.) und Ăberreste einer EisenerzverhĂźttung.cite-ref-31[31]
Vor und nach Christi Geburt
In den Jahrzehnten vor und nach Christi Geburt wanderten aus Nordost und Ost elbgermanische Volksgruppen (Sueben?) nach Mittelhessen ein und wurden hier ansässig.
Zur gleichen Zeit versuchten die RÜmer, den Raum vom Rhein bis zur Elbe unter ihre Herrschaft zu bringen. Dabei drangen sie, die alten Fernwege nutzend, auch in mittelhessisches Gebiet ein und bauten Militärlager, z. B. bei Niederweimar und Dorlar, und begannen mit dem Bau einer Stadt bei Waldgirmes (siehe RÜmisches Forum Lahnau-Waldgirmes), wie jßngste Ausgrabungen belegen. Diese Anlagen verfielen nach dem Jahre 9 n. Chr., vermutlich als Folge der katastrophalen Niederlage der RÜmer gegen die Germanen in der Schlacht im Teutoburger Wald.
Keltisch-germanische MischbevĂślkerung
Welche Volksgruppe bis zur Zeit der VĂślkerwanderung hier siedelte, lässt sich nicht mehr genau feststellen, am wahrscheinlichsten ist eine keltisch-germanische MischbevĂślkerung, die dem Stamm der Chatten zugerechnet werden kann. Während der VĂślkerwanderungszeit scheint der Raum nicht vĂśllig entsiedelt worden zu sein, groĂe Teile dieser BevĂślkerung blieben in den Siedlungskammern wohnen, wurden zur StammbevĂślkerung und wahrten damit auch die sprachliche Kontinuität.
Christianisierung
Iro-schottische Wander-MĂśnche (Iroschottische Mission) hatten bereits seit Beginn des 7. Jahrhunderts unter den Chatten missioniert und erste StĂźtzpunkte und damit Kirchen im mittelhessischen Raum und ThĂźringen gegrĂźndet. Bonifatius baute bei seiner Mission auf dieser iro-schottischen Organisation auf und reformierte sie nach rĂśmischem Vorbild. Er war eher Kirchenreformer als Missionar.
Es wirkte also bereits eine, in Konkurrenz zur RĂśmischen Kirche stehende, iro-schottische Kirchenorganisation im hessischen und thĂźringischen Raum, als Bonifatius hier auftrat. Nachgewiesene Spuren und Zentren dieser vorbonifatischen Mission ab der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts in Hessen finden sich in BĂźraburg, Hersfeld, Kesterburg, AmĂśneburg, Wetter, Schotten, dem GieĂener Becken und der Wetterau.
Kirchenorganisation vor 1350 im Grenzgebiet zwischen den BistĂźmern Mainz und Trier
In vorreformatorischer Zeit verlief durch das heutige Gemeindegebiet die Grenze zwischen zwei BistĂźmern, Trier und Mainz. Endbach und GĂźnterod gehĂśrten vor 1350 zur Mutterkirche Altenkirchen (Hohenahr), Archipresbyterat Wetzlar, Archidiakonat Dietkirchen an der Lahn und somit zum Bistum Trier. Beide Orte waren ehemals Bestandteil der Grafschaft Solms.cite-ref-32[32] Zum Bistum Mainz gehĂśrten mit seiner Mutterkirche (St. Martin) in Gladenbach: Hartenrod, Schlierbach, Bottenhorn, Dernbach und Wommelshausen, Archidiakonat St. Stephan (Mainz) in Mainz.
Die ehemalige Bistumsgrenze verlief entlang den Gemeindegrenzen zwischen GĂźnterod und Hartenrod (Ăźber den Berg SchĂśnscheid > Scheide = Grenze), Endbach und Hartenrod sowie Endbach und Wommelshausen. Zwischen Wommelshausen und Endbach verlief sie Ăźber Wade (Warte) und Mud-scherd (abgeleitet von Scheide = Grenze oder Scheideweg).
Die Einteilung und Grenzen der damaligen Kirchenorganisation haben sich teilweise bis heute erhalten. Sie lassen sich auch manchenorts rekonstruieren wenn man sich an den alten kirchlichen Zuständigkeiten, wie Archidiakonatsgrenzen und Bistumsgrenzen zwischen Mainz und Trier orientiert, die auch das heutige Gemeindegebiet betrafen. Weitere Hinweise geben die Grenzen der ehemaligen Pfarrbezirke der Urpfarreien, der Mutterkirchen.
Die Pfarrei Hartenrod mit Hartenrod, Schlierbach, Endbach, Bottenhorn, (Dernbach?) und Wommelshausen gehĂśrte ehemals zur Mutterkirche St. Martin in Gladenbach. Der erste bekannte Pfarrer der Pfarrei Hartenrod war âPeter von Buchenauâ, der 1367 genannt wird. Die Abspaltung von der Pfarrei Gladenbach muss erst wenige Jahre zuvor erfolgt sein und hing vermutlich zusammen mit der Bildung des neuen Verwaltungsbezirkes Obergericht des Amtes Blankenstein als Folge der Dernbacher Fehde. Dies geschah im Verlaufe der endgĂźltigen Grenzfestlegung im Westen mit der Grafschaft Nassau nach 1352. Die Pfarrei Hartenrod (das Kirchspiel Hartenrod) und der Verwaltungsbezirk Obergericht des Amtes Blankenstein waren seitdem deckungsgleich.
HĂźlshof gehĂśrte von 1284 bis 1463 dem Kloster Altenberg bei Wetzlar und GĂźnterod kam erst 1605 zur Pfarrei Hartenrod.
FĂźr Bottenhorn und Dernbach wird auch eine ehemalige ZugehĂśrigkeit zur Pfarrei Obereisenhausen diskutiert.
Mittelalter
Siedlungsgeschichte
EinzelhĂśfe, Hofgruppen, Streusiedlungen
Die frĂźhmittelalterliche Besiedlung bestand aus EinzelhĂśfen, Hofgruppen, Streusiedlungen in Weilerform, als offene lockere Hofbebauung. Viele Orte des Siedlungsraumes Obere SalzbĂśde existierten bereits im 8. Jahrhundert. Die heutigen âhausen-Orte im sĂźdlichen Hinterland, wie Rachelshausen, Runzhausen, RĂśmershausen (Gladenbach), Erdhausen, Weidenhausen und Wommelshausen, dĂźrften während der fränkischen Kolonisation, in der Zeit von 600 bis 800 n. Chr., entstanden sein. Endbach, Schlierbach (Bad Endbach) und HĂźlshof (ehemals Hulsbach) sind in der gleichen Zeit anzusetzen. Bottenhorncite-ref-33[33] ist vermutlich der älteste Siedlungsplatz der Gemeinde, während Dernbach (Bad Endbach) erst mit dem Burgbau ab 1350 als Siedlung zu nennen ist.
Die ältesten erhalten gebliebenen urkundlichen Erwähnungen von Orten des oberen SalzbÜdetales weisen in das 13. und 14. Jahrhundert. Urkunden sind rein zufällig erhaltene Belege von Rechtsgeschäften und sagen nichts ßber das wirkliche Alter einer Siedlung aus.
Rode-Orte
Die âRode-Orteâ, Eisemroth, GĂźnterod und Hartenrod sind als Rodesiedlungen einer Ausbauperiode gegen Ende des ersten Jahrtausends zuzurechnen. Sie entstanden vermutlich während des âMittelalteroptimumsâ (Mittelalterliche Warmzeit), als in der Zeit nach 900 n. Chr. bis etwa Ende des 13. Jahrhunderts eine Warmperiode zu verzeichnen war. Die BevĂślkerung wuchs rasch; sie musste ernährt werden. Neue Acker- und Siedlungsflächen wurden dringend benĂśtigt. DafĂźr rodete man Waldflächen in bisher unwirtlichen Mittelgebirgsregionen.cite-ref-34[34] Auf diesen Rodungsflächen entstanden neue Siedlungen, die Rode-Orte.
Bestandteil des Lahngaus
Bereits im 7. Jahrhundert wurde das Gebiet als Bestandteil des Lahngaus fest in den fränkischen Staatsverband integriert. Als KÜnig Konrad I. aus dem salisch-fränkischen Geschlecht der Konradiner 918 in Weilburg starb, erbte sein Bruder Herzog Eberhard seinen Besitz in und um Weilburg. Nach dessen Tod 939 (kinderlos) fielen seine umfangreichen Besitzungen an den Kaiser als Reichsgut. Die sächsischen Kaiser verschenkten es im Laufe des 10. Jh. nach und nach an das Bistum Worms und das Walpurgisstift Weilburg. Dazu gehÜrten auch Ländereien und hoheitliche Rechte als Streubesitz im Gebiet an der oberen Lahn (u. a. im Perfgau) und im angrenzenden Dill-Gebiet. Die Ausßbung der Gerichtsbarkeit und den militärischen Schutz in diesen Gebieten ßbertrugen die BischÜfe den Grafen von Nassau, nachweisbar ab 1195.
Untergrafschaft Ruchesloh
Ob der Raum an der oberen SalzbĂśde um 1200 bereits schon vollumfänglich zum Hundertschaftsbezirk bzw. Cent Gladenbach (später Amt Blankenstein), zur âUntergrafschaft Rucheslohâ (Gerichtssitz: sĂźdĂśstlich von Oberweimar) gehĂśrte, ist unklar. Inhaber der Grafschaft Ruchesloh waren die Herren von Merenberg mit Sitz auf Burg Gleiberg. 1325 konnte die Landgrafschaft Hessen die Gerichtsrechte von den Merenbergern erwerbencite-ref-35[35]. Lennartzcite-ref-36[36] verweist hier auf noch bestehende wormsische Lehen und Rechte.
Im ehemaligen Verwaltungsbezirk des Amtes Blankenstein und den angrenzenden Gebieten hatten das Bistum Worms (Hochstift Worms) und auch das Walpurgisstift in Weilburg als Reichsstift umfangreichen Besitz (u. a. Vogtei- und Gerichtsrechte), den die Grafen von Nassau als VĂśgte des Domstiftes Worms verwalteten. Den gesamten Vogteibesitz ĂźberlieĂ ihnen das Domstift Mitte des 13. Jh. als Pfandbesitz, den sie 1294 ganz erwerben konnten. Die Grafen von Nassau hatten auch Streubesitz innerhalb der Grafschaft Ruchesloh. Sie grĂźndeten ihren Einfluss und ihre Macht auf Eigenbesitz, Lehen und Vogteirechte.
Landgrafschaft Hessen
Die Landgrafen von Thßringen (Hessen) erbten durch Heirat den Besitz und die Rechte der Grafen Giso (Gisonen) und damit auch die Lehnshoheit vom Reich ßber weite Teile eines Gebietes, das vom Burgwald bis zum Westerwald reichte und das somit auch den Bereich der Gemeinde Bad Endbach umfasste. Dadurch wurden die Landgrafen auch die Oberlehnsherren der Grafen von Nassau. Die späteren Streitigkeiten mit dem aufstrebenden Grafenhaus, das vom Bischof in Mainz unterstßtzt wurde, waren damit vorprogrammiert.
Es gelang den späteren Landgrafen von Hessen erst in einem langen und zähen Ringen mit den Grafen von Nassau, bekannt als âHundertjährige Dernbacher Fehdeâ (ca. 1230 bis 1336), das Hinterland, insbesondere das Amt Blankenstein mit seinen beiden Verwaltungsbezirken âObergerichtâ und âUntergerichtâ, endgĂźltig fĂźr Hessen zu gewinnen.
Innen- und AuĂenheege
Im Verlauf der âDernbacher Fehdeâ war als Abwehr gegen das Vordringen der Grafen von Nassau die Innenheege, ein 30 bis 50 Meter breiten undurchdringlichen GehĂślzstreifen (siehe Mittelhessische Landheegen), bereits 1297 bis 1307 von Hessen angelegt worden. Nach dem Ende der Fehde, als das neu gewonnene Gebiet zu Hessen gekommen war, wurde es durch die AuĂenheege (1359 bis 1374) im Westen gegen Nassau abgesichert. Zwischen den beiden Heegen entstand danach das Obergericht mit dem Vorort Hartenrod. Die ältere Innenheege trennte das Blankensteiner Untergericht vom Obergericht. Seitdem ist die AuĂenheege, ehemals Landesgrenze zwischen Hessen und Nassau, die heutige Westgrenze der Gemeinde Bad Endbach und zugleich auch die Kreisgrenze zwischen dem Lahn-Dill-Kreis und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Das Rittergeschlecht der Herren von Dernbachcite-ref-37[37], welches die Hauptlast des langen Kampfes getragen hatte, musste nach dem Ende der Fehden auf alle seine umfangreichen Rechte und Besitzungen in der Herborner Mark und seinen Stammsitz Burg Alt-Dernbach westlich von Herbornseelbach verzichten und an die Grafen von Nassau verkaufen, allerdings zu einem fßr damalige Verhältnisse stolzen Preis. Mit Unterstßtzung der Herren von Bicken und des hessischen Landgrafen bauten sie die Burg Neu-Dernbach nÜrdlich von Wommelshausen, die sie dem Landgrafen zu Lehen auftrugen und der sie ihnen 1350 wieder zurßck verlehnte.
Burg Neu-Dernbach
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Hauptartikel
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Burg Neu-Dernbach
Die Burg âNeu-Dernbachâ war vorgesehen zur Absicherung der Burg Blankenstein gegen die Grafschaft Nassau und sollte das nach der Fehde neu gewonnene Gebiet am Oberlauf der SalzbĂśde, das später Obergericht genannte Verwaltungsgebiet des Amtes Blankenstein, absichern und gleichzeitig die nĂśrdlich auf den Bottenhorner Hochflächen verlaufende bedeutende FernhandelsstraĂe, die Brabanter StraĂe im Auftrag der Hessischen Landgrafen Ăźberwachen und schĂźtzen.
Der Burgberg und mit ihm die gesamte neue Gemarkung Dernbach wurden aus der Gemarkung von Wommelshausen herausgeschnitten. Wommelshausen bekam als Ausgleich vom Landgrafen dafĂźr im SĂźden ein Teilgebiet (Flurname: die Hessen) der aufgelassenen Ortschaft Seibertshausen.cite-ref-38[38]
Infolge von Fehden (Dernbacher Fehde) verlagerte sich der Fernhandel von der Brabanter StraĂe im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts immer mehr auf eine neue sĂźdliche Trasse im Aartal. Die Burg Neu-Dernbach verlor damit ihre strategische Bedeutung, wurde nicht mehr ausreichend unterhalten und verfiel nach und nach.
Amt Blankenstein mit den Verwaltungsbezirken âObergerichtâ und âUntergerichtâ
Das Amt Blankenstein entstand nach dem Ende der Dernbacher Fehde (1336) und war unterteilt in zwei Verwaltungsbezirke, und zwar in âObergerichtâ und âUntergerichtâ. Der Verwaltungsbezirk âObergerichtâ (Gerichtsbezirk) des Amtes Blankenstein mit dem Vorort Hartenrod bedeutete nicht hĂśheres Gericht; das ist eine rein geografische Bezeichnung. Der Bezirk lag von Gladenbach (Amtssitz) aus gesehen am Oberlauf der SalzbĂśde, also weiter oben und wurde somit Obergericht genannt. Die Grenzen verliefen entlang der mittelhessische Landheegencite-ref-39[39], die Innenheege war die Ostgrenze des Obergerichtes und die AuĂenheege dessen Westgrenze. GĂźnterod kam erst 1443 offiziell dazu und hatte bis dahin den Herren von und zu Dernbnach gehĂśrt.
Der ehemalige Verwaltungs-Gerichtsbezirk Obergericht ist bis heute erhalten geblieben und ist deckungsgleich mit der heutigen Gemeinde Bad Endbach.
Das âUntergerichtâ lag am Unterlauf der SalzbĂśde, also unten und umfasst heute das Gebiet der heutigen Stadt Gladenbach. Die Unterscheidung zwischen Ober- und Untergericht gibt es auch anderenorts, z. B. im Breidenbacher Grund.
Ober- und Untergericht entsprachen auch den ehemaligen Kirchspielen Hartenrod und Gladenbach.
Klimaoptimum, extreme Hochwasser und kleine Eiszeit, Ursachen fĂźr WĂźstungen
Mittelalterliche Warmzeit
Auf eine gemäĂigte Klimaperiode bis Anfang des 10. Jahrhunderts folgte ein äuĂerst fruchtbares Klimaoptimum (Mittelalterliche Warmzeit), das bis Ende des 13. Jahrhunderts anhielt. Weinanbau soll hinauf bis in den Raum Kassel betrieben worden sein.
ObstblĂźte im Januar 1186, ein Jahr ohne Winter
Im Jahr 1186 fiel sogar der Winter aus, die Obstbäume blĂźhten im Januar und das Obst wurde im Mai geerntet, wie âWigand Gerstenbergâ in seiner Chronik berichtet.cite-ref-40[40]
Die BevĂślkerung nahm rasch zu, Siedlungen breiteten sich aus, neue Rodesiedlungen (GĂźnterod, Hartenrod, Eisemroth) wurden in bisher unbesiedelten Mittelgebirgsregionen gegrĂźndet. AuĂerdem musste man, damit die Bewohner ernährt werden konnten, Rodungszungen und -inseln in Waldungen anlegen (z. B. RĂśdern > Flurname, zwischen Wommelshausen und RĂśmershausen), um zusätzliches Ackerland und Wiesen zu gewinnen.cite-ref-41[41]
Klimaverschlechterung, âMagdalenenhochwasserâ, Kleine Eiszeit
Ab 1306 verschlechterte sich das Klima dramatisch. Es begann die âKleine Eiszeitâ, die bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts dauerte. Es wurde kälter und es regnete viel. 1306, 1315, 1316, 1342 und 1352 waren sehr nasse Jahre. Die Jahrtausendflut 1342, Magdalenenhochwasser genannt,cite-ref-42[42] war ein extremes Hochwasser, das in ganz Europa die ZerstĂśrung von kompletten Siedlungen und Bodenabschwemmungen groĂen AusmaĂes verursachte, stellenweise bis auf die Steinverwitterungsschicht an den Berghängen, mit schluchtartigen Eintiefungen an Berghängen, Schluchtenrisse genannt, die auch heute noch in der Umgebung des Gemeindegebietes sichtbar sind. Auch WĂźstungen werden mit diesem Ereignis in Verbindung gebracht, wie z. B. Seibertshausen und Unter-/Nieder-Wommelshausen.
Die langen Winter und die kurzen Sommer verkßrzten die Vegetationsperiode, Nahrungsmittel wurden knapp. HungersnÜte waren die Folge, Epidemien brachen aus, die BevÜlkerung konnte sich nicht mehr ausreichend ernähren. Die Fehden der Grafen und Ritter (u. a. die Dernbacher Fehde) dezimierten sie zusätzlich, bei denen auch die Wohngebäude und Stallungen zerstÜrt und die Felder verwßstet wurden. Die zurßckkehrenden Kreuzritter schleppten um 1350 die Pest (siehe auch Geschichte der Pest) ein, welche die geschwächte BevÜlkerung dahinraffte. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts starben damals mehr als ein Drittel aller Einwohner. Dadurch wurden Siedlungen menschenleer, die RestbevÜlkerung, manchmal nur noch Alte und Kinder, zog in Nachbargemeinden. Deren ehemaligen DÜrfer verfielen und wurden nach und nach wßst.
WĂźstungen und Ruinen
Im Gemeindegebiet gibt es drei OrtswĂźstungen und eine Burgruine.cite-ref-43[43] Vermutet werden noch zwei weitere WĂźstungen, und zwar: Ismerode (westlich von GĂźnterod) und Eckmersrod (westlich von Hartenrod). FĂźnf weitere WĂźstungen gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft: Seibertshausen (sĂźdĂśstlich des Ortsteiles HĂźtte und sĂźdwestlich von Weidenhausen), Ober- und Unter-MĂśrlenbach (sĂźdlich von Endbach bei Ober-Weidbach), Ober-Bischoffen (sĂźdlich von GĂźnterod) und Ober-Eisemroth (am Siegbach).
Alle diese Ortschaften sind im 14., spätestens im 15. Jahrhundert wieder eingegangen, meist infolge von HungersnĂśten durch Klimaverschlechterung, Hochwasser, z. B. wie das Starkregenereignis Magdalenenhochwasser 1342, Epidemien wie der Pest und kriegerischen Einwirkungen u. a. der Dernbacher Fehde. Ihre ehemaligen Ortslagen sind im Gelände heute nicht mehr zu erkennen. Durch den DreiĂigjährigen Krieg ist, im Gegensatz zu manchen Vermutungen, keine der genannten Ortschaften wĂźst geworden.
WĂźste Ortschaften und Ruinen innerhalb des heutigen Gemeindegebietes:
⢠âElwertshausenâ, lag zwischen Schlierbach und Wommelshausen am Hulsbach, nĂśrdlich des heutigen Wirtschaftsweges, 1237 Elpershausen genannt und ist Ende des 14. Jahrhunderts bereits wĂźst; 1628 wurde aber noch der Elwertshäuser Zehnte verkauft.
⢠âFrommerodeâ, lag sĂźdlich von GĂźnterod am FrommrĂśder Bach an der StraĂe nach Bischoffen. Der Name entwickelte sich wie folgt: 1294 Frummelderade, 1356 Frommulderode, 1403 Frombderode, 1588 ist Frommerode schon wĂźst.
⢠âNieder-(Unter-) Wommelshausenâ, lag am Zusammenfluss von Dernbach und Wommelshäuser Bach, nordwestlich der Neuen Siedlung, 1336 Womoldishusin inferior genannt, wĂźst etwa nach 1345/50, vermutlich zerstĂśrt und aufgegeben infolge der Magdalenenflut 1342, einem extremen Regenereignis mit katastrophalem Hochwasser.
⢠âBurgruine Dernbachâ: Fertiggestellt wurde die Burg Neu-Dernbach der Herren von und zu Dernbach 1350. Bereits 1571 wird sie als im Verfall bezeichnet. Heute stehen nur noch Rudimente von zwei EcktĂźrmen (SchalentĂźrme) in den äuĂerst kĂźmmerlichen Resten der AuĂenmauer.
Historische StraĂen und Wege
So abgeschieden vom Fern- und Durchgangsverkehr wie heute war das Gemeindegebiet in der Vergangenheit nicht. Vom frßhen bis zum späten Mittelalter fßhrten einst bedeutende Handelswege durch diesen Raum. Sie folgten, meist siedlungsfern, entlang den festen und trockenen HÜhenrßcken der Wasserscheiden, entweder direkt auf dem Kamm oder hangparallel. Sie tangierten dabei immer wieder Quellhorizonte von Bächen als Tränken fßr die Zugtiere. Die Trassen waren nicht befestigt und wechselten, wenn eine Spur ausgefahren war, auf eine parallele Spur, die direkt daneben oder auch bis zu mehreren hundert Metern weiter weg lag. Es entstanden dadurch Wege-Mäander.
Durch das schon relativ frĂźh (6. bis 8. Jahrhundert)cite-ref-44[44] dauerhaft besiedelte Gemeindegebiet verliefen bis ins späte Hochmittelalter wichtige Handels- und Botenwege. Die ehemals sehr bedeutende Leipzig-KĂśln-Aachen-LĂźttich-Antwerpener FernhandelsstraĂe (MessestraĂe), auch Brabanter StraĂe genannt, querte die Bottenhorner Hochflächen von Ost nach West. Mit sĂźd-nĂśrdlicher Orientierung verlief im Westen auf der Aar-SalzbĂśde-Wasserscheide der sogenannte Westfalenweg. Von Nord-Ost nach SĂźd-West zog die Herborner Hohe StraĂe auf der Wasserscheide des Schelderwaldes.
Brabanter StraĂe
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Hauptartikel
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Brabanter StraĂe
Die bedeutendste alte StraĂe, die das Gemeindegebiet querte war die Ost-West-FernhandelsstraĂe, auch âBrabanter StraĂeâ genannt, welche die Messestädte Leipzig Ăźber KĂśln, Aachen und LĂźttich mit Antwerpen im Herzogtum Brabant verband (heute Belgien). Daher trug sie auch den Namen Brabanter StraĂe. Ăber diese alte wichtige HandelsstraĂe (MessestraĂe) wurde einst ein GroĂteil des Fernhandels mit Tuchen, Pelzen und Eisenwaren abgewickelt.
Die StraĂe kam von Leipzig Ăźber Erfurt, aus Richtung Marburg-Ockershausen, Ăźberquerte unterhalb Hermershausen die Allna (Fluss) und verlief in Richtung Willershausen und dann weiter etwa entlang der heutigen B 255, zog nĂśrdlich an Gladenbach-Ammenhausen vorbei, erklomm bei Rachelshausen die Bottenhorner Hochflächen. Bei der Haus (Flurname) zweigte die âHeerstraĂeâ ab, ein frĂźhmittelalterlicher HĂśhenweg, der auf Wasserscheide Perf / Dautphe verlief und nordwärts weiter zog in Richtung Biedenkopf und Sackpfeife. NĂśrdlich nahe an HĂźlshof vorbei verlief die Brabanter StraĂe weiter auf die Angelburg (Berg) zu, wo sie sich mit anderen Fernwegen kreuzte.
Im Schelder Wald traf sie auf den von Norden Ăźber Nieder-Eisenhausen kommenden âWetzlar-Wegâ und die Herborner Hohe StraĂe und den sĂźd-nĂśrdlich verlaufenden Westfalenweg. Die Fernhandelsroute der KĂśln-Leipziger StraĂe (Brabanter StraĂe) verlief ab der Kreuzung in Nähe der Angelburg weiter Ăźber Hirzenhain (Eschenburg), (eine AbkĂźrzung ging Ăźber Lixfeld) Simmersbach, SteinbrĂźcken, Ewersbach, Kalteiche, Siegen nach KĂśln, Aachen, LĂźttich bis nach Antwerpen.
Herborner Hohe StraĂe
Von Nord-Ost nach SĂźd-West zog die Herborner Hohe StraĂe auf der Wasserscheide des Schelderwaldes; sie wird heute als ForststraĂe genutzt.
Kreuzungspunkt der Fernwege im Schelder Wald
Diese einst bedeutenden Fernwege, die Brabanter StraĂe, der Westfalenweg und die Herborner Hohe StraĂe kreuzten sich am wichtigen Kreuzungspunkt alter Wege im Schelder Wald bei der Angelburg (Berg), in der Nähe der Wilhelmsteine.
Schutz der StraĂen durch Burgmannen
Bereits 1261 verpflichtete der Landgraf von Hessen den Ritter Ernst von Rodheim, seinen Burgmann auf Burg Blankenstein, die âstrada publicaâ (Ăśffentliche StraĂe, die Brabanter StraĂe) in diesem Gebiet zu schĂźtzen. Den Burgmannen der landgräflichen Burgen Blankenstein, Dernbach und Wallenfels wurde im 14. Jahrhundert vom hessischen Landgrafen ausdrĂźcklich der Schutz dieser wichtigen FernstraĂen und der Kreuzung Ăźbertragen.
Westfalenweg
Das Gebiet des späteren Landkreises Biedenkopf, Hessisches Hinterland genannt, kam nach der Teilung Hessens (von 1604 bis 1866) ab 1648 zu Hessen-Darmstadt. Ein sehr schmaler Gebietsstreifen verband es ab der Zollbuche mit seiner Provinzhauptstadt GieĂen (Oberhessen). Um Waren zollfrei (die Zollgrenzen wurden erst 1854 aufgehoben) innerhalb der Landesgrenzen bis in die ehemalige Hauptstadt Darmstadt sĂźdlich des Mains transportieren zu kĂśnnen, musste man ab der Zollbuche den alten Westfalenweg benutzen, der ausschlieĂlich auf hessen-darmstädtischem Gebiet verlief, mit Ausnahme von wenigen hundert Metern bei dem einsam gelegenen Rasthaus/Gasthaus âEiserne Handâ durchquerte er das Territorium der Grafschaft Solms (Adelsgeschlecht) mit der ein Abkommen bestand.
Dieser einst sehr bedeutende, vermutlich schon vorgeschichtliche Fernweg (Westfalenweg) verlief auf der Haupt-Wasserscheide Lahn / Dill bzw. kleinräumig auf der Wasserscheide Aar (Dill) / SalzbĂśde. Er kam aus Richtung GieĂen, zog vorbei am DĂźnsberg bis zur Zollbuche, etwa der Trasse der heutigen L 3047 folgend, dann durch GĂźnterod, kreuzte hier auf dem GĂźnteroder Sattel den âWetzlarwegâ, der aus dem Perftal kommend nach Wetzlar fĂźhrte und verlief weiter westlich an Hartenrod und Schlierbach hangparallel vorbei bis zur Kreuzung mit der Brabanter StraĂe bei der Angelburg (Berg). Dort mĂźndete er in die Herborner Hohe StraĂe ein, die sich nĂśrdlich von Niedereisenhausen mit der âHeerstraĂeâ vereinigte und als AltstraĂe weiter nordwärts zog, vorbei an Biedenkopf Ăźber die Sackpfeife und vereinigte sich ab Battenberg (Eder) mit dem alten Fernweg, der weiter in Richtung Paderborn bis nach Bremen fĂźhrte.
Wegen der ungĂźnstigen langen Nord-SĂźd-Erstreckung des Hinterlandes war der âWestfalenwegâ ab der Zollbuche der kĂźrzeste, direkteste, und ganz wichtig, der ehemals zollfreie Weg zur Provinzhauptstadt GieĂen und zur Landeshauptstadt Darmstadt. Ăber diesen Weg ging das Dienstpersonal (Hausmädchen) zu seiner Dienstherrschaft in GieĂen und im Raum Frankfurt, die Händler (Strumpfhändler) aus dem Hinterland zu ihren Kunden im Raum Darmstadt, Worms und bis nach Heidelberg, die Soldaten zu den Kasernen in GieĂen und Darmstadt und die Erntehelfer (Schnitter, Drescher) zu den Bauern in der Wetterau, bis ins Dreieich und die Pfalz.
Zubringer und Abzweigungen des Westfalenweges
Aus dem Perftal ßber Bottenhorn ßber Hßlshof, Wommelshausen und Wommelshausen-Hßtte ßber die Heul-Eiche verlief ein Abzweig/Abkßrzung des Westfalenweges, der bei der Zollbuche in die sßdwärts weiterfßhrende Trasse einmßndete. Sßdlich von Wommelshausen, bei der Dicken Eiche, mßndete auch ein Weg in diese Trasse ein, der aus nordÜstlicher Richtung, aus dem Dautphetal durch Holzhausen (Dautphetal), ßber die Haus (Flurname) kam, Üstlich an Dernbach vorbei zog und weiter ßber die RÜdern (Fln.) und das Härdtchen (Fln), am heutigen Sportplatz Wommelshausen vorbei in den Weg Richtung Zollbuche.
Das Lixfelder Pfädchen
Im Zentrum von Wommelshausen kam das âLäisfäller Pädcheâ (Lixfelder Pfädchen) hinzu. Das war ein ehemals sehr bekannter âFuĂpfadâ, der von Lixfeld aus, ohne eine weitere Ortschaft zu queren oder zu tangieren, durch den Schelderwald direkt nach Wommelshausen und weiter Richtung Zollbuche verlief. Der Pfad ist heute, da wo seine Trasse als Pfad einst nur durch den Wald und nicht auf Wegen verlief, zugewachsen und auch im freien Feld nicht mehr vorhanden. Ăber diesen Pfad gelangten zu FuĂ auch die Einwohner der nĂśrdlich von Lixfeld liegenden hessen-darmstädtischen Ortschaften (Achenbach (Breidenbach), Oberdieten, Roth, NiederhĂśrlen, OberhĂśrlen und Simmersbach) in ihre Provinzhauptstadt GieĂen und in die sĂźdlichen Landesteile bis zur Landeshauptstadt Darmstadt.cite-ref-45[45]
Wetzlarweg
Ein jĂźngerer Talweg, âWetzlarwegâ genannt, verlief aus Biedenkopf kommend durch das Perftal Ăźber Bottenhorn, Schlierbach und Hartenrod Ăźber den GĂźnteroder Sattel, kreuzte dort den âWestfalenwegâ und zog durch das obere Aar-Tal Ăźber Niederweidbach weiter in Richtung Wetzlar.cite-ref-46[46]
Der Obergerichtsweg, Marburg-Dillenburger Amtsweg
Eine als Talweg angelegte und seit dem Hochmittelalter genutzte wichtige Verkehrsverbindung, war der âObergerichtswegâ, wie er im Gemeindegebiet Bad Endbach (ehem. âObergerichtâ des Amtes Blankenstein) und im Gebiet der Stadt Gladenbach (ehem. âUntergerichtâ) genannt wurde. Er war ein regional und auch Ăźberregional wichtiger Handels-, Amts- und Botenweg. Dieser Weg wurde noch bis ca. 1865 benutzt bis zum Bau der Vorläuferin der heutigen L 3050. Er war bis dahin die einzige durchgängige ĂźberĂśrtliche StraĂenverbindung zwischen der hessischen Verwaltung in Marburg und den nassauischen Verwaltungssitzen in Dillenburg/Herborn, auch als Marburg-Dillenburger-Amtsweg bekannt.
Die Trasse des Obergerichtswegs fĂźhrte von Marburg kommend Ăźber Ockershausen, Hermershausen, Friebertshausen, Ammenhausen, Gladenbach Ăźber Burg Blankenstein (Amtssitz des hessischen Amtes Blankenstein), sĂźdlich an Kehlnbach und nĂśrdlich an Weidenhausen vorbei bis zum âSchloogâ (Flurname). Dort war eine Zollstation am Wegdurchgang durch die Innenheege (siehe Mittelhessische Landheegen). Von da aus fĂźhrte sie weiter Ăźber die dinne Här (Fln.), Wegwaiser, Schoofponz, (nĂśrdlich von HĂźtte) bei Licht-Kochs, dann sĂźdlich hangparallel an Mudschert und Woade Ăźbers Imbaicher Fjäld, nĂśrdlich an Endbach vorbei bis kurz vor Hartenrod, durch Hartenrod Ăźber den Bergsattel (SalzbĂśdesattel) und querte hier die AuĂenheege an der Grenze (bis 1867) zwischen Hessen und Nassau. Nach Eisemroth verzweigte sich der Amtsweg. Die sĂźdliche Trasse fĂźhrte in Richtung Herborn, die nĂśrdliche nach Dillenburg.
Diesen Weg, den Marburg-Dillenburger Amtsweg, benutzte auch Arnoldus Buchelius (Humanist und Altertumsforscher) 1591, als er aus Richtung Treysa kommend nach KĂśln reiste. Er nennt die einzelnen Reisestationen (Tagesabschnitte) und erwähnt dabei u. a. Kirchhain, Marburg, Gladenbach, Dillenburg und Siegen auf seinem Weg nach KĂśln. Demnach war der Amtsweg zu dieser Zeit TeilstĂźck/Variante des bedeutenden Fernweges Brabanter StraĂe.
Zollstationen und ein Galgen
Im Verlauf des âObergerichtswegesâ gab es im heutigen Gemeindegebiet ehemals zwei Zollstationen, und zwar eine ältere beim Wegdurchlass durch die Innenheege an der Gemarkungsgenze zwischen Weidenhausen und Wommelshausen und eine beim Durchgang durch die AuĂenheege auf der Grenze zwischen Hartenrod und Eisemroth.
Die erstgenannte Zollstation war beim âSchloog vier de Lacheâ (Fln.) mit Schlagbaum und Standort eines ehemaligen Galgens, worauf der dortige Flurname âohm Halbgaljeâ (am Halbgalgen) hindeutet. Sie lag nĂśrdlich von Weidenhausen und sĂźdĂśstlich von Wommelshausen an der Innenheege. Nach der Dernbacher Fehde Mitte des 14.Jhd. hat man diesen Standort aufgegeben und ersetzt durch die Station auf dem SalzbĂśdesattel westlich von Hartenrod an der Grenze zwischen Nassau und Hessen-Darmstadt an der AuĂenheege. Sie bestand bis 1867, nachdem das Hinterland in die neue preuĂische Provinz Hessen-Nasau eingegliedert worden war.
Eine weitere Zollstation soll es alten Berichten zufolge vom 14.bis 16.Jhd. gegeben haben bei dem Durchtgang der Brabanter StraĂe durch die AuĂenheege, dortiger Flurname "ohm/beim Road" (am/beim Rad), in der Nähe der Koppe (Fln.), westlich von HĂźlshof und nĂśrdlich von Wallenfels.
Die Zollstation bei der Zollbuche im Verlauf des Westfalenweges bestand bis 1854, nachdem PreuĂen und Hessen-Darmstadt ein Zollabkommen geschlossen hatten.
Neuzeit
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Hauptartikel
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Hessisches Hinterland
Ab 1648 Bestandteil der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt
Nach der Teilung Hessens 1567 in Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt, Hessen-Rheinfels und Hessen-Marburg kam das Amt Blankenstein (Gladenbach) zu Hessen-Marburg. Als die Marburger Landgrafenlinie 1604 ausstarb, erbte Hessen-Darmstadt 1627 den sĂźdlichen Teil des Hessen-Marburger Territoriums mit GieĂen und dem Hessischen Hinterland. Nach langen innerhessischen Streitigkeiten (Hessenkrieg) verblieb das Amt Blankenstein mit seiner Provinzhauptstadt GieĂen, dem Hinterland und somit auch das Gebiet der Gemeinde Bad Endbach, nach dem Ende des DreiĂigjährigen Krieges, ab 1648 bis 1866 bei Hessen-Darmstadt.
Landratsbezirk Gladenbach
Gladenbach wurde 1821 sogar Landratsbezirk, ging aber elf Jahre später (1832) im neu gegrĂźndeten Landkreis Biedenkopf auf, auch âHinterland Kreisâ genannt. Infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem âGesetz Ăźber die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherrenâ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgĂźltig aufgehoben.cite-ref-47[47]
DarĂźber hinaus wurden in den Provinzen die Kreise und die Landratsbezirke des GroĂherzogtums am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch âRegierungsbezirkeâ ersetzt, wobei der bisherige Landkreis Biedenkopf im Regierungsbezirk Biedenkopf aufging. Bereits vier Jahre später, im Laufe der Reaktionsära, kehrte man aber zur alten Einteilung in Kreise zurĂźck.cite-ref-48[48]
Hinterland ab 1867 preuĂisch, Provinz Hessen-Nassau
Während des preuĂisch-Ăśsterreichischen Krieges 1866 stand Hessen-Darmstadt auf der Seite Ăsterreichs und musste nach dem Sieg PreuĂens den Landkreis Biedenkopf, das Hinterland, an das KĂśnigreich PreuĂen abtreten. Der Kreis Biedenkopf und mit ihm die Ortsteile der heutigen Gemeinde Bad Endbach gehĂśrten ab 1867 zusammen mit dem ehemaligen Herzogtum Nassau zur neuen preuĂischen Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden.
Das Herzogtum Nassau und das KurfĂźrstentum Hessen-Kassel hatten beide auf Seiten Ăsterreichs gestanden und wurden von PreuĂen annektiert. Aus dem KurfĂźrstentum Hessen-Kassel wurde der Regierungsbezirk Kassel.
Die Einwohner des Hinterlandes bezeichneten sich danach auch als âMuss-PreuĂenâ. Ab 1918 wurde aus dem KĂśnigreich PreuĂen der Freistaat PreuĂen.
1932 lĂśste man den Landkreis Biedenkopf auf und vereinigte ihn mit dem Dillkreis. Wegen zu groĂer Proteste aus der BevĂślkerung (mit den âNassauernâ (Dillkreis) wollte man keinesfalls vereinigt werden) wurde er aber am 1. Oktober 1933 in verkleinerter Form wiederhergestellt. Dabei gingen das Gebiet des ehemaligen Amtes Battenberg und auch die 9 sĂźdlichen Ortschaften, das Pannkucheviertel, (Bieber, Fellingshausen, Frankenbach, Hermannstein, KĂśnigsberg, Krumbach, Naunheim, Rodheim an der Bieber und Waldgirmes) wieder verloren.
Der Begriff âHinterlandâ blieb danach am Landkreis Biedenkopf hängen.
Die Provinz Hessen-Nassau wurde am 1. April 1944 geteilt in die beiden Provinzen âNassauâ und âKurhessenâ. Der Landkreis und damit die Ortsteile der Gemeinde Bad Endbach gehĂśrten danach bis 1945 zur neuen preuĂischen Provinz Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden.
Kriegsende 1945
Einnahme durch die US-Armee
Am 28. März 1945 wurde das heutige Gemeindegebiet von den Amerikanern kampflos eingenommen.
In Wommelshausen fuhr z. B. am 28. März, gegen 13:00, ein mit vier Soldaten besetzter Jeep mit aufgebautem schwerem Maschinengewehr in das Dorf ein. Das waren vermutlich AngehĂśrige des â83. US-Aufklärungsbataillons,â einer Vorhut der 3. US-Panzerdivision (Generalmajor Maurice Rose), die dem VII. US-Korps der 1. US-Armee unterstellt war. Kurz darauf kamen weitere Fahrzeuge, beschlagnahmten Häuser und besetzten das Dorf fĂźr drei Tage.cite-ref-49[49]cite-ref-50[50]
Das VII. US-Korps und mit ihm die 3. US-Panzer-Division waren vom BrĂźckenkopf Remagen aus Ăźber den Westerwald, in etwa der heutigen B 255 folgend, bereits am 27. März bis zur Dill vorgedrungen. In das Gemeindegebiet stieĂen sie von Westen her kommend nahezu gleichzeitig, fächerfĂśrmig vor, und zwar von Bischoffen nach GĂźnterod, Ăźber Eisemroth nach Hartenrod und Ăźber die Herborner Hohe StraĂe durch Tringenstein, (Wallenfels) nach Bottenhorn.
Erst gegen 11:00 Uhr hatte sich eine tags zuvor (27. März) angekommene deutsche Munitionskolonne aus Wommelshausen und HĂźlshof abgesetzt. Wegen Spritmangel blieben mehrere Fahrzeuge liegen. Auch die in HĂźlshof stationierte Bedienungsmannschaft des dort am Bicherais (Flurname) stehenden âRichtfeuersâ (Scheinwerfers) der deutschen Nachtjägerverbände und der zu ihrem Schutz dienenden Vierlingsflak am Addebehl (Flurname) floh Richtung Osten in den Wald. Die sich abgesetzten deutschen Soldaten ergaben sich alle ca. vier Stunden später zwischen Dernbach (Bad Endbach), Bottenhorn und Holzhausen (Dautphetal) im Wald auf der Haus (Flurname) den Amerikanern. Als Kriegsgefangene wurden sie danach auf amerikanischen LKW wieder durch Wommelshausen transportiert.
Weiterzug der US-Armee auf vier getrennten Routen nach Norden
Sehr frĂźh morgens am 29. März, GrĂźndonnerstag, schwenkte die tags zuvor bis zu einer Linie Dillenburg â Marburg vorgestoĂene 3. US-Panzer-Division auf vier getrennten Routen, meist auf NebenstraĂen, nach Norden in Richtung Paderborn, um den Ruhrkessel (von der Deutschen Wehrmacht so genannt) von SĂźden her schnell zu umschlieĂen.
Route eins fĂźhrte von Dillenburg Ăźber Nanzenbach, Simmersbach, Eibelshausen (dort hatte es tags zuvor noch ein Gefecht mit einem deutschen Tiger-Panzer gegeben), Fischelbach, Laasphe, Berleburg, Winterberg; Route zwei von Dillenburg Ăźber Oberscheld, Hirzenhain, Oberdieten, Breidenbach, LudwigshĂźtte, Sackpfeife, Hallenberg; Route drei von Bischoffen und Hartenrod kommend, Ăźber Wommelshausen, HĂźlshof, Bottenhorn, Eisenhausen, Hommertshausen, Buchenau, MĂźnchhausen; Route vier von Marburg aus Ăźber Wetter, Frankenberg, Bad Wildungen, Fritzlar.cite-ref-51[51]
Eine lange Militärfahrzeug-Kolonne (Panzer, Halbkettenfahrzeuge, groĂe und kleine Lkw und Jeeps) zog dabei auf der Route drei einen Tag lang durch das Gemeindegebiet von Bad Endbach (durch Wommelshausen und Bottenhorn) nach Norden.
Das neue Hessen
Nach dem Einmarsch der Amerikaner im März 1945 wurden alle bisherigen Ăźbergeordneten politischen Gliederungen aufgelĂśst. Mit der Proklamation Nr. 2 vom 19. September 1945 schuf die amerikanische Besatzungsmacht das neue Gebilde GroĂ-Hessen, aus dem 1949 das heutige Land Hessen wurde. Der Hinterland-Kreis blieb dabei in den alten Grenzen erhalten und gehĂśrte zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Der Regierungsbezirk Wiesbaden wurde 1968 aufgelĂśst und dem Regierungsbezirk Darmstadt zugeschlagen.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1974 die bisherigen Landkreise Marburg und Biedenkopf zum neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammengelegt. Damit wurden politisch die beiden Gebiete wieder vereinigt, die auch aus historischer Sicht zusammengehĂśren. Durch die Familienpolitik der hessischen Herrscherhäuser (u. a. Hessenkrieg) und infolge des DreiĂigjährigen Krieges waren sie seit 1648 (Ăźber 325 Jahre) getrennt (ehem. Ldkrs. Biedenkopf â Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und ehem. Ldkrs. Marburg â Landgrafschaft Hessen-Kassel). Auch naturräumlich sind die beiden ehemaligen Landkreise als zusammengehĂśrig anzusehen.
Im Jahr 1981 wurde der Regierungsbezirk GieĂen (Mittelhessen) neu gegrĂźndet, zu dem auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf gehĂśrt.
Kirchspiel Hartenrod
Das Kirchspiel Hartenrod umfasste ehemals alle zur heutigen Gemeinde gehĂśrigen Ortschaften.cite-ref-52[52] Es war deckungsgleich mit dem alten Verwaltungsbezirk Obergericht des Amtes Blankenstein.
Bereits im Mittelalter, vermutlich nach dem Ende der Dernbacher Fehde 1333/1336, wurde das groĂe Mutterkirchspiel Gladenbach geteilt. Nach dem Abschluss der Feindseligkeiten hatte sich die Landgrafschaft Hessen in diesem Raum endgĂźltig durchgesetzt. Die Grenzen zwischen dem hessischen Amt Blankenstein und der Grafschaft Nassau-Dillenburg wurden danach endgĂźltig festgelegt (siehe Mittelhessische Landheegen). Es entstanden zwei Kirchspiele, eines fĂźr den Gerichtsbezirk âUntergerichtâ des Amtes Blankenstein mit der Martinskirche, der alten Taufkirche des oberen SalzbĂśdetales in Gladenbach und ein neues Kirchspiel fĂźr das âObergerichtâ mit der Mutterkirche in Hartenrod.
Der erste Pfarrer, der bei seinem Tod 1367 als Pfarrer in Hartenrod genannt wird, war âPeter von Buchenauâ. Das Patronatsrecht stand den Grafen von Nassau zu.
Pfarrei Hartenrod
Zur Pfarrei Hartenrod (Kirchspiel) gehÜrten nach einer Urkunde aus dem Jahr 1460cite-ref-53[53] ehemals, neben Hartenrod, Endbach, Schlierbach und Wommelshausen mit dem Ortsteil Hßtte. Bottenhorn und Dernbach waren zu dieser Zeit vermutlich noch nach Obereisenhausen eingepfarrt; das geht aus älteren Berichten und Erzählungen hervor. Hßlshof wurde vom Kloster Altenkirchen betreut. Bis zur Reformation gehÜrte das Kirchspiel Hartenrod zum Bistum Mainz, Archidiakonat St. Stephanin Mainz.
Gßnterod, als ehemaliger Bestandteil der Grafschaft Solms, war nach Altenkirchen eingepfarrt, das zum Archidiakonat Dietkirchen/Lahn im Erzbistum Trier gehÜrte. Die bis zur Reformation selbständige und von Hartenrod getrennte Pfarrei Gßnterod wurde erst nach 1605 pfarramtlich mit Hartenrod verbunden.
Neben Gladenbach erhielt Hartenrod dadurch ßber Jahrhunderte hinweg eine zentrale, regionale Bedeutung und war damals die bedeutendste Siedlung (Vorort) im Obergericht des Amtes Blankenstein. Im Jahre 1455 wurde in Hartenrod eine neue Kirche gebaut. Warum und was mit dem Vorgängerbau geschah, ist unbekannt. Diese neue, wie auch die alte Kirche soll dem heiligen Christophorus geweiht gewesen sein.
Reformation 1526
1526 wurde die Reformation eingefĂźhrt. Zwei Jahre später bekam Hartenrod mit Johannes Faber den ersten evangelischen Pfarrer. FĂźr die wachsende Zahl der Kirchenbesucher erwies sich die Kirche im Verlaufe der Zeit (Ăźber 3 Jahrhunderte) jedoch als zu klein. Aus diesem Grund und wegen Baufälligkeit riss man dieses bedeutende Gotteshaus 1845 ab. 1858 wurde die heutige neue evangelische Kirche in Hartenrod eingeweiht. Sie ist die grĂśĂte Kirche im âDekanat Gladenbachâ, eine weiträumige, farbenfrohe Saalkirche mit Chor und hohem Westturm.
Die Toten aus dem Kirchspiel mussten ehemals auf dem Kirchhof in unmittelbarer Nähe der Hartenroder Kirche beerdigt werden. Erst nachdem den politischen Gemeinden Ende des 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts eigene FriedhĂśfe genehmigt wurden, ist diese Regelung ausgelaufen. Ungetaufte bzw. noch nicht konfirmierte Kinder wurden bis dahin auch auĂen an den Mauern der Filialkirchen/Kapellen beerdigt, und zwar auf den Traufseiten.
Alle Filialgemeinden mit Ausnahme von HĂźlshof hatten ehemals eigene Kirchen/Kapellen. Die Bauwerke in Schlierbach und Dernbach wurden durch Kriegsereignisse und/oder Armut der Gemeinden baufällig, abgebrochen und nicht wieder aufgebaut. Nur in GĂźnterod und Wommelshausen blieben die hochmittelalterlichen Kirchenbauwerke aus dem 10. bis 12. Jh. nahezu unverändert in ihrer ursprĂźnglichen Form erhalten. In den anderen Ortsteilen (auĂer HĂźlshof und Schlierbach) stehen Neubauten aus dem 19. bzw. 20. Jahrhundert, in Dernbach seit 1951.
In Wommelshausen gibt es seit 1965 zwei evangelische Kirchenbauwerke, die Ăźber 1000 Jahre alte renovierte âAlte Kircheâ (ehemalige Marienkapelle) und die âNeue Kircheâ mit ihrem eigenwilligen eifĂśrmigen Grundriss.
Konfirmandenunterricht
Der Konfirmandenunterricht wurde bis 1968 fĂźr Hartenrod, Schlierbach und Wommelshausen mit dem Ortsteil HĂźtte zentral in Hartenrod gehalten. Die Konfirmanden der Filialorte mussten daher lange Wege (ca. 2,5 bis knapp 5 km) zurĂźcklegen, was besonders im Winter beschwerlich war.cite-ref-54[54]
Die Endbacher und GĂźnteroder Konfirmanden erhielten ihren Unterricht in GĂźnterod; die Dernbacher und HĂźlshofer zusammen mit den Bottenhornern in Bottenhorn.
Aufspaltung des Kirchspiels
Bottenhorn wurde 1848 ein selbständiger Pfarrbezirk, u. a. auch des weiten Kirchenweges (ca. 4,7 km) wegen, gehÜrte aber weiterhin zum Kirchspiel Hartenrod. Hßlshof und Dernbach kamen erst 1934 pfarramtlich zu Bottenhorn. Im Jahre 1929 wurde auch Gßnterod wieder selbständig und zusammen mit Endbach zu einer Pfarrei erhoben. Danach gehÜrten zur Pfarrei Hartenrod nur noch die Orte Wommelshausen mit Hßtte, Schlierbach und Hartenrod. Gßnterod war von 1974 bis 1995 mit Bischoffen pfarramtlich verbunden, trennte sich und hat seitdem den Status einer eigenständigen Kirchengemeinde mit Pfarrer. Die Kirchengemeinden Wommelshausen und Endbach wurden 1969 zu einem eigenen Pfarrbezirk vereinigt. Beide Gemeinden haben seit 1971 den Status einer eigenständigen Kirchengemeinde.
Das Kirchspiel Hartenrod umfasst seit 1969 nur noch die Orte Hartenrod und Schlierbach.
Geschichte des Schulwesens
Erste Dorfschulen nach EinfĂźhrung der Reformation in Hessen
Auf der Homberger Synode 1526 in Homberg (Efze) wurde mit der EinfĂźhrung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen auch die Einrichtung von Dorfschulen beschlossen. Landgraf Philipp I. bestimmte 1537, dass alle Dorfkinder Katechismusunterricht erhalten sollten. Als Vorbedingung fĂźr die ab 1574 eingefĂźhrte allgemeine Konfirmation musste ein, wenn auch noch so bescheidener Schulunterricht durchgefĂźhrt werden.cite-ref-57[57] In diesem Jahr war die âHessische Agendeâ herausgegeben worden, ein Buch mit gottesdienstlichen Gebeten und Vorschriften.
Kirchspielschule Hartenrod, Schulzwang ab 1634
Bereits 1623 ist in Hartenrod Johannes Strauà (Pfarramtkandidat) als Lehrer fßr das gesamte Kirchspiel nachweisbar. 1639 folgte ihm Reinhard Paul. Den in den Pfarrorten durchzufßhrenden Unterricht hatten die Pfarramtskandidaten abzuhalten. Wer Pfarrer werden wollte, musste sich im Schuldienst bewähren.
Die ab 1627/29 vorgeschriebene Kirchen- und Schulvisitation achtete streng auf Einhaltung der landesherrlichen Vorgaben. (Die geistliche Schulaufsicht wurde erst am 27. November 1918 aufgehoben.) 1634 wurde der allgemeine Schulzwang eingefĂźhrt.
Auch Lateinunterricht muss damals schon erteilt worden sein, eine Voraussetzung fßr ein Studium. Es studierten beispielsweise an der Universität Marburg 1532 Albert von Dernbach und 1563 ein Johannes aus Hartenrod.
Dorfschulen
Da die Wegstrecke zum Vorort Hartenrod mit der gemeinsamen Kirchspielschule, besonders im Winter, fßr die Kinder zu weit und zu gefährlich waren, stellten die Gemeinden Bottenhorn und Wommelshausen eigene Lehrer ein. In Bottenhorn war dies Jakob Paul und in Wommelshausen Lorenz Hopmann, der von 1665 bis 1720 dort den Schuldienst versah. Ab Anfang des 18. Jahrhunderts stellten auch die Gemeinden Gßnterod und Endbach eigene Lehrer ein. Die Kinder aus Dernbach und Hßlshof gingen in Wommelshausen zur Schule; die Hßlshofer bis 1926, danach nach Bottenhorn. Von 1822 bis 1844 hatte Dernbach einen eigenen Lehrer. Bis zum Bau des eigenen Schulhauses 1878 wurde der Schuldienst wieder von Wommelshausen aus durchgefßhrt. Danach hatte Dernbach wieder einen eigenen Lehrer.
Die allgemeine Schulpflicht in Hessen wurde am 28. Juli 1733 von bisher 7 auf 8 Jahre festgelegt.
Schulhäuser gab es damals noch nicht. Der Unterricht fand entweder im Haus des Lehrers statt oder reihum in den anderen Häusern. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts erlieà die Regierung eine Verordnung, nach der die Gemeinden Schulhäuser zu bauen hatten. Es dauerte jedoch noch Jahre, bis alle dieser Anordnung nachkamen.
Nachdem das Hinterland (ehemaliger Kreis Biedenkopf) 1867 preuĂisch geworden war, wurde das Elementarschulwesen besonders gefĂśrdert. So fĂźhrte man u. a. 1868 den Turnunterricht ein.
Ab dem Schuljahr 1924/26 wurde die SĂźtterlinschrift eingefĂźhrt. Durch eine Anordnung der Reichsleitung vom 3. Januar 1941 musste sie durch die heutige Normalschrift ersetzt werden. Auch die gotischen Lettern (Druckbuchstaben) wurden danach verboten.
Mit dem Einmarsch der Amerikaner am Mittwoch, dem 28. März 1945 fiel der Schulunterricht bis zum 30. September aus. Unter dem Geläut der Kirchenglocken begann er wieder am 1. Oktober 1945 um 8:00 Uhr.
Fortbildungsschulen als Vorläufer der Berufsschule
1874 wurde mit dem neuen preuĂischen Volksschulgesetz eine Art weiterfĂźhrender und berufsbildender Schulen eingefĂźhrt, die Fortbildungsschulen (gedacht fĂźr Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft), die sich an die achtjährige Volksschule anschloss, und zwar vom 14. bis zum 17., max. bis zum 25. Lebensjahr (Schulpflicht!). Schulträger waren die Gemeinden, Lehrer die Ăśrtlichen Lehrer. Unterrichtet wurde: BĂźrger- und Wirtschaftskunde, Naturkunde, Rechnen, Lesen und Schreiben. Der Unterricht fand Ăźberwiegend in den Herbst- und Wintermonaten statt. In den Sommermonaten fiel der Unterricht meist aus. Die auswärts arbeitenden Maurerlehrlinge konnten nur während der Baupause im Winter teilnehmen.
Die Gemeinden Hartenrod und Wommelshausen richteten ab 1878 obligatorische Fortbildungsschulen ein, Gßnterod folgte 1899, auch in Bottenhorn entstand eine solche Schule. Das waren die Vorläufer der späteren Berufsschulen. Am 1. April 1934 fasste der Landkreis alle bisherigen Ürtlichen Fortbildungsschulen zu einer Kreis-Berufsschule in Biedenkopf zusammen.
Heutige Schulen
Als Folge der hessischen Schulreform sollten ab 1960 die Ăśrtlichen Volksschulen zugunsten von Mittelpunktschulen aufgelĂśst werden. Eine neue Mittelpunktschule in Hartenrod nahm am 18. April 1966 den Unterricht auf. Sie ist eine Grund-, Haupt- und Realschule mit FĂśrderstufe.cite-ref-58[58]
Die Grundschulen in Wommelshausen, Dernbach und GĂźnterod lĂśste man nach und nach auf. Beibehalten wurden Grundschulen in Bad Endbach (Berglandschule) und Bottenhorn (Grundschule am Lindebaum).
Heute gehen leider nicht alle SchĂźler aus der Gemeinde Bad Endbach in die Mittelpunkt-Schule in Hartenrod. Die Ortsteile Dernbach, GĂźnterod und Wommelshausen mĂźssen ihre Kinder in die Schule im benachbarten Weidenhausen schicken. Damit geht fĂźr diese SchĂźler ein StĂźck Bindung an ihre Heimatgemeinden verloren.
In den fĂźnf grĂśĂeren Ortsteilen Bad Endbach, Bottenhorn, GĂźnterod, Hartenrod und Wommelshausen sind Kindergärten vorhanden.
Gemeinde Bad Endbach
Die heutige Gemeinde
Gemeinsame Geschichte seit Ăźber 675 Jahren
Bad Endbach ist entstanden aus der freiwilligen Zusammenlegung und Eingemeindung aller acht Ortsteile, die ehemals zum deckungsgleichen Gebiet des Verwaltungsbezirks âObergerichtâ des Amtes Blankenstein und dem ehemaligen Kirchspiel Hartenrod gehĂśrten. Das Amt Blankenstein und das Kirchspiel Hartenrod entstanden nach dem Ende der Dernbacher Fehde 1336. Mit Ausnahme von GĂźnterod liegen alle Ortsteile innerhalb der Mittelhessische Landheegen (Innenheege = Ostgrenze und AuĂenheege = Westgrenze). GĂźnterod kam erst 1443 zum Verwaltungsbezirk Obergericht des ehemaligen Amtes Blankenstein.
Diese Ăźber Jahrhunderte hinweg gewachsene politische und kirchliche Struktur ist trotz Gebietsreform bis heute als Einheit erhalten geblieben. Die GroĂgemeinde Bad Endbach kann daher auf eine Ăźber 675 Jahre gemeinsame Geschichte zurĂźckblicken.
Gemeinde Endbach, Fusionen 1971 und 1972
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Februar 1971 die beiden, damals noch selbstständigen Gemeinden Endbach und Wommelshausen freiwillig zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen âEndbachâ.cite-ref-59[59] Damit kam auch der Ortsteil HĂźtte unter eine einheitliche Verwaltung. Bis dahin gehĂśrte dessen Ăśstlicher, älterer und grĂśĂerer Teil mit den beiden MĂźhlen (Plocke-MĂźhle und HĂźttner-MĂźhle) zu Wommelshausen und der westliche, neuere Ortsteil zu Endbach.
Seit 11. Oktober 1973 âBad Endbachâ
GroĂgemeinde Bad Endbach ab 1. Juli 1974
Bereits am 31. Dezember 1971 war die Gemeinde Schlierbach in die Gemeinde Hartenrod eingegliedert worden. Im weiteren Verlauf der Gebietsreform wurden zum 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz die Gemeinden Bad Endbach, Bottenhor, Dernbach, Hartenrod und HĂźlshof zur erweiterten GroĂgemeinde mit dem Namen âBad Endbachâ zusammengeschlossen.cite-ref-61[61]cite-ref-gemeindeverzeichnis1970bis1982-60-2[60] FĂźr alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Bad Endbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.cite-ref-hs-62-0[62]
Zwei Bad-Prädikate ab 31. Mai 2017
Zusätzlich zum bereits erhaltenen Prädikat Kneipp-Heilbad Ăźbergab der hessische Wirtschaftsminister am 31. Mai 2017 die Ernennungsurkunde zum âHeilbadâ.cite-ref-63[63] Damit ist Bad Endbach das 20. Heilbad in Hessen und neben Bad WilhelmshĂśhe die zweite hessische Kommune mit zwei Bad-Prädikaten.
Gemeindegliederung
Das Gemeindegebiet von Bad Endbach ist in folgende acht Ortsteile gegliedert.
| Ortsteil | Beschreibung |
|---|---|
| Bottenhorn | ca. 1150 Einwohner, Erstmals erwähnt im Jahre 1253. Historische Namensformen: 1253 Budehorn, 1304 Botinhorne, 1324 Buttinhorn, 1491 Bettehorn, 1502 Bottenhorn. Bottenhorn ist die älteste Siedlung in diesem Gebiet [ 64 ] und verfßgt ßber den ältesten schriftlichen Nachweis innerhalb der Gemeinde. |
| Dernbach | ca. 300 Einwohner. Historische Namensformen: 1363 Therinbach, [ 65 ] 1398 Derenbach, 1411 Dernbach. Von 1350 bis 1748 war Dernbach Sitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes âvon und zu Dernbachâ in der Burg Neu-Dernbach . [ 66 ] |
| Endbach | ca. 2300 Einwohner, namensgebender Hauptort. Erstmals erwähnt im Jahre 1261. Historische Namensformen: 1261 Endebach, 1577 Ennebach |
| GĂźnterod | ca. 1000 Einwohner, Historische Namensformen: 1294 Gunterode, 1343/47 GĂźnterrode, 1416 GĂźnterade, 1479 Gonterodde, 1502 Gunteroide, 1564 GĂźnterode |
| Hartenrod | ca. 2350 Einwohnern, grĂśĂter Ortsteil. Erstmals erwähnt im Jahre 1311 [ 67 ] . Historische Namensformen: 1311 Harprehtzrode, 1364 Harterode, 1380 Harprachterode, 1397 Hartenrade, 15. Jahrhundert Hirtprachterode, 1466 Hartenrode, 1502 Harteroide, 1630 Hartenroda. Hartenrod hat seit 1684 Marktrecht (vier Märkte pro Jahr). |
| Hßlshof | ca. 20 Einwohner, die auf vier HÜfen leben, kleinster und hÜchstgelegener Ortsteil (495 m), auch im Landkreis. Erstmals erwähnt im Jahr 1284. Historische Namensformen: 1284 Hulsbach, 1304 Halespecher marca, 1304 Hulisbach, 1344 Hultzpach, 1354 Hulzbach, 1397 Holspach, 1630 Hulà Hoff. Hßlshof gehÜrte bis 1463 zum Besitz des Klosters Altenberg , danach dem Deutschen Ritterorden und seit 1542 der Landgrafschaft Hessen. |
| Schlierbach | ca. 400 Einwohner. Erstmals erwähnt im Jahre 1318 als Slirbach (Slir-Lehm). Der gleichnamige Bach durchflieĂt das Dorf. Historische Namensformen: 1318 Slirbach, 1359 Sclirbach, 1448 Slierbach, 1630 Schlirbach. |
| Wommelshausen mit Ortsteil Hßtte | ca. 850 Einwohner. Ersterwähnung 1336 als Doppelort Womoldishusin superior et inferior (Das Dorf Ober- und Nieder-Wommelshausen). Historische Namensformen: 1340 Womulshusen, ungenaue Datierung Wommeldishoffen, 1400 Waneboltshusen, 1536 Wumolzhusen, 1707 Womelshausen. Bereits 1268 wurden Umbauten an der romanischen Kapelle ( Alte Kirche Wommelshausen ) vorgenommen. Demnach bestand das Dorf schon zu dieser Zeit. Zu Wommelshausen gehÜrt der Ortsteil Hßtte . Ehemals Gemarkung Wommelshausen, heute zu 80 Prozent Gemarkung Endbach. Hßtte ist nicht identisch mit der untergegangenen Ortschaft Nieder-Wommelshausen . Entstanden ist der Ortsteil aus einem spätmittelalterlichen Hßttenwerk / Waldschmiede , genannt 1496, 1499 [ 68 ] . Historische Namensformen: 1570 uf der Hutten, 1703 die Hßtte. |
BevĂślkerung
Einwohnerentwicklung
Politik
Gemeindevertretung
Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,cite-ref-73[73] in Vergleich gesetzt zu frßheren Kommunalwahlen:cite-ref-74[74]cite-ref-75[75]cite-ref-76[76]
| | Parteien und Wählergemeinschaften | Parteien und Wählergemeinschaften | 2021 | 2021 | 2016 | 2016 | 2011 | 2011 | 2006 | 2006 | 2001 | 2001 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Parteien und Wählergemeinschaften | Parteien und Wählergemeinschaften | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze |
| | SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 43,7 | 10 | 42,6 | 10 | 37,8 | 9 | 35,5 | 11 | 35,0 | 11 |
| | CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 34,8 | 8 | 36,3 | 8 | 40,1 | 10 | 36,0 | 11 | 30,6 | 9 |
| | FWG | Freie Wählergemeinschaft | 21,5 | 5 | 21,1 | 5 | 18,3 | 5 | 22,5 | 7 | 23,3 | 7 |
| | UBL | Unabhängige BĂźrgerliste Bad Endbach | â | â | â | â | 3,8 | 1 | 6,0 | 2 | 5,5 | 2 |
| | FDP | Freie Demokratische Partei | â | â | â | â | â | â | â | â | 5,5 | 2 |
| | Gesamt | Gesamt | 100,0 | 23 | 100,0 | 23 | 100,0 | 23 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 |
| | UngĂźltige Stimmen in % | UngĂźltige Stimmen in % | 2,9 | â | 4,7 | â | 4,5 | â | 4,8 | â | 3,1 | â |
| | Wahlbeteiligung in % | Wahlbeteiligung in % | 42,6 | 42,6 | 40,5 | 40,5 | 39,1 | 39,1 | 36,6 | 36,6 | 44,8 | 44,8 |
BĂźrgermeister
BĂźrgermeisterwahl 2023
in Prozent
%
60
50
40
30
20
10
0
49,70
50,30
Schweit-
zer
(
SPD
)
Weber
(
CDU
)
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bßrgermeister fßr eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Bad Endbach neben dem Bßrgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehÜren.cite-ref-77[77] Bßrgermeisterin ist seit dem 8. Januar 2024 Erika Weber (CDU).cite-ref-ew-78-0[78] Sie setzte sich am 8. Oktober 2023 gegen Amtsinhaber Julian Schweitzer (SPD), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 63,63 Prozent Wahlbeteiligung knapp mit 50,30 Prozent der Stimmen durch.cite-ref-js-79-0[79]cite-ref-80[80]
Amtszeiten der BĂźrgermeistercite-ref-81[81]
⢠2024â2030 Erika Weber (CDU)cite-ref-ew-78-1[78]
⢠2018â2024 Julian Schweitzer (SPD)cite-ref-js-79-1[79]
⢠2006â2018 Markus Schäfer (CDU)
⢠1994â2006 Jochen Becker
Ortsbezirke
Gemeinde Bad Endbach
Folgende Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach MaĂgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gĂźltigen Fassung, gibt es im Gemeindegebiet:cite-ref-hs-62-1[62] Bad Endbach, Bottenhorn, Dernbach, GĂźnterod, Hartenrod, HĂźlshof, Schlierbach und Wommelshausen. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin.
Ortsbeirat Bad Endbach
Der Ortsbeirat Bad Endbach besteht aus fĂźnf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 37,22 %. Alle Kandidaten gehĂśrten der âGemeinschaftsliste Bad Endbachâ an.cite-ref-82[82] Der Ortsbeirat wählte Birgit Rink zur Ortsvorsteherin.cite-ref-83[83]
Wappen
Am 3. November 1988 genehmigte der Hessische Minister des Innern das Wappen mit folgender Beschreibung:
Flagge
Am 3. November 1988 genehmigte der Hessische Minister des Innern die Flagge mit folgender Beschreibung:
âDie Flagge der Gemeinde Bad Endbach zeigt auf der von Gold und GrĂźn längsgeteilten Flaggenbahn in der oberen Hälfte das Gemeindewappen.â
Eine amtliche Hissflagge fĂźhrt die Gemeinde nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine gold-grĂźne Flaggenbahn, belegt mit dem Gemeindewappen, verwendet.
Gemeindepartnerschaften
Bad Endbach unterhält mit folgender Gemeinde eine Gemeindepartnerschaft:
⢠Niederlande Ambt Montfort, Provinz Limburg, Niederlande (seit 1988)
Wirtschaft und Infrastruktur
Flächennutzung
| Nutzungsart | Nutzungsart | 2011 | 2015 |
|---|---|---|---|
| Gebäude- und Freifläche | Gebäude- und Freifläche | 264 | 265 |
| davon | Wohnen | 164 | 165 |
| | Gewerbe | 14 | 14 |
| Betriebsfläche | Betriebsfläche | 21 | 23 |
| davon | Abbauland | 12 | 12 |
| Erholungsfläche | Erholungsfläche | 25 | 26 |
| davon | GrĂźnanlage | 10 | 11 |
| Verkehrsfläche | Verkehrsfläche | 336 | 336 |
| Landwirtschaftsfläche | Landwirtschaftsfläche | 1585 | 1581 |
| davon | Moor | 0 | 0 |
| | Heide | 0 | 0 |
| Waldfläche | Waldfläche | 1702 | 1702 |
| Wasserfläche | Wasserfläche | 28 | 28 |
| Sonstige Nutzung | Sonstige Nutzung | 28 | 28 |
Windpark
Im Gemeindegebiet wurde der Windpark Hilsberg (5 Windkraftanlagen, Leistung 15 Megawatt) errichtet, welcher sich vollständig in kommunalem Besitz befindet. Mit diesem verfolgt die Gemeinde auch das Ziel bis zum Jahr 2020 mindestens 20 % des Stromes aus erneuerbaren Energien zu gewinnen und die Energieeffizienz um 20 % zu erhĂśhen.cite-ref-86[86] Das erste Betriebsjahr des Windparks leistete einen wesentlichen Beitrag dazu, dass sich Bad Endbach âKlimaschutzgemeindeâ nennen darf.cite-ref-87[87]
Entwicklung des Kurbetriebs
Beginn des Kurbetriebs 1947
1947 legte die DRK-Schwester Elfriede GeiĂler mit dem Bau des Erholungsheimes âDennochâ in Endbach den Grundstein fĂźr eine Kuranstalt. Während einer ärztlichen Behandlung in GieĂen lernte sie dort den Leiter der Orthopädischen Klinik â Hans Storck â kennen. Mit seiner Hilfe richtete sie eine Kneipp-Badeabteilung in ihrem Endbacher Heim ein. Vor Fertigstellung der entsprechenden Räume wurden erste Behandlungen in der WaschkĂźche von Frau Emilie Schmidt durchgefĂźhrt. Als Behandlungsgerät diente eine ganz gewĂśhnliche GieĂkanne.
Ab 1950 begann Hans Storck zusammen mit seiner Assistentin, Frau Nebel, mit seiner medikamentenfreien, vornehmlich physikalisch-diätischen Therapie, Patienten in Endbach ärztlich zu behandeln. Das war der eigentliche Beginn des Kneipp-Heilbades.
1950 konstituierte sich in Endbach, unter der FĂźhrung von BĂźrgermeister Theodor Becker, ein Kneipp- und Verkehrsverein. Die Gemeindeväter der Nachbargemeinden Bottenhorn, Hartenrod und Wommelshausen beobachteten diese Entwicklung zunächst mit Skepsis, dann mit wachsendem Interesse. Ab 1953 bildeten sich auch in diesen Nachbarorten Verkehrs- und VerschĂśnerungsvereine mit dem Ziel, am sich abzeichnenden Fremdenverkehr, der âWeiĂen Industrieâ, teilzuhaben. Von der Landesregierung wurden sie dabei tatkräftig unterstĂźtzt.
Drei damals noch selbständige Ortschaften konnten jeweils das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort erlangen, und zwar: Hartenrod am 4. Dezember 1962, Wommelshausen am 20. Dezember 1962 und Bottenhorn 1964.
Kneipp-Heilbad seit 2. Dezember 1970
Die Gemeinde Endbach beschritt einen anderen Weg. Sie strebte konsequent das Ziel Kneipp-Kurort an, was ihr bereits 1955 gelang, und erhielt am 2. Dezember 1970 die Anerkennungsurkunde zum Prädikat âKneipp-Heilbadâ.
Der Kurbetrieb in Endbach selbst und der Fremdenverkehr in den drei staatlich anerkannten Erholungsorten (Bottenhorn, Hartenrod und Wommelshausen) entwickelte in den 1950er Jahren und anfangs der 1960er stets aufwärts und sehr zufriedenstellend. In manchem alten landwirtschaftlichen Nebengebäude richtete man Fremdenzimmer ein oder wurden zu Pensionen umgebaut. Auch neue Pensionen entstanden. So stieg etwa die Zahl der Ăbernachtungen alleine in Wommelshausen von 5300 im Jahre 1960 auf 13.080 im Jahre 1964.
Bad Endbach seit 11. Oktober 1973
Rßckläufiger Fremdenverkehr
Die Zahl der Feriengäste in den drei Erholungsorten ging danach kontinuierlich zurĂźck. Endbach blieb zunächst davon verschont. GrĂźnde waren Ăźberregionale EinflĂźsse, zunehmender Fernreiseverkehr, gestiegene AnsprĂźche der Gäste an Wohnkomfort (WC und Duschen in den Zimmern), unattraktive Freizeitangebote, mangelhafte Anpassung der Gaststätten an die WĂźnsche der Feriengäste sowie nachlassende Investitionsbereitschaft der Vermieter. Die Feriengäste wollten ihre seit 1963 verbrieften 18 Tage Mindesturlaub nicht mehr in umgebauten Scheunen und Kuhställen verbringen, wie sie es drastisch ausdrĂźckten. Ăsterreich und vor allem das Traumziel Italien lockten und hatten mehr zu bieten. Trotz intensiver BemĂźhungen lieĂ sich der Trend nicht mehr umkehren.
Die Ăbernachtungszahlen im Hauptort, in Bad Endbach (zwei Hotels, mehrere Pensionen und Ferienwohnungen), haben sich inzwischen auf einem Niveau zwischen 58.000 und 60.000 pro Jahr eingependelt.
Mineralwasserbohrungen 1890 im SalzbĂśdetal
Johannes Becker aus Mornshausen (Gladenbach) lieĂ im Jahre 1890 im Tal der SalzbĂśde nordwestlich der MappesmĂźhle eine 150 Meter tiefe Bohrung niederbringen und wenige Jahre später nordwestlich der GĂśtzenmĂźhle eine weitere. Beide Bohrungen erbrachten ein âNatrium-Chlorid-Heilwasserâ, eine gute Voraussetzung fĂźr einen Badebetrieb. Es folgten jahrelange Diskussionen um den Ausbau, die schlieĂlich ohne Ergebnis Mitte der 1920ercite-ref-88[88] Jahre endeten (siehe auch SalzbĂśde#Mineralwasserbrunnen).
ThermalwassererschlieĂung 2002 und Thermalbad 2009
Mitte der 1980er und Anfang der 1990er Jahre gab es in Bad Endbach konkrete Ăberlegungen, zur Festigung und Hebung des Kurbetriebes eine Bohrung auf Thermalwasser niederzubringen. Die geologischen Voraussetzungen dafĂźr sind grundsätzlich gegeben. Die vom November 2001 bis 17. April 2002 mit UnterstĂźtzung des Landes Hessen und des Kreises Marburg-Biedenkopf durchgefĂźhrte Tiefbohrung (Endteufe 975 m) im SalzbĂśdetal westlich von Bad Endbach erbrachte sowohl hinsichtlich der Temperatur (33 °C) als auch bezĂźglich der Inhaltsstoffe (hochsalinar) den gewĂźnschten Erfolg. Es wurde ein hochwertiges Thermalwasser erschlossen; die gefĂśrderte Wassermenge ist leider nicht so groĂ wie erhofft, reicht aber aus, um das Bad-Becken zu fĂźllen und Verluste auszugleichen.
Aufgrund eines detaillierten Nutzungskonzeptes wurde die Planung fĂźr einen Neubau erstellt, der die bisherigen Badeanlagen ersetzen sollte. Das neue Thermalbad, die âLahn-Dill-Bergland-Thermeâ konnte im Oktober 2009 eingeweiht werden.
Kultur und SehenswĂźrdigkeiten
Dialekt und Tracht
Dialekt
â
Hauptartikel
:
Hinterländer Platt
Im Gemeindegebiet wird âHinterländer Platâcite-ref-89[89]cite-ref-90[90] in der Variante des Blankensteiner Obergerichtes gesprochen, jedoch mit abnehmender Tendenz. Die Ortsdialekte werden meist nur noch von älteren Einwohnern gesprochen und nicht mehr ausreichend weitergegeben; sie verändern sich auch im Umkreis von Mittelpunktschulen zu einem neuen Mischdialekt.
Die Kinder aus Dernbach und HĂźlshof gingen Ăźber Generationen hinweg in Wommelshausen zur Schule. Aufgrund dieses Ăźber viele Jahrzehnte dauernden gemeinsamen Schulunterrichtes entwickelte sich in HĂźlshof, Dernbach und Wommelshausen ein nahezu identischer Dialekt.
Hinterländer Tracht
â
Hauptartikel
:
Hinterländer Trachten
Die ehemals im Kirchspiel Hartenrod, im Blankensteiner Obergericht, von den Frauen einheitlich getragene sehr alte, eigentĂźmliche schwarze âDell-Mutsche-Trachtâ (siehe Wommelshausen #Trachtenbilder), mit der Dell-Mutsche als Kopfbedeckung ist mit der letzten Trägerin Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Die Dell-Mutsche war eine Variante innerhalb der gemeinsamen Trachtenlandschaftcite-ref-91[91] des ehemaligen Amtes Blankenstein.
Christliche Gemeinden
| Gemeinde | Ortsteile |
|---|---|
| Evangelische Kirche | Bad Endbach/Bottenhorn/GĂźnterod/Hartenrod/Wommelshausen |
| Freie evangelische Gemeinde | Bad Endbach/GĂźnterod/Hartenrod-Schlierbach/Wommelshausen |
| Katholische Kirche | Hartenrod |
| Evangelische Gemeinschaft e. V. und EC-Jugendarbeit | Hartenrod |
| Christliche Versammlung (âFreier BrĂźderkreisâ) | Bad Endbach/GĂźnterod |
| Christliche Versammlung (âgeschlossene BrĂźderâ) | Dernbach/GĂźnterod |
| Plymouth Brethren IV ( Raven-BrĂźder ) | Bad Endbach |
Museen
⢠Kunst- und Kulturhaus âAlte Schuleâ:
Das Kunst- und Kulturhaus âAlte Schuleâ wurde 1998 offiziell erĂśffnet und ist in drei Bereiche gegliedert: das Kneipp-Museum, den Raum fĂźr Wechselausstellungen und Veranstaltungen und die Galerie der KĂźnstlerin Brigitte Koischwitz.
Das Kneipp-Museum befindet sich im 1. Stock des Hauses und kostet keinen Eintritt. Die Ausstellung hat ihren Schwerpunkt in der Geschichte des Ortes nach 1947. Im Zentrum steht die Darstellung des Umbruchs und des sichtbaren Wandels ab den frĂźhen 1950er Jahren bis in die 1970er Jahre, als sich aus dem armen Hinterländer âKuhdorfâ langsam ein Kurdorf entwickelte.cite-ref-92[92]
⢠Rheumatikum:
Im Foyer des Rheumazentrums Mittelhessen ist seit 2008 eine Dauerausstellung Ăźber die Volkskrankheit Rheuma und ihre Therapien zu sehen.cite-ref-93[93]
⢠Heimatmuseum Wommelshausen:
Das Heimatmuseum ist im ehemaligen Rathaus/Backhaus im Ortsteil Wommelshausen untergebracht und kostet keinen Eintritt. Einblicke in die bäuerliche Lebenswelt geben die Kßche sowie eine Wohn- und eine Schlafstube. Einige Trachtengruppen und diverse Trachtenteile dokumentieren die verschiedenen Ausfßhrungen der Evangelischen Marburger und der Hinterländer Tracht. Ein Bilderraum ist ausgestattet mit verschiedenen sakralen Gegenständen aus der alten Kirche, Bildern von Trachten aus der Region und einigen kleinen Sammlungen. Die Dorfgeschichte wird anhand von Fotos, alten Katastern und Rechnungsbßchern dargestellt. An dÜrfliches Handwerk wird in einer Schusterwerkstatt erinnert. Im Backhaus befinden sich neben diversem BackzubehÜr land- und forstwirtschaftliche Geräte sowie die unterschiedlichsten Werkzeuge.
⢠Naturkunderaum im Bßrgertreff Wommelshausen-Hßtte
Musik
Neben dem weit bekannten Musikverein Bad Endbach e. V. âHinterländer Blasmusikâ gibt es im Gemeindegebiet zahlreiche Kirchen- und GemeindechĂśre u. a. den Gesangverein 1875 Hartenrod e. V., den Männergesangverein âEintrachtâ 1878 GĂźnterod, den Männergesangverein 1884 und gemischten Chor Bottenhorn e. V., den Männergesangverein âLiederkranzâ Wommelshausen 1907 e. V. (aufgelĂśst), das Jugend Harmonika Orchester Hartenrod e. V. und den CVJM Posaunenchor Wommelshausen.
Bauwerke
Alte Kirche Wommelshausen
â
Hauptartikel
:
Alte Kirche Wommelshausen
Im Ortsteil Wommelshausen steht mit der alten Ev. Kirche am sßdÜstlichen Dorfeingang ein baugeschichtlich bemerkenswertes Bauwerk.cite-ref-dehio986-94-0[94] Die ßber 1100 Jahre alte frßhmittelalterliche Kapelle ist romanischen Ursprungs und wurde im 13. Jahrhundert frßhgotisch renoviert. Sie gilt als ein kulturhistorisch bedeutendes sakrales Bauwerk, da es nahezu unverändert in seiner epochetypischen Schlichtheit bis heute erhalten geblieben ist.
Das rechteckige Gebäude hat ein GrundmaĂ von ca. 13,00 Ă 9,30 m bei einer mittleren TraufhĂśhe von 6,00 m und ist mit einem 45° Satteldach von 5,00 m FirsthĂśhe gedeckt. Das Dach Ăźberragt ein 10,00 m hoher schlanker achteckiger Dachreiter mit gotischem Spitzhelm.cite-ref-95[95] Ein ursprĂźnglich vorhandener, quer eingezogener 6,10 m Ă 3,50 m groĂer, Chor wurde 1720 abgebrochen.
Das Bauwerk, als Kirche eines kleinen Dorfes in einem rein ländlichen Umfeld, ist auffällig groĂzĂźgig bemessen. Hatte sie zur Zeit ihrer Entstehung eine uns heute unbekannte besondere Funktion, Aufgabe? Einer Sage nach soll sie ehemals eine Wallfahrtskapelle gewesen sein, wegen einer wundertätigen Quelle, die unter dem Chor hervortrat.
Der Grundriss der Kirche mit dem ausgegrabenen und nachgewiesenen ehemaligen Chor fĂźgt sich ganz in das Bild der schlichten Kirchen aus karolingischer Zeit, wie es sich bei einfachen Dorfkirchen noch bis ins 11. Jahrhundert gehalten hat. Es ist mĂśglich, dass das Bauwerk unter dem Einfluss der Wormser BauhĂźtte entstanden ist, da es Ăhnlichkeit mit der â allerdings grĂśĂeren und im Kern viel älteren Magnuskirche (Worms) aufweist. In der Region hatte das Hochstift Worms (Bistum Worms) einst viele Rechte und umfangreichen Besitz. Die Wommelshäuser Kapelle hat auĂerdem groĂe Ăhnlichkeit mit der im Kern romanischen, etwas grĂśĂeren, 1271 erwähnten Ev. Margarethenkirche (Krofdorf), die im Mittelalter gotisch umgebaut wurde.
Der BaukĂśrper besteht aus verputztem doppelschaligem Bruchsteinmauerwerk aus Grauwacke (keine behauenen Werksteine, keine Eckquaderung) in reichlicher MĂśrtelbettung. Zumindest die SĂźd- und Ostseite sowie das untere Mauerwerk der West- und Nordseite befinden sich noch im originalen Zustand der Erbauungszeit. Die SĂźdseite hat zwei schmale hochgelegene kleine Fenster, die innen RundbĂśgen und auĂen ungewĂśhnlich gedrungene SpitzbĂśgen aufweisen, was als Zeichen eines Umbaues gilt. In der Westwand befindet sich ein weiteres Fenster, das ebenso wie das einst sehr kleine Fenster in der Nordwand bei frĂźheren Renovierungen vergrĂśĂert wurde. Die ehemalige Priesterpforte befindet sich im vorderen Teil der SĂźdwand und ist eindeutig romanisch. Sie war vermauert und wurde bei der Renovierung wieder geĂśffnet. Heute ist sie der Zugang zur Kapelle. Der Haupteingang, ehemals Laieneingang, liegt auf der Nordseite, unterhalb des später nochmals vergrĂśĂerten rechteckigen Fensters. Im Verlauf der umfangreichen Renovierung 1720 bis 1726 wurde der Chor abgebrochen und dessen Ăffnung zum Innenraum zugemauert. Eine Schlaguhr von 1726, die bis zur Aufgabe als Gottesdienstraum ihren Dienst versah, steht heute funktionsfähig im Heimatmuseum Wommelshausen.cite-ref-96[96]
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist EigentĂźmer der Alten Kapelle. Er hat der Kirchengemeinde Wommelshausen die Nutzung fĂźr gottesdienstliche und kulturelle Zwecke Ăźbertragen.cite-ref-97[97]
Ev. Kirche in GĂźnterod, ehemals St. Peter
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Hauptartikel
:
Evangelische Kirche (GĂźnterod)
Das Bauwerk ist eine Chorturmkirche mit gleich hohem Gemeindesaal. Der Chorturm ist das älteste Bauteil, vermutlich bereits im 12./13. Jahrhundert entstanden. Das sehr dicke Mauerwerk des Chorturms deutet auf seine ehemalige Funktion als Wehrturm (Turmburg, Motte) hin. Das mittelalterliche Schiff wurde später angehängt, wie bei der Kirche in Niederweidbach. Chorturmskirchen waren im Mittelalter der vorherrschende Bautyp im Lahn-Dill-Gebiet. Das Untergeschoss des Chorturms dient als Altarraum, im niedrigen Spitzhelmdach hängen zwei Glocken aus den Jahren 1452 und 1453. Das mittelalterliche Schiff mit Pseudomansarddach wurde mehrfach um- und ausgebaut. Der gesamte BaukĂśrper besteht aus unregelmäĂigem Bruchsteinmauerwerk (Grauwacke). Aus dem Jahre 1662 stammt die Kanzel; die Emporen wurden 1664, 1680, 1731 und 1804â1809 eingebaut, erweitert bzw. 1954â1956 umgebaut. Die kunsthistorisch bedeutsamen BrĂźstungsmalereien entstanden 1809.cite-ref-dehio986-94-1[94]
Viadukte und Tunnel der ehemaligen Aar-SalzbĂśde-Bahn
Die Aar-SalzbĂśde-Bahn fĂźhrt Ăźber drei Viadukte bei Wommelshausen-HĂźtte, Endbach und in Hartenrod sowie durch einen Tunnel zwischen Hartenrod und Eisemroth.
Der sogenannte SalzbĂśdeviadukt bei Endbach (km 16,9) hat neun BĂśgen, ist 165 Meter lang und 15 Meter hoch. Der Viadukt ist heute ein Wahrzeichen von Bad Endbach und wird nachts angestrahlt.
In gleicher Bauweise entstand der ca. 150 Meter lange und 13 Meter hohe Viadukt Ăźber das Schlierbachtal in Hartenrod (km 20,1). Er hat ebenfalls neun BĂśgen.
Der Viadukt bei Wommelshausen-HĂźtte (km 16,5) ist etwa 25 Meter lang, 11 Meter hoch und hat drei BĂśgen.
Der stark gekrĂźmmte Tunnel unterhalb der Wasserscheide SalzbĂśde/Aar bzw. Lahn/Dill zwischen Hartenrod und Eisemroth (km 21,6 bis 22,3) ist 700 Meter lang.cite-ref-98[98]
Funkturm mit Aussichtsplattform
Seit März 2014 steht ein Funkturm auf dem 425 m hohen Berg âWadeâ (Fln.) auf der Gemarkungsgrenze zwischen Endbach und Wommelshausen, der von seiner Plattform aus einen guten Blick auf Bad Endbach und weit ins Umland ermĂśglicht.cite-ref-99[99]
Siehe auch
Parks
⢠Kneipp-Kurpark:
Der Bad Endbacher Kneipp-Kurpark erstreckt sich vom Gesundheitszentrum im Westen entlang des Grundwegs und der SalzbĂśde bis zum BĂźrgerhaus im Osten. Hier befinden sich eine Teichanlage, ein 550 Meter langer BarfuĂpfad, ein modernes Kneipp-Tretbecken, ein Kräutergarten, eine Rollschuhbahn und ein Spielplatz.
⢠Kurpark Hintermßhle:
Bei Wommelshausen am Waldrand im Dernbach Tal bietet der Kurpark HintermĂźhle mit einem weiteren Kneipp-Tretbecken Gelegenheit, die Wirkung des klaren Bachwassers zu erforschen.
Waldfriedhof
Im Ortsteil Wommelshausen gibt es seit 2012 unmittelbar neben dem neuen Friedhof einen Waldfriedhof (Bestattungswald) fĂźr Urnenbestattungen. Er wurde angelegt auf dem inzwischen mit Bäumen bewachsenen, 1926 geschlossenen ältesten Teil des âAlten Friedhofsâ, in dessen nordwestlicher Ecke, direkt gegenĂźber dem Gefallenenehrenmal (Kriegerdenkmal).
Naturdenkmäler
⢠Heul-Eiche
Auf einem 425 Meter hohen Bergsattel im Naturraum Zollbuche steht eine ca. 350 bis 400 Jahre alte Eiche. Sie hat eine HÜhe von 25 Metern und einen Kronendurchmesser von ca. 24 Metern. Der Stammumfang beträgt 4,25 Meter (in 1 m HÜhe gemessen).cite-ref-100[100] Ihr Standort ca. 10 Meter hinter der Gemeindegrenze von Bad Endbach (Gemarkung Wommelshausen) auf dem Gemeindegebiet Gladenbach (Gemarkung Weidenhausen (Gladenbach)) weist sie als ehemaligen Grenzbaum aus. Der markante Baum auf dem Bergsattel galt als traditioneller Abschiedsbaum.
Die Eiche steht am ehemals bedeutenden Fernweg (Westfalenweg) und dem alten, bis 1854 einzigen direkten zollfreien Weg aus dem Hessischen Hinterland zur ehemaligen Provinzhauptstadt GieĂen. Er verband das bis 1866 hessen-darmstädtische Hinterland auf kĂźrzestem Weg mit seiner Provinzhauptstadt GieĂen, den sĂźdlich gelegenen Landesteilen und der Landeshauptstadt Darmstadt. Auf der alten Trasse verläuft heute weitgehend die L3047 (Zollbuche â GieĂen).
Bis zu diesem Baum wurden ehemals und noch bis zum Bau der Aar-SalzbĂśde-Eisenbahn Dienstboten, Knechte, Mägde, Wanderarbeiter (Mäher, Schnitterinnen und Drescher) und mit Strickwaren handelnde Wanderhändler (âStrumpfmännerâ) auf dem Weg zu ihren in den sĂźdlichen Landesteilen liegenden Dienststellen/Arbeitsstellen/Kunden in den Städten, in die Wetterau und die in die einstigen hessen-darmstädtischen Garnisonen einberufenen Soldaten von ihren AngehĂśrigen und Freunden begleitet und verabschiedet, und das meist sehr tränenreich. Daher erhielt sie den in der gesamten Umgebung bekannten Namen âHeul-Eicheâ.cite-ref-101[101]
Während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges war die Heul-Eiche wiederum Abschiedsbaum, diesmal in umgekehrter Richtung. Fßr die einberufenen Soldaten aus Oberweidbach war der Bahnhof in Wommelshausen-Hßtte an der Aar-SalzbÜde-Bahn der nächstgelegene.
⢠Dicke Eiche:
Im Neubaugebiet Am Gewenn in Wommelshausen, am Weidenhäuser Weg gegenĂźber der Zufahrt zum Sportplatz und an der EinmĂźndung der Querspange von der LandstraĂe, steht eine weitere bemerkenswerte Eiche. Sie hat ein Kronenoval von 20/16 Meter und einen Stammumfang von ca. 5,10 Meter (in einem Meter HĂśhe). Ihr Alter wird auf 450 bis 500 Jahre geschätzt. Durch einen Blitzeinschlag vor ca. 100/110 Jahren soll sie ihre sĂźdliche groĂe Astgabel eingebĂźĂt haben; diese âWundeâ ist inzwischen fast zugewachsen.
⢠Fächerlinde:
Die Linde am Gefallenenehrenmal in Wommelshausen wurde benannt nach ihrem Wuchs/Aussehen als Folge eines starken Rßckschnittes vor ca. 60/70 Jahren. Sie wurde anlässlich der Einweihung des Ehrenmals am 22. Oktober 1933 gepflanzt.
⢠Kaiserlinde:
SĂźdlich von Wommelshausen an der LandstraĂe, gegenĂźber dem Friedhof am alten Dreschplatz, steht die im Dreikaiserjahr 1888 gepflanzte Kaiserlinde.
⢠Hermann-LÜns-Buche:
Die Hermann-LĂśns-Buche zwischen den Gemarkungen Schlierbach und Bottenhorn wurde am 2. August 1953 âeingeweihtâ.cite-ref-103[103] Heute ist der Ort jedoch kaum mehr ausgeschildert, da der Aufenthalt unter dem Baum wegen herabfallender Ăste zu gefährlich und daher untersagt ist.
Sport
Wandern
Die bewaldete, hĂźgelige Naturlandschaft um Bad Endbach ist in idealer Weise zum Wandern geeignet. Neben einem Prädikatswanderweg sind 24 weitere Wanderwege, u. a. Rund-Wanderwege vorhanden. AuĂerdem gibt es Nordic-Walking-Strecken und Radwege (z. B. SalzbĂśderadweg).
Weit- und Panoramablicke
Von verschiedenen hochgelegenen Stellen im Gemeindegebiet gibt es bemerkenswert gute Rund- und Weitblicke (Panoramablicke) z. B. zum DĂźnsberg (15 km), nach Marburg (20 km), zur Burgruine Frauenberg (21 km) und bei klarer Sicht bis zur Fuchskaute (29 km) im Westerwald, zum KnĂźllkĂśpfchen (68 km) im KnĂźllgebirge, zum Hoherodskopf (60 km) im Vogelsberg, zum Feldberg (64 km) im Taunus, zur Hohen Wurzel (83 km) bei Wiesbaden, zum Ederkopf (26 km), zur Sackpfeife (18,5 km) bei Biedenkopf, zum Kahlen Asten (44 km) bei Winterberg und bei extrem guter Sicht sogar bis zur Wasserkuppe in der RhĂśn (100 km).
Diese Aussichtsstellen sind die Endbacher Platte (Waldgaststätte seit 2006 geschlossen), die SchĂśnscheid bei GĂźnterod, die Wade zwischen Wommelshausen und Endbach, der GrĂźne Stein (Omisseberg) bei Dernbach, der SĂźdrand der Bottenhorner Hochflächen nĂśrdlich von Wommelshausen, nahe HĂźlshof, hier z. B. die SchutzhĂźtte âAm Steinâ nordwestlich von Wommelshausen und die Scheid, 1 km Ăśstlich von Bottenhorn mit 538,7 m der hĂśchstgelegene Aussichtspunkt (Standort eines Trinkwasserhochbehälters).
Nordic Walking Park
Der Bad Endbacher Nordic Walking Park umfasst ein Streckennetz von ca. 30 km mit insgesamt 6 ausgewählten Touren zwischen 2,5 km bis 11,7 km Länge.
Mountainbike / Flowtrail
Westlich von Bad Endbach befindet sich ein sogenannter âFlowtrailâ â eine ausgewiesene Mountainbike-Strecke mit speziellen Hindernissen.cite-ref-105[105]
Wintersport
Auf der Bottenhorner Hochfläche, bei Hßlshof und Bottenhorn, werden im Winter Langlaufloipen gespurt. In Hartenrod befindet sich ein Wintersportgebiet mit Abfahrtspiste und Skilift. Im Sommer wird die Piste von Grasskifahrern genutzt.cite-ref-106[106]
RegelmäĂige Veranstaltungen
GefĂźhrte Wanderungen
Pfingst- und Herbstwanderwoche, GPS-gefĂźhrte Tageswanderungen, Themenwanderungen, Extratouren im Lahn-Dill-Bergland, Nordic Walking, Wander-Wellness-Tage von April bis Oktober und der Bad Endbacher Wandermarathon jeweils am ersten Sonntag im November.
Sonstiges
Angeboten werden: Musiktage, Kurkonzerte, Skatabende, Tanzabende, Tanztee, Rundfahrten, VideovorfĂźhrungen, Schachabende, Stickkreis, âEin Frau Theaterâ, SportschieĂen fĂźr Gäste in Schlierbach
Broterwerb in der Vergangenheit
Wirtschaftliche Verhältnisse Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts
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Hauptartikel
:
Hessisches Hinterland, Abschnitt: Wirtschaftliche Verhältnisse
(Quelle: cite-ref-107[107])
StrĂźmpfe stricken als Nebenverdienst sichert Auskommen
Ăber die wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Landsleute schreibt der aus Gladenbach stammende und zu seiner Zeit sehr bekannte Professor der Mineralogie der Universität in GieĂen, Philipp E. Klippstein, in seinen âMineralogischen Briefenâ (1779) unter anderem:cite-ref-108[108]
âUnter dem hiesigen Landmann herrscht edelste Einfalt, MäĂigkeit und Arbeitsamkeit. Ackerbau will soviel nicht bedeuten, weil der Boden grĂśĂtenteils bergig, schiefrig und die Witterung rauh ist. Desto besser ist die Viehzucht, vornehmlich die Schafzucht. Das Obergericht (heute Gemeinde Bad Endbach, ehemals Kirchspiel Hartenrod) im Amt Blankenstein, welches besonders das rauheste ist, konnte seine Bewohner fast gar nicht ernähren, wenn sie keinen Nebenverdienst zu schaffen wussten. Alles strickt hier wollene StrĂźmpfe mit einer unbeschreiblichen Geschwindigkeit und einem FleiĂ, der wenig seinesgleichen haben kann. In jedem Ort sind Strumpfträger, sie tragen dieses Product ins Klevische, KĂślnische, Bergische, Pfälzische und andere Länder. Sie bringen dafĂźr jährlich gegen 1200 bis 1500 Gulden zurĂźck.âcite-ref-109[109]
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des GroĂherzogthums Hessen berichtet 1830 Ăźber den Ortsteil Endbach:
âEndbach (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 1 3â4 St. von Gladenbach in einer rauhen Gegend, hat 63 Häuser 348 evangelische Einwohner, 1 Kapelle und 4 MĂźhlen. Das Stricken der StrĂźmpfe und der Handel derselben, ist ein Hauptnahrungszweig der Einwohner. Im 15. Jahrhundert gehĂśrte der Ort zum Gladenbacher Kirchengebiete.âcite-ref-gw-110-0[110]
Und Ăźber Wommelshausen:
âWommelshausen (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt in einer rauhen Gegend, 1 1â2 St. von Gladenbach, hat 45 Häuser und 269 Einwohner, die alle evangelisch sind. Man findet 3 MahlmĂźhlen, mit welchen 1 OelmĂźhle verbunden ist, und die Einwohner beschäftigen sich sehr stark mit dem Stricken (siehe Trachtenbilder) und Verkaufe von StrĂźmpfen. Dieser Gewerbszweig, der hier so wie auch zu RĂśmershausen (Gladenbach), Dernbach (Bad Endbach), Schlierbach (Bad Endbach), Hartenrod, Endbach und GĂźnterod getrieben wird, und der dortigen armen Gegend vieles Geld zufĂźhrt, ist wahrhaft bedeutend; denn die durch den unausgesetzten FleiĂ der Bewohner geschaffene Waaren werden von einheimischen Handelsleuten aufgekauft, sofort auf die Messen und Märkte zu Frankfurt, Offenbach, Aschaffenburg, Mainz, Darmstadt, Worms, Manheim etc. gebracht, grĂśĂtentheils aber auf Jahrmärkten, so wie durch Hausirhandel im Inland, in den PreuĂischen, Bairischen und Badischen Staaten untergebracht. Dieser wichtige Industriezweig verdient um so mehr der besondern Pflege des Staats empfohlen zu werden, als die Stockung desselben die Einwohner der genannten Orte bettelarm machen wĂźrde. Zu Wommelshausen gehĂśrt die sogenannte HĂźtte, welche 5 Minuten davon entfernt liegt. Im Jahr 1660 wurden hier Eisensteine gebrochen. Auch Kupfererze wurden frĂźher hier gewonnen. Der Ort gehĂśrte im 15. Jahrhundert zum Gladenbacher Kirchengebiet.âcite-ref-gw2-111-0[111]
Zum Weiler HĂźtte:
âHĂźtte (L. Bez. Gladenbach) Weiler; gehĂśrt zu Wommelshausen, von welchem Orte er nur 5 Minuten entfernt ist, und liegt an der SalzbĂśthe. Dieser Weiler hat mit EinschluĂ von 2 MĂźhlen, 16 Häuser und 100 evangelische Einwohner. Hier stand vor alten Zeiten eine EisenhĂźtte, von welcher der jetzige Namen des Orts herzuleiten ist.âcite-ref-gw-129-112-0[112]
Wirtschaftsstruktur
Ehemals von der Nebenerwerbslandwirtschsaft geprägt
Im Gemeindegebiet bestand die verbreitete Erbsitte der Realteilung, mit der Folge, dass die landwirtschaftlichen Nutzflächen pro Hof immer kleiner wurden, was zur Nebenerwerbslandwirtschsaft fĂźhrte. Der Grundbesitz der HofeigentĂźmer war meist zu klein und die Erträge bei der kargen Bodenbeschaffenheit im rauen Klima und extensiver Bewirtschaftung zu gering, um eine grĂśĂere Familie ausreichend zu ernähren. Dies war nur mit einer zusätzlichen Erwerbsquelle mĂśglich.cite-ref-113[113] Nur Wenigen war es vergĂśnnt alleine von der eigenen Landwirtschaft zu leben.
Feierabend-Landwirtschaft
Bis in die 1950er und 1960er Jahre hinein waren die DĂśrfer dieser Region von der âFeierabend-Landwirtschaftâ oder âNebenerwerbslandwirtschaftâ geprägt. Durch die Industrialisierung gefĂśrdert entstand auch im Gemeindegebiet und den umliegenden Orten, im Umkreis der HĂźtten- und Bergwerke der Typ des Nebenerwerbslandwirtes, des âFeierabend-Landwirtesâ. Nur mit zusätzlicher Arbeit im HĂźtten- und Bergwerk oder als Handwerker war ein bedĂźrfnisloses und bescheidenes Leben mĂśglich.cite-ref-114[114]
Die nicht leichte Arbeit in der Landwirtschaft musste nach Feierabend (daher auch âFeierabend-Landwirtschaftâ genannt) nebenbei erledigt werden.cite-ref-115[115] Gleich nach seiner RĂźckkehr von der Arbeit warteten zu Hause noch die schwereren Arbeiten im Feld und Hof auf den Kleinlandwirt, die seine Frau, die Kinder und gegf. die GroĂeltern tagsĂźber nicht ausfĂźhren konnten. Nach getaner Arbeit war noch kein Ausruhen angesagt.
Kinder mussten spätestens ab dem 10. Lebensjahr bei allen landwirtschaftlichen Arbeiten selbstverständlich mithelfen, das war Kinderarbeit. Die Schulferien hieĂen âErnteferienâ (Sommerferien, Heu- und Getreideernte) und âKartoffelferienâ (Herbstferien, Grummet- und Kartoffelernte). Die Kinder wurden bei der Ernte dringend gebraucht; das war der ursprĂźngliche Grund fĂźr die EinfĂźhrung dieser Schulferien.
Urlaub war diesen Familien unbekannt. Urlaub machten Städter.
Heutige Verhältnisse
Bad Endbach lebt heute als Kurort Ăźberwiegend vom Kurbetrieb und Tourismus. Von Bedeutung sind zwei Krankenhäuser/Rehazentren, und zwar die âHessische Berglandklinikâ und das âRheumazentrum Mittelhessenâ, sowie Seniorenwohn- und Pflegeheime. GrĂśĂere Industrie- und Handelsbetriebe gibt es im Gemeindegebiet nicht.
Der Gesundheits- und Wandertourismus ist daher ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2007 gab es mehr als 60.000 Ăbernachtungen im Gesundheits- und Wandertourismuscite-ref-116[116], 2019 waren es 57.234.
Kurbetrieb und Tourismus
Das Kneippheilbad hat Heilanzeigen bei folgenden Erkrankungen:
⢠Herz-, GefäĂ-, Kreislaufkrankheiten
⢠Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane
⢠Krankheiten des Verdauungssystems
⢠Erkrankungen des Nervensystems
Insbesondere werden in Bad Endbach auch spezielle Kompaktkuren gegen Migräne und chronischen Kopfschmerz durchgefĂźhrt, was bisher einzigartig in Deutschland ist. Insgesamt stehen fĂźr den Kurbetrieb rund 550 Betten und 14 Ărzte zur VerfĂźgung. Bad Endbach bietet heute spezialisierte Angebote fĂźr Migränetherapie und Venenkur sowie Kliniknachsorge. Die Gesundheitsangebote umfassen unter anderem Schroth-Kuren, Trennkost, Trinkkuren, Aromatherapie, Unfall-Nachbehandlung, Aktivurlaub, Fitnesswoche, RĂźckenprogramm, Therapie bei Arthrose, Pauschalkuren, Kneipp-Tretanlage, Geriatrische Behandlung sowie verschiedene Wellness-Programme.
Gesundheitszentrum âLahn-Dill-Bergland-Thermeâ
Das Gesundheitszentrum Bad Endbach wurde 1976 erÜffnet und war bis Herbst 2009 mit Bewegungsbad, Saunalandschaft, Dampfbädern, Solarien, dem Therapiezentrum, dem Fitness- und Wellness-Studio und einer Cafeteria in Betrieb.
Seit Mai 2008 wurde das Thermalbad, die neue Lahn-Dill-Bergland-Therme neben dem bestehenden Gesundheitszentrum erbaut. Die Inbetriebnahme erfolgte im Oktober 2009. Das alte Zentrum wurde abgebrochen und die dadurch frei werdende Fläche zum Teil als Parkfläche genutzt und der Rest in die Grßnanlage integriert.cite-ref-117[117] In dem neuen Gesundheitszentrum der Lahn-Dill-Bergland-Therme gibt es fßnf Becken (Thermalwasser aus ßber 900 m Tiefe), Sprudelbecken mit Massagedßsen, Nackensprudler, Sprudelliegen mit einer Wassertemperatur bis zu 33 °C. Daneben bietet das Gesundheitszentrum Wellness-, Fitness- und Beautywelten. Die Saunalandschaft umfasst fßnf Saunen zwischen 60 °C bis 100 °C und Dampfbäder. Weiter gibt es eine Totes-Meer-Salzgrotte. Integriert in das Gesundheitszentrum ist ein CafÊ-Restaurant mit Biergarten.
Verkehr
Alte StraĂen und Wege
Amtsweg Marburg-Dillenburg, âObergerichtswegâ
Die wichtigste alte StraĂenverbindung im Gemeindegebiet, die seit dem hohen Mittelalter bis 1865 benutzt wurde, war der zwischen Marburg, Gladenbach und Dillenburg/Herborn verlaufende Obergerichtsweg, (Vorläufer der L 3050) auch Botenweg oder Amtsweg genannt. Er war als TalstraĂe angelegt und verlief von Gladenbach (Burg Blankenstein) kommend sĂźdlich an Kehlnbach und nĂśrdlich an Weidenhausen, HĂźtte und Endbach vorbei durch Hartenrod Ăźber die SalzbĂśde-Siegbach-Wasserscheide in Richtung Eisemroth. Dort verzweigte er sich in Richtung Dillenburg und in eine sĂźdliche Trasse nach Herborn. Im Jahre 1852 wurde im Verlauf des Obergerichtsweges die Schoofponz-BrĂźcke Ăźber die Dernbach oberhalb von Wommelshausen-HĂźtte nochmals erneuert.
Biedenkopf, Gladenbach, Weidenhausen, âZollbucheâ, GieĂen
In den Jahren 1817 bis 1825 wurde die älteste KunststraĂe von Biedenkopf Ăźber Gladenbach, Weidenhausen zur Zollbuche gebaut. Ab der Zollbuche baute man den alten Westfalenweg in Richtung GieĂen (heute L 3047) zur modernen StraĂe aus. Er war bereits während der Herrschaft Napoleons (1796â1813) streckenweise chaussiert worden.
Wassergebundene Schotterdecken
Alle StraĂen hatten ehemals nur eine wassergebundene Schotterdecke, auch alle innerĂśrtlichen Wege. Dies blieb so bis in die 1950er Jahre. Nur die StraĂe von Weidenhausen Ăźber Hartenrod in den Dillkreis erhielt noch vor dem Zweiten Weltkrieg eine Teerdecke.
Als Decksand fĂźr das Abwalzen der wassergebundenen SchotterstraĂen verwendete man meist den grau-grĂźnen Sand aus den Deckschichten der Diabas- und GrĂźnsteinbrĂźche. Er eignete sich ganz besonders fĂźr diesen Zweck, da er mit Wasser besprengt sehr fest wird. Auch âKieselgallenschieferâ, umgangssprachlich âKummerâ genannt, der Ăśrtlich begrenzt in der Umgebung vorkommt, wurde eingesetzt, weil er gut verwitterte und die Oberfläche der Schotterwege damit festigte.
Obstbäume entlang der âVizinalwegeâ
An den Rändern der âVizinalwegeâ entlang â wie die Land- und KreisstraĂen ehemals hieĂen â mussten die Gemeinden auf Anordnung der ehemaligen hessen-darmstädtischen Regierung Obstbäume (Apfel-, Birn- oder Kirschbäume) pflanzen. Diese Anordnung blieb auch in preuĂischer Zeit (ab 1867 Provinz Hessen-Nassau) bestehen. Das Obst wurde im Herbst von den Gemeinden meistbietend versteigert. Diese Bäume wurden ab Ende der 1950er Jahre nach und nach gefällt, als man sie dem StraĂenausbau opferte und auch fĂźr zahlreiche Verkehrsunfälle mit tĂśdlichem Ausgang verantwortlich machte.
Oberhalb von Wommelshausen, an den StraĂen nach Dernbach und HĂźlshof/Bottenhorn, standen sehr viele Kirschbäume, eine weithin bekannte âKirschbaum-Alleeâ, die nach der Fertigstellung der StraĂen ab 1913 angelegt wurde.
Feldwege
Feldwege unterstanden der alleinigen Obhut der Gemeinden, wurden schlecht gepflegt und kaum unterhalten. Das galt auch fĂźr die untergeordneten direkten Verbindungswege in den Feldfluren zwischen den Ortschaften. Die wenigen Feldwege, die es vor den Flurbereinigungen gab, waren aus heutiger Sicht nahezu alle in schlechtem bis sehr schlechtem ausgefahrenem Zustand und wegen ihren stellenweise lockeren Steinen in der Fahrspur fĂźr die Zugtiere (FahrkĂźhe, Pferde) manchmal eine arge Schinderei.
Heutige StraĂen
Durch Bad Endbach fĂźhrt heute als LandstraĂe die von Ost nach West im SalzbĂśdetal verlaufende L 3050 als HauptverkehrsstraĂe. Sie wurde in den Jahren 1860 bis 1865 von Weidenhausen Ăźber HĂźtte und Endbach nach Hartenrod neu angelegt. Ăber die Anbindung an die B 255 in Weidenhausen stellt sie die VerknĂźpfung an den Ăźberregionalen Verkehr dar. Der StraĂenabschnitt von Weidenhausen nach Wommelshausen-HĂźtte wurde 1968/69 groĂzĂźgig ausgebaut und dabei Wommelshausen-HĂźtte durch eine Umgehung entlastet.
Im Ortsteil HĂźtte zweigt die LandstraĂe L 3049 von der L 3050 ab und bindet die nĂśrdlich gelegenen Ortsteile Bottenhorn, HĂźlshof, Wommelshausen und Dernbach an. Dernbach wird auch Ăźber die Verbindungsspange Landratskreuz â L 3049 erreicht.
BottenhornâSteinperf, HartenrodâEisemroth, EndbachâGĂźnterod, WommelshausenâBottenhornâDernbach, GĂźnterodâBischoffen
Die StraĂe BottenhornâSteinperf im Hausebachtal wurde 1878 bis 1880 erbaut. In den Jahren 1906/07 entstand die StraĂe zwischen Endbach und GĂźnterod. 1912 bis 1913 wurden die StraĂen von HĂźtte Ăźber Wommelshausen und HĂźlshof nach Bottenhorn und der Abzweig nach Dernbach gebaut.
Der preuĂische Staat lieĂ 1923 bis 1925 die StraĂe GĂźnterodâBischoffen als Notstandsarbeit fĂźr Erwerbslose bauen. Auch der Ausbau der LandstraĂe von Hartenrod nach Eisemroth (L 3050), auf der alten Trasse der Marburg-Dillenburger AmtstraĂe, in den Jahren 1924 bis 1926 wurde als NotstandsmaĂnahme durchgefĂźhrt.
RachelshausenââLandratskreuzââBottenhorn und DernbachâWommelshausen
Erst 1952 bis 1956 wurde die (L 3288) schon so lange gewĂźnschte Verbindung Ăźber Rachelshausen, âLandratskreuzâ nach Bottenhorn gebaut. 1961/62 verbesserte man die LinienfĂźhrung der Trasse (K 21) vom Landratskreuz Ăźber Dernbach bis zum Abzweig nĂśrdlich von Wommelshausen.
Flugplatz Bottenhorn
Innerhalb der Gemeinde gibt es im Ortsteil Bottenhorn einen Flugplatz mit einer 525 m langen Gras-Landebahn. Er ist als Sonderlandeplatz ausgewiesen und besitzt den ICAO-Code EDGT. Betreiber ist die Luftsportgemeinschaft Bottenhorn e. V.
Bahn
â
Hauptartikel
:
Aar-SalzbĂśde-Bahn
Bereits im Jahre 1850 wollte die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft eine Bahnlinie von Altenhundem Ăźber Laasphe und Bottenhorn nach GieĂen bauen. Die AusfĂźhrung scheiterte u. a. auch am heftigen Widerstand des Bottenhorner BĂźrgermeisters und seines Gemeindevorstandes mit dem Argument: âEs käme dadurch zu viel fremdes Volk nach hierâ.
Bis zum Bau der Aar-SalzbĂśde-Bahn lagen die nächstgelegenen BahnhĂśfe in Fronhausen an der Lahn und in Dillenburg. Ab 1890 arbeitete man an der neuen Strecke, das erste TeilstĂźck NiederwalgernâWeidenhausen konnte am 12. Mai 1894 dem Verkehr Ăźbergeben werden. Von 1898 bis 1902 wurde an der Strecke bis Herborn weitergebaut. Das TeilstĂźck von Wommelshausen bis Eisemroth war sehr aufwändig wegen der drei Viadukte bei Wommelshausen-HĂźtte, Endbach und in Hartenrod sowie des 700 m langen Tunnels zwischen Hartenrod und Eisemroth.
Am 24. Juli 1899 fand die Grundsteinlegung fĂźr den SalzbĂśdeviadukt bei Endbach statt. âZu den Ausschachtungsarbeiten hatte der Unternehmer fast nur polnische Arbeiter, wogegen zu den Maurer- und sonstigen Arbeiten fast nur italienische. Trotz der verschiedenen Sprachen, welche von den Arbeitern gesprochen wurden, ging die Arbeit bis jetzt einheitlich und ohne StĂśrung voranâcite-ref-118[118] Der Viadukt hat neun BĂśgen, ist 175 Meter lang und 18 Meter hoch. Geplant wurde das in einer Kurve liegende Bauwerk von den Eisenbauinspektoren Hentzen und Pietig. Der Viadukt ist heute ein Wahrzeichen von Bad Endbach.
In gleicher Bauweise entstand der ca. 155 m lange, imposante Viadukt ßber das Schlierbachtal in Hartenrod. Zuvor war der etwa 25 m lange Viadukt bei Wommelshausen-Hßtte fertig gestellt worden. Zusätzlich musste ein 700 m langer Tunnel unterhalb der Wasserscheide SalzbÜde/Aar bzw. Lahn/Dill zwischen Hartenrod und Eisemroth gegraben werden.
Am 15. Juli 1901 wurde die Teilstrecke WeidenhausenâHartenrod dem Verkehr Ăźbergeben. Am 1. August 1902 fuhr der erste Zug von Niederwalgern bis Herborn und verband damit das Hinterland mit dem Ăźberregionalen Schienenverkehr auf der Main-Weser-Bahn und der Dillstrecke.
Am 9. Juni 2001 wurde die Bahnstrecke stillgelegt und die Schienen abschnittsweise in den Folgejahren abgebaut.
Sprengkammern in den BrĂźckenpfeilern
Anfang der 1950er Jahre wurden links und rechts der LandstraĂe in die beiden BrĂźckenpfeiler des SalzbĂśdeviaduktes zwischen Endbach und Wommelshausen-HĂźtte Sprengkammern eingebaut. Die BrĂźcke sollte im Falle eines befĂźrchteten Angriffs aus den damaligen Ostblockstaaten z. B. der Roten Armee gesprengt werden. Damit wollte man einen schnellen Vormarsch gegnerischer Truppen behindern. Sprengkammern baute man in der Zeit des âKalten Kriegesâ in nahezu allen wichtigen Bahn- und StraĂenverbindungen ein, insbesondere wenn es OstâWest verlaufende Trassen waren. Die Sprengkammern wurden wieder zugemauert.
âV2-Artillerie-Raketenzugâ März 1945
Am 22. März 1945 durchquerte auf der Aar-SalzbĂśde-Bahn ein geheimnisvoller Zug das sĂźdliche Hinterland.cite-ref-119[119] Es war der nahezu 1,5 km lange Militärzug (Heeres Art.Abt.(mot)705, 10.Batterie, der Gruppe SĂźd-Art.Rgt.(mot.)z.V.901 Abt.Ia), einer mobilen V2-Raketen-Artillerieeinheit mit Abschussrampen und Treibstofftanks, gezogen und geschoben von vier Lokomotiven (zwei vorne, eine in der Mitte und eine hinten), die vom Westerwald kommend in eine neue nordĂśstliche Abschussstellung (nĂśrdlich von Marburg) verlegt werden sollte. Gegen 9:00 erreichte er Bischoffen; amerikanische Jagdflieger beschädigten dort eine Lok mit Kesseldurchschuss, die dann ausfiel. Der danach geteilte Zug gelangte mit MĂźhe unter weiterem feindlichem Beschuss bei heftiger Gegenwehr durch die mitgefĂźhrten Vierlingsflaks gegen Abend in den 700 m langen Tunnel bei Hartenrod. Er ragte zwar hinten und vorne heraus wurde aber zusätzlich durch die tiefen grabenfĂśrmigen Trasseneinschnitte der Bahnstrecke vor und hinter dem Tunnel geschĂźtzt. Zwei Tage später wurde er in Richtung Marburg weitergefahren und nach Norden umgelenkt. Bei Bromskirchen stoppte eine Vorhut der 3. US-Panzerdivision, die auf dem Weg zum Ruhrkessel war, am 29. März den Zug. Die Amerikaner fuhren die wertvolle Kriegsbeute nach Antwerpen und verschifften die erbeuteten 10 Raketen anschlieĂend in die USA.cite-ref-120[120] Dort hatten sie einen wesentlichen Anteil beim Aufbau der amerikanischen Raketentechnik.
Mßhlen und Backhäuser
MĂźhlen
âOhne MĂźhle kein Brotâ hieĂ es frĂźher. Daher gehĂśrten zu jedem Dorf, falls es die Ăśrtlichen geografischen Verhältnisse (Wasserlauf mit ausreichender Wassermenge) zulieĂen, mindestens eine, oftmals sogar mehrere MĂźhlen nacheinander am selben Bachlauf. Der Bau einer MĂźhle musste stets vom Landesherrn/Grundbesitzer genehmigt werden. Neben den landgräflichen MĂźhlen, die als Lehen vergeben wurden, gab es auch private MĂźhlen.cite-ref-121[121]
Erstmals wird am 13. April 1366 eine MĂźhle in Endbach erwähnt, die Landgraf Heinrich I. an den Ritter Rudolf ScheurenschloĂ verlehnt. 1496 erscheint in Urkunden die âSchillingsmĂźhleâ in Wommelshausen-HĂźtte, die 1499 auch als Schmiede (Waldschmiede) bezeichnet wird (Standort: heutige âHĂźttner-MĂźhle)â, 1571 die âBurgmĂźhleâ der Herren von Dernbach bei Dernbach, 1577 taucht die âPlockemĂźhleâ in Wommelshausen-HĂźtte auf, 1586 wird eine MĂźhle in Hartenrod, die obere âHankopfsmĂźhleâ erwähnt und 1703 die âHintermĂźhleâ in Wommelshausen an der EinmĂźndung des Lembaches in die Dernbach.
1630 zwĂślf MĂźhlen im heutigen Gemeindegebiet
Schriftlich nachgewiesen sind fĂźr das Jahr 1630 im heutigen Gemeindegebiet zwĂślf MĂźhlen. Davon standen drei in Bottenhorn am Oberlauf der Perf unterhalb der Ortslage, und zwar: die MĂźhlen des Theis MĂśller, des Endres Meyer und die von Jäckel und Kunz Pfeiffer. Im Ortsteil Dernbach stand die âBurgmĂźhleâ (der Herren von Dernbach) an der EinmĂźndung des Dorfbaches in die Dernbach, sĂźdĂśstlich unterhalb des Burgberges und des ehemaligen unteren Fischteiches. Wommelshausencite-ref-122[122] hatte zwei MĂźhlen aufzuweisen (vermutlich beide an der SalzbĂśde). Die beiden MĂźhlen in Hartenrodcite-ref-123[123] befanden sich am Unterlauf des Hulsbaches; es waren dies die Obere- (später âDaniels-MĂźhleâ genannt) und die âUntere-HahnkopfsmĂźhleâ. Vier MĂźhlen standen in Endbach an der SalzbĂśde, und zwar die âHeckenmĂźhleâ, âDĂśrrmĂźhleâ, âHohkäppersmĂźhleâ und âKrebsmĂźhleâ.
Im Jahre 1830 sieht die Statistik wie folgt aus: Bottenhorn eine MĂźhle (âFeldesmĂźhleâ), Wommelshausen drei (âHintermĂźhleâ, âHĂźttner-MĂźhleâ und âPlockemĂźhleâ), Hartenrod drei (âObere HahnkopfsmĂźhleâ, âUntere HahnkopfsmĂźhleâ und âSchmidtsmĂźhleâ an der EinmĂźndung des Hulsbaches in die SalzbĂśde) und die zuvor genannten vier MĂźhlen in Endbach.
Nicht erwähnt sind in dieser Aufstellung die MĂźhlen, die nur Ăźber einen kĂźrzeren Zeitraum bestanden, zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme stillgelegt oder nicht verpachtet waren, wie die âSchillingsmĂźhleâ (längere Zeit stillgelegt, später HĂźttner-MĂźhle genannt) bei HĂźtte, beziehungsweise wĂźst geworden sind. Ferner die MĂźhle mit unbekanntem Namen am Mehlmerk (Flurname âMehlwessâ > MĂźhlwiese) in Wommelshausen unterhalb des Dorfes, am Standort der WĂźstung Nieder-Wommelshausen, am Zusammenfluss von Dernbach und Wommelshäuser Dorfbach, die 1725 von ihrem letzten Besitzer abgeschlagen wurde.
Die WindmĂźhle der Herren von und zu Dernbach fehlt in der Aufstellung, sie stand sĂźdlich der Burg Neu-Dernbach auf der Bergnase, heutiger Hausname des dortigen Anwesens Wendmellersch. Von ihr sind keine weiteren Daten bekannt.
MĂźhlteiche
Alle MĂźhlen, die nicht an der SalzbĂśde lagen, waren wegen der geringen WasserfĂźhrung der Seitenbäche auf Wasserspeicher (MĂźhlteiche) angewiesen, das heiĂt, sie konnten nur mahlen, wenn sie ihre Teiche (zwischen 150 und 400 mÂł) entleerten bzw. ausreichend Wasser im Bach floss. Bis zum nächsten Mahlgang mussten die Teiche wieder aufgefĂźllt werden, so auch bei der HintermĂźhle (stillgelegt 1978) in Wommelshausen und der oberhalb liegenden ehemaligen BurgmĂźhle der Herren von Dernbach mit ihren ehemals drei groĂen vorgelagerten Teichen (z. T. als Fischteiche genutzt).
Damit erklärt sich auch, dass an diesen Standorten oft zwei Mßhlen am gleichen Bach untereinander lagen, zum Beispiel in Bottenhorn (an der Perf) oder Hartenrod (obere und untere Hankopfsmßhle am Hulsbach). Die untere Mßhle nutzte dabei das ablaufende Wasser aus dem Teich der oberhalb gelegenen Mßhle.
Heute sind alle MĂźhlen stillgelegt.
Esel als Sackträger
FĂźr den Transport des Getreides und des Mehls hielten sich die MĂźller Esel als Sackträger. So gab es etwa in Wommelshausen-HĂźtte den Flurnamen âEselspädcheâ (Eselspfad). Das war der Pfad, auf dem die Esel Mehl in Säcken zur Kundschaft (z. B. in RĂśmershausen) brachten und auf ihrem RĂźckweg Säcke mit Getreide zur MĂźhle trugen.cite-ref-124[124]
Backhäuser
Jeder Ortsteil hatte ehemals ein eigenes Backhauscite-ref-125[125], Bottenhorn und Wommelshausen sogar zwei. Das Obergeschoss der Gemeindebackhäuser diente oft den Bßrgermeistern und der Gemeindevertretung (z. B. Bottenhorn, Dernbach und Wommelshausen) als Dienstzimmer und als Versammlungsraum. Im Untergeschoss befanden sich ein oder zwei BackÜfen.
Die Plocke-MĂźhle und die vier GehĂśfte auf dem HĂźlshof besaĂen eigene kleine Backhäuser.
Das Backencite-ref-126[126]cite-ref-127[127] hatte frĂźher eine ganz besondere Bedeutung; Brot war das Hauptnahrungsmittel. Nahezu jede Familie, die ausreichend Mehl zur VerfĂźgung hatte, buk ihr eigenes Brot, und zwar ausschlieĂlich Roggenbrot. Der Sauerteig-Brotteig wurde zu Hause zubereitet, zu Laiben geformt und auf Backbrettern zum Backhaus getragen.cite-ref-128[128] Die Reihenfolge, wer wann backen durfte, wurde durch Auslosung eine Woche vorher bestimmt und auf einer Tafel im Backhaus angeschrieben. Auch der sonntägliche Kuchen (meist der sogenannte âBlechkuchenâ, u. a. Rewwelkuche, Quetschekuche und Ăbbelkuche, manchmal auch ein Bodderlochskuche) wurde hier am Samstag gebacken, wenn man ihn nicht vom Bäcker backen lieĂ. Allgemeiner Ausspruch: âEin Sonntag ohne Kuchen ist kein Sonntag.â
Bis hinein in die 1960er Jahre waren die Backhäuser noch in regem Gebrauch. Sie wurden immer weniger genutzt, nach und nach stillgelegt, verfielen und wurden abgerissen, bis auf die nachstehenden Ausnahmen.
Im Zuge einer Rßckbesinnung haben Bßrger einige Backhäuser renoviert. So wird heute das Backes, wie man die Backhäuser im Dialekt nennt, in Bottenhorn und Wommelshausen-Hßtte wieder sporadisch genutzt. In Dernbach ist eine Ferienwohnung daraus geworden und in Wommelshausen ist dort das Heimatmuseum untergebracht.
Namen: Ortsnecknamen, Hausnamen, Flurnamen
Ortsnecknamen
Alle Ortschaften der Gemeinde Bad Endbach haben Dorf-, Spott- oder Spitznamen, wie sie ßberall in Deutschland zu finden sind. Die Namensgebung liegt meist im Dunklen. Sie soll sich auf Grund besonderer Begebenheiten, hervorstechender Eigenschaften oder Gewohnheiten der Bewohner herleiten. Entstanden sind sie in der Regel in der Mundart, also dem Hinterländer Platt. Mit dem Dorf-Spitznamen wurde jeder Bewohner/-in des Ortes bei Neckereien oder Streitereien belegt.
Die Spitznamen der einzelnen Ortsteile sind:
⢠Bottenhorn: âNonnâ (Narren)
⢠Dernbach: âWaaldraddeâ (Waldratten = Siebenschläfer, auch âWaaldmois â = Waldmäuse)
⢠Endbach: âRasselbäckâ (RasselbĂścke)
⢠GĂźnterod: âFoiselongsschesserâ (Sockenschisser, Foiselong = FuĂteil vom Strumpf)
⢠Hartenrod: âMoisâ (Mäuse)
⢠HĂźlshof: âKräbbelâ (Schäbbkräbbel, Mehl- oder Kartoffelpfannkuchen)
⢠HĂźtte (Ortsteil von Wommelshausen): âSchnappsaikâ (Schnappsack = Umhängebeutel fĂźr trockene Speisen auf Reisen)
⢠Schlierbach: âHärekernsweschdeâ (HeidekornswĂźrste, Härekern = Heidekorn = Buchweizen)
⢠Wommelshausen: âRendviehcherâ (Rindviehcher)
Hausnamen und ihre Herleitung
Hausnamen sind Ortsnamen, sie benennen die kleinste Siedlungseinheit, eine einzelne Wohnstätte (Haus), ein Anwesen/GehĂśft einschlieĂlich aller dort stehenden Gebäude. Ein Hausname ist ein Beiname (Genanntname), quasi ein zweiter Familienname in Ăśrtlichem Dialekt, der nur mĂźndlich gebraucht und weitergegeben wird.cite-ref-129[129]cite-ref-130[130]cite-ref-131[131]cite-ref-132[132] Mit dem Hausnamen werden alle dort ansässigen Bewohner belegt. Bei der Benennung einer Person wird der Hausname stets dem Rufnamen vorangestellt, z. B. âGehanns Wolfgangâ (Hausname Gehanns) oder âLisbets Annelieseâ (Hausname Lisbets).
Hausnamen sind spontan aus der jeweiligen Dorfgemeinschaft heraus im umgangssprachlichen Dialekt entstandene Namen, ohne Regeln.
Entstehung
Hausnamen entstanden zu einer Zeit, als es noch keine Hausnummern und keine StraĂennamen gab. FĂźr den Landesherrn und dessen Verwaltung war es jedoch wichtig, die einzelnen Wohnstätten der Untertanen namentlich zu kennzeichnen, damit sie zu Abgaben und Fronden herangezogen werden konnten. Wohnte ein Untertan z. B. bei einem Born (Brunnen, Quelle), so hielt ihn der Steuereinnehmer in seinen Unterlagen z. B. als Johann beim Born fest, einen anderen der am Berg wohnte als Daniel am Berg oder jemand, der im Tal wohnte als Adam in der Tal oder als Velten am Ende, weil er am Dorfende wohnte. Daraus wurden z. B. die Familiennamen: Beimborn, Amberger > (Verschleifung zu) > Bamberger, Intertal und Amend. In neuerer Zeit wurden und werden aus den daraus entstandenen Familiennamen auch wieder Hausnamen (z. B. âBeimbornsâ, âBambergerschâ, âInnerdolsâ, Amend verkĂźrzt > âMennâ).
Die meisten der heutigen Hausnamen lassen sich auf Vornamen/Doppelnamen und deren Kurzformen der Erstbesitzer/-in bzw. Ăbnernehmer/-in und dessen Ableitungen, Verschleifungen und VerkĂźrzungen im Ăśrtlichen Dialekt, zurĂźckfĂźhren. Der beliebteste Vorname bei Männern war ehemals Johannes (Johann, mdal. Gehann), bei Frauen Elisabeth (Lisbeth) und dessen Varianten im Dialekt. Auffallend sind die zahlreichen Hausnamen, die von Frauenamen abgeleitet sind.
Beispiele
Männernamen
Adam â Orm â âOrmsâ; Johann-Adam â Hannorm â âHannormsâ; August â Gustâ âGustchesâ; Christian â âChressâ; Daniel â Dänjel â âDängelsâ â âDäinâ, auch â Dingel â âDingelsâ; Georg â Jerch â âJerjeâ; Johannes â Gehann â âGehannsâ; Johann-Georg â Hannjer â âGehannjerschâ; Johann-Jakob â Hanikob â âHanikobchesâ; Johann-Daniel â Hanndingel â âGehanndingelsâ; Johann-Philipp â Hannphilipp â âHannphilippsâ; Johann-Peter â Hannpirrer â âHannpirrerschâ; Heinrich â Henner â âHennerschâ â âHennrichsâ; Jost-Jakob â Jukob â âJukobsâ; Ludwig â Lui â Lois â âLoiseâ â Luwig â âLuwigsâ â âLiwisâ; Philipp â Lipps â âLippseâ; Peter â Pirrer â âPirrerschâ â âPirrerchesâ; Martin â Mäddes â âMäddeschesâ; Valentin â Velten â âVeltesâ â âFäldesâ;
Frauennamen, Frauennamen kommen meist in der Verniedlichungsform vor und als deren Kosenamen.
Anna â Ănnche â âEnnchesâ; Anna-Katharina â Annekott â âAnnekottchesâ; Anna-Margaretha â Annegreth â âAnnegretsâ; Christina â Dina â Dienche â âDienchesâ; Elisabeth(a) â Lisbeth â âLisbetsâ, auch â Bettche â âBettchesâ, sowie â Elli, Elsa, Else â âElsjesâ bzw. â Elwert (abgewandelte alte Form) â âElwertsâ; Emilie â Mielche â âMieleschâ; Katharina â Kottche â âKottchesâ bzw. â âKottreisâ, bzw. Katharina â Kathrein â (alte Form â Crain) auch â Käthe â Käthches; Karoline â Kolinche â Linche â âLinchesâ, auch â Lina â âLinesâ verkĂźrzt â âLienâ; Margaretha â Moigreh â âMoigrehsâ, verkĂźrzt Margret â Greta, Grete â Grittche â âGrittchesâ; Luise â Lu'wies â Wies'che â âWies'chesâ oder âWieseâ
Baute jemand aus dem Dorf ein eigenes neues Haus/Anwesen im engern Dorfbereich, so nahm meist die Frau den Hausnamen mit, der dann mit Attributen (in Dialekt) vor dem alten Namen versehen wurde wie: neu > nau, oben > owe, unten > onne, hinten > henne, vorne > venne, je nach Lage des neuen Anwesens zum Stammhaus, z. B. ânaue Pederschâ, âowe Elwertsâ, âvänne Truschâ, âonne Handesâ, âhenne Handesâ, âowe Gehannsâ.
Berufsnamem
Auch Berufsbezeichnungen und Familiennamen konnten zu Hausnamen werden. so z. B. MĂźller â âMellerschâ, Bäcker â âBäckerschâ, Wagner â âWarschâ, Schreiner â âSchreineschâ, KĂśhler â âKähleschâ, Koch â âKochsâ, Schmied â âSchmiddeâ â âSchmiddenâ, Schäfer â âScheferschâ, auch in Kombination wie â âSchefergehannsâ, Hirte â âHirtesâ, Kuhhirte â âKoihertesâ.
Hausstandorte
Auch der Hausstandort kann in Verbindung mit dem dortigen Flurnamen oder dem Beruf und dessen Kombination mit bestehenden Hausnamen namensgebend sein. Z. B. ein ehem. Wohnplatz in der Flur Hahnkopf, mdal. Hohkopp > âHohkäpperschâ oder Besonderheiten des Wohnplatzes in Verbindung mit dem Familiennamen, z. B. Schmitt mit Wohnplatz in einem engen Tal > Schmitts im Loch zu > âLochschmittsâ oder Koch's, die auf der HĂśhe wohnten wurden > âHiekochsâ (HĂśhenkochs) genannt. Ein Wohnplatz in der Nähe einer Quelle oder eines Brunnens fĂźhrte zu dem Hausnamen > Benn (mdal. Brunnen) und auch zur Kombination mit Schneider zu > âBennschneidersâ. Ein Anwesen, das an einer StraĂenecke stand und dessen Besitzer Johannes hieĂ, umgangssprachlich (mdal.) Gehann, bekam den Hausnamen > Gehann am Eck, daraus wurde z. B. verkĂźrzt > âGehanneckesâ.
Ortsnamen
Namen von Nachbarorten, auch von entfernten, konnten ebenfalls zu Hausnamen zu Zusats-Namen von Familien werden die kein eigenes Anwesen/Haus besaĂen und zur Miete wohnten. Die Familienmitglieder wurden in solchen Fällen meist mit dem Herkunftsort der Familie, dem Herkunftsortsnamen der Frau oder dem Berufsnamen des Mannes belegt, z. B. Frankfurt â âFrankfodderâ; Bottenhorn â âBoddehennerâ; Damm â âDammerâ oder Schuster â âSchusterâ.
Hausnamen unabhängig vom Familiennamen
Heute hat noch jedes ältere Anwesen in den einzelnen Ortsteilen seinen eigenen Hausnamen, der in den meisten Fällen unabhängig ist vom Familiennamen. Bei Neubauten im Dorfbereich hilft man sich mit Umschreibungen, bis sich ein neuer Name verfestigt hat, der sich heute meist vom Familiennamen ableiten lässt. In reinen Neubaugebieten, auĂerhalb der Ortskerne/des Dortfbereichs, gibt es keine Hausnamen.
Die Hausnamen sind noch allgemein gebräuchlich. Ist jemand im Dorf gestorben, so heiĂt es z. B. nicht âKarl Schneider ist gestorbenâ, Hausname âHannormsâ, sondern âHannorms Kall ist gestorbenâ, da man ihn nur unter diesem Hausnamen kennt. Der Familienname ist zweitrangig. Ist er nicht bekannt, was Ăśfter vorkommt, fragt man schon mal: âWie schreibt (Familienname) der sich eigentlich?â.
In der Gemeinde Bad Endbach, wie auch in der näheren und weiteren Umgebung, lebt die Tradition, Anwesen mit Hausnamen zu belegen, bis heute fort.
In Bottenhorn, HĂźlshof und Wommelshausen, auch im Nachbarort Rachelshausen, wurde die Tradition neu belebt. Hier haben Hausbesitzer ihre Hausnamen am Haus an der StraĂenseite angebracht.
Durchnummerierte Haushaltungsvorstände, gemäà Verordnung von 1844
In den DĂśrfern waren und sind Familiennamen sehr oft mehrfach vertreten (z. B. MĂźller, Becker, Burk, Rink, Pfeifer, Lang, Lotz, Kraft, Pitzer, Seitz, Schmidt, Zimmermann). Bedingt durch die Tradition, den Kindern den Vornamen des ersten Paten/Patin zu geben, gab es viele gleichlautende Vornamen mit den gleichen Familiennamen.
Das galt ehemals besonders fßr die männlichen Einzel- und Doppelvornamen, wie Johann (mdal. Hann, Gehann), Adam (mdal. Orm), Jakob (mdal. Joab), Ludwig (mdal. Liwig), Jost (mdal. Juust), Georg (mdal. Jerch), Karl (mdal. Kall), Peter (mdal. Pirrer), Johann-Peter (mdl. Hannpirrer) und Johann-Georg (mdal. Hannjer), Johann-Adam (mdal. Hannorm), Johann-Jakob (mdal. Hannikob) u. ä. Damit man sie bei Gleichnamigkeit im Dorf unterscheiden konnte, amtlich und postalisch wurden ihre Namen sie bis etwa Anfang des vorigen Jahrhunderts mit einer fortlaufenden rÜmischen Zahl versehen.
Dieses Verfahren war durch eine groĂherzogliche Verordnung aus dem Jahr 1844 fĂźr Hessen-Darmstadt einheitlich festgelegt worden.
Diese Zahl ergab sich aus dem Hochzeitsdatum, d. h. der jßngst verheiratete neue Haushaltungsvorstand erhielt, nachdem er in das Ortssteuerregister eingetragen war, die nächst folgende Nummer zu seinem Namen. So ergaben sich beispielsweise die Namen Johan-Georg Mßller VII., Johann-Georg Mßller XII., Johann-Adam Rink VI., Johann-Adam Rink VII., Jakob Seitz III., Jakob Seitz V., Adam Lotz IV., Adam Lotz VI., Karl Mßller I. und Karl Mßller II.cite-ref-133[133]
Bei der Benennung innerhalb der Dorfgemeinschaft war die Nummerierung nicht gebräuchlich; hier wurde stets der Hausname dem Rufnamen vorangestellt.
Die Nummerierung endete meist mit der Zahl XII (abhängig von der GrĂśĂe des Dorfes z. B. Anzahl der männlichen Einwohner, in groĂen DĂśrfern soll es Namen mit XX und darĂźber gegeben haben). Dann begann man wieder mit I., da es unwahrscheinlich war, dass derjenige mit der Zahl I. oder diejenigen mit den nächst nachfolgenden Zahlen zum Zeitpunkt der Neuvergabe noch lebten.
Als in den 1930er Jahren in den DĂśrfern generell einheitliche Hausnummern an der StraĂenseite der Wohngebäude vorgeschrieben wurden, endete dieses Verfahren; später kamen noch StraĂennamen dazu. Damit erhielt jeder Ortsbewohner/-in eine eindeutige, unverwechselbare Adresse; die rĂśmischen Zahlen konnten entfallen.
Flurnamen
In den Flurnamen spiegeln sich topografische Gegebenheiten, Einzelmerkmale der Landschaft, Bodenverhältnisse, historische Begebenheiten und Besitzverhältnisse aus vergangenen Zeiten wider. Sie sind damit zugleich auch Zeugnisse der Ortsgeschichte. Flurnamen wurden von Generation zu Generation mßndlich im Ürtlichen Dialekt weitergegeben, oft ßber Jahrhunderte, dabei abgewandelt, verschliffen und auch umgedeutet. Sie sind in der Regel nur innerhalb eines Dorfes bekannt.cite-ref-136[136]
Flurnamen waren vor ein, zwei Generationen allgemein bekannt und gebräuchlich, als die DÜrfer im Hinterland noch von der Landwirtschaft geprägt waren. Flurnamen waren jedem, der in einem ländlichen Raum lebte oder aufgewachsen war, mehr oder weniger geläufig. Sie waren und sind unverzichtbar, um sich in der umgebenden Landschaft, in der Ortsgemarkung, zu orientieren. Nur mit ihnen kann man einen Ort, ein Ziel in der Feldflur benennen, es sei denn man bezieht sich auf die amtlichen Katasterbezeichnungen aus den Grundbßchern.
Unentbehrlich sind Flurnamen fĂźr die Landwirtschaft. Damit wird die Lage der GrundstĂźcke / Parzellen, der Ăcker, Wiesen und Waldungen in der Feldflur beschrieben. Will man z. B. ein bestimmtes GrundstĂźck benennen, wird der Name des Besitzers, meist sein Hausname, verbunden mit der Nutzungsart des GrundstĂźckes dem Flurnamen vorangestellt. Die Benennung lautet dann etwa so: âGehanns Karl sein Acker vier de Heeâ. Dabei ist âGehannsâ der Hausname des Besitzers, âAckerâ die Nutzungsart und âvor der Heegeâ der Flurname, oder "Benn Gustav seine Wiese binner de Hedde". Hierbei ist "Benn" der Hausname des Besitzers, "Wiese" die Nutzungsart und âunterhalb der HĂźtteâ der Flurname.
Bedeutung geht verloren
Mit der Aufgabe der Nebenerwerbslandwirtschaft, der Kleinbauernbetriebe und dem damit einhergehenden Rßckgang der kleinbäuerlichen Strukturen und deren kleinparzelligen Landwirtschaft geraten die Flurnamen in Vergessenheit. Ihre Namen werden nicht mehr gebraucht. Das Wissen um sie ging und geht damit verloren.
Die Kenntnis der Flurnamen ist heute weitgehend auf ältere Ortsbewohner beschränkt, die dort aufgewachsen sind, die noch in der Landbewirtschaftung tätig sind bzw. waren oder sie in ihrer Jugend noch ausgeßbt und kennengelernt haben. Nur sie kennen heute noch die ehemaligen Namen und ihre Lagen. Daher Flurnamensammlungen, sofern vorhanden, auf aktuellen Stand prßfen, ggf. ergänzen oder neu anlegen, so lange es noch Bewohner gibt, welche die Namen und deren Lagen kennen.
Ein Generationenproblem
Flurnamen werden wohl von Generation zu Generation abnehmen. Sie werden nicht mehr weitergegeben, besonders die Namen fĂźr die kleineren Einzellagen, die manchmal nur noch in StraĂennamen von neuen Siedlungsgebieten weiterleben. Das ist ein Generationenproblem.
Nur die Namen der GroĂlagen und die der Berge, Täler, Bäche und Wälder werden umgangssprachlich erhalten bleiben.
Flurnamensammlungen im Hessischen Landesamt fĂźr geschichtliche Landeskunde, Marburg
Damit die Flurnamen nicht ganz in Vergessenheit geraten hat man sie manchenorts in Ăśrtlichen Verzeichnissen/Sammlungen festgehalten bzw. sind sie in den Flurnamensammlungen des Hessischen Instituts fĂźr Landesgeschichte in Marburg zu finden.
SĂśhne und TĂśchter der Gemeinde
PersĂśnlichkeiten
Literatur
Schriften zu Ortsjubiläen
⢠Heimatfest 675 Jahre Schlierbach 1318â1983. Hrsg. FestausschuĂ 675 Jahre Schlierbach GBR, Bad Endbach 1983.
⢠Walter Zimmermann: 700 Jahre HĂźlshof. Festvortrag am 7. Juli 1984, verĂśffentl. im Gemeindeblatt der Gemeinde Bad Endbach Nr. 30, Bad Endbach 1984, S. 2â4.
⢠Horst W. MĂźller: Wommelshausen 1336â1986 Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und VerschĂśnerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage, 262 S., Marburg 1995.
⢠Alfred Bastian: Auf Spurensuche in der Geschichte von GĂźnterod. Hrsg. FestausschuĂ â700 Jahre GĂźnterodâ, 1998.
⢠Karl Heinrich Staus, Hannelore Kautzsch: Bottenhorn 1253â2003. Hrsg. Verein zur FĂśrderung gemeinnĂźtziger Aufgaben Bottenhorn e. V. 2003.
⢠675 Jahre Wommelshausen 1336â2011, Geschichtlicher Ăberblick und Lebensbilder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Hrsg. Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V., Arbeitsgruppe âChronikâ. L&W Druck, Bad Endbach 2011.
⢠Horst W. MĂźller: 675 Jahre Wommelshausen. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 3, September 2011, S. 145â150.
⢠Hartenrod, Im Wandel der Zeit 1311â2011. Hrsg. Festausschuss 700 Jahre Hartenrod. L&W Druck, Bad Endbach 2011.
⢠Ulrich Stork: 750 Jahre Bad Endbach, Vom kleinen DÜrfchen zum angesehenen Kurort. Hrsg. FÜrderverein Bad Endbach e. V. L&W Druck, Bad Endbach 2011.
⢠Schlierbach 700 Jahre, einfach l(i)ebenswert. 2. Auflage, Hrsg. Dorfgemeinschaft Schlierbach e. V. in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein e. V. und Reimar Debus; Bad Endbach 2018
Ortsgeschichte
⢠Karl Huth: Endbach. Kneipp-Kurort fßr Venen und Gelenke. Wetzlarer Verlags-Druckerei, Wetzlar 1963.
⢠Karl Huth: Hartenrod in Geschichte und Gegenwart. Hrsg. Gemeindevorstand der Gemeinde Hartenrod. 1974.
⢠Karl Huth: Die Gemeinde Bad Endbach und ihre 8 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg. Gemeindevorstand der Gemeinde Bad Endbach. 1985.
⢠Gerald Bamberger: âLaĂ doch die Kirche im Dorfâ. Die Geschichte der Kirchen und Kapellen in der alten Pfarrei Hartenrod. Hrsg. von der Ev. Kirchengemeinde Bad Endbach, Bottenhorn mit Dernbach und HĂźlshof, GĂźnterod, Hartenrod mit Schlierbach sowie Wommelshausen. Gladenbach 1997.
⢠Gerald Bamberger: 150 Jahre Evangelische Kirche Hartenrod 1858â2008. Festschrift zur Jubiläumswoche, Beiträge zur Geschichte der Kirchengebäude und der Kirchengemeinde zu Hartenrod. Hrsg. Evangelische Kirchengemeinde Hartenrod. Druckhaus Marburg, 2008.
⢠Theodor Becker: Bad Endbach in alten Ansichten. Zaltbommel/Niederlande 1979.
⢠FÜrderkreis Alte Kirchen: Verlassene Kirche Wommelshausen. Hrsg. vom FÜrderkreis Alte Kirchen. Marburg 1985.
⢠Hans Griesing: 125 Jahre Evangelische Kirche Hartenrod: 1858â1983. Festschrift zur Jubiläumswoche vom 3.â11. September 1983. Hrsg. vom Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Hartenrod. Hartenrod 1983.
⢠Hildemarie Grßnewald: Evangelische Kirche Wommelshausen. Festschrift zur Einweihung am 29. August 1965. Hrsg. D. Grßnewald, H. Grßnewald. Weidenau (Sieg) 1965.
⢠Horst W. Mßller: 50 Jahre Heimat- und VerschÜnerungsverein Wommelshausen e. V. Wommelshausen als Fremdenverkehrsort. Hrsg. Heimat- und VerschÜnerungsverein Wommelshausen, Wommelshausen 2003.
⢠Chronik der Schule zu Wommelshausen 1870â1969. handschriftlich; Bearbeitung und TextĂźbertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer, Layout: Volker Schneider; Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik, Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V., Bad Endbach 2011.
⢠Rudolf Klein, erg. Jakob Pfeifer: Dorfchronik der Gemeinde Wommelhausen. handschriftlich 1964; Bearbeitung und Textßbertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer, Layout: Volker Schneider; Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik, Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V., Bad Endbach 2011.
⢠Literatur ßber Bad Endbach nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie
GemeindeĂźbergreifende Quellen
⢠Hinterländer Geschichtsblätter. versch. Jahrgänge, Hrsg. Hinterländer Geschichtsverein e. V., Biedenkopf.
⢠Elsa BlÜcher: Das Hinterland, Ein Heimatbuch. ßberarbeitete und ergänzte Neuauflage. Stephani, Biedenkopf 1981. DNB 820377600 (Erstausgabe 1953)
⢠Dieter Blume, Jßrgen Runzheimer: Gladenbach und Schloà Blankenstein. Hrsg. Kur- und Verkehrsgesellschaft Gladenbach mbH. Dr. W. Hitzeroth Verlag, Marburg 1987.
⢠Wilhelm Classen: Die kirchliche Organisation Althessens im Mittelalter, samt einem Umrià der neuzeitlichen Entwicklung. Hrsg. Schriften des Institutes fßr geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau; Stßck 8, mit 21 Kartenteilen, Nachdruck der Originalausgabe Marburg 1929, Darmstadt 1980, ISBN 3-7708-0694-8.
⢠Hans Friebertshäuser: Die Frauentracht des alten Amtes Blankenstein. (Beiträge zur Volkskunde Hessens. Band 5). N.G. Elwert Verlag, Marburg 1966.
⢠Ute Gerst, Brigitte Bieber-Burk: 700 Jahre Bischoffen 1299â1999. Hrsg. FestausschuĂ â700 Jahre Bischoffenâ. 1999.
⢠Hans Werner Koob, Margot Lipp: Weidbach 1200 Jahre 802â2002. Hrsg. Interessengemeinschaft Weidbacher Vereine e. V. Marburg 2002.
⢠Ulrich Lennarz: Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes. Hrsg. Hessisches Landesamt fßr geschichtliche Landeskunde in Verbindung mit dem Hinterländer Geschichtsverein. Marburg 1973.
⢠Horst W. MĂźller: Lebensverhältnisse im Hinterland â Das sĂźdwestliche Hinterland Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 1, März 2016, S. 97â101.
⢠Ulrich Reuling: Historisches Ortslexikon Biedenkopf, Ehem. Landkreis. Heft 4, Hrsg. Hessisches Landesamt fßr geschichtliche Landeskunde. Marburg 1986.
⢠Dieter Stoppel: Auf Erzsuche, Zur Geschichte des Silber-, Kupfer- und Schewerspatbergbaues im Raum Biedenkopf-Dillenburg. D. Bode Verlag, Haltern 1988, ISBN 3-925094-19-9.
⢠Hans G.Peter, Armin Peter: âVom Getreide auf dem Feld zum täglichen Brot auf dem Tischâ, Eine Dokumentation: Aussaat, Ernte, Dreschen, Mehl mahlen, Brot backen im Backhaus. Hrsg. Arbeitskreis fĂźr Heimatgeschichte Ballersbach, Selbstverlag, Ballersbach 2023
⢠Zwischen Dreisberg und Hoor, 750 Jahre Mornshausen an der SalzbĂśde 1275 â 2025. Hrsg. Festausschuss 750 Jahre Mornshausen, Belz GmbH Bad Langensalza 2025.
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: Bad Endbach
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Wikivoyage: Bad Endbach
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⢠Bad Endbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon fßr Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
⢠Linkkatalog zum Thema Bad Endbach bei curlie.org (ehemals DMOZ)
⢠Website des Vereins âDialekt im Hinterlandâ
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-he-11. Hessisches Statistisches Landesamt: BevĂślkerung in Hessen am 31.12.2024 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
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cite-note-33. â Dieter Stoppel: Auf Erzsuche. Zur Geschichte des Silber-, Kupfer- und Schwerspatbergbaues im Raum Biedenkopf-Dillenburg. D. Bode Verlag, Haltern 1988, ISBN 3-925094-19-9.
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cite-note-1818. â Wandern auf historischen Pfaden â Grenzgang: Reimar Debus fĂźhrt Geschichtsfreunde rund um Schlierbach (Memento des Originals vom 8. April 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mittelhessen.de www.mittelhessen.de
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cite-note-2323. â Horst W. MĂźller: âWilhelmsteine und Ellerchenâ. Sagenumwobene Steine und Felsen im sĂźdwestlichen Hinterland. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, 93. Jahrgang, Nr. 3. September 2014. Seiten 52 u. 53
cite-note-2424. â Horst W. MĂźller: Wommelshausen 1336â1986 â Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und VerschĂśnerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, OCLC 174007311; S. 9, 10 u. Bildseite, Beitrag von Albrecht JockenhĂśvel
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cite-note-3232. â Wilhelm Classen: Die kirchliche Organisation Althessens im Mittelalter, samt einem UmriĂ der neuzeitlichen Entwicklung. Hrsg. Schriften des Institutes fĂźr geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau; StĂźck 8, mit 21 Kartenteilen, Nachdruck der Originalausgabe Marburg 1929, Darmstadt 1980, ISBN 3-7708-0694-8.
cite-note-3333. â Ulrich Lennarz, Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes, Hrsg. Hessisches Landesamt fĂźr geschichtliche Landeskunde, N.G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung Marburg 1973, S. 31.
cite-note-3434. â Horst W. MĂźller: Hinweise auf das Hochmittelalter, Siedlungsspuren zwischen RĂśmershausen und Wommelshaudsen; Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 2, Juni 2007. S. 14.
cite-note-3535. â Norbert Gebauer: Burg, Gericht und altes Recht: Der Gladenbacher Raum im 13. Jahrhundert; in: Region und Geschichte, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Hinterländer Geschichtsvereins e. V., Beiträge zur Geschichte des Hinterlandes, Band IX, Marburg 2008, S. 97â107, ISBN 978-3-00-024569-5
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cite-note-4040. â Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg(= VerĂśffentlichungen der Historischen Kommission fĂźr Hessen und Waldeck. Chroniken von Hessen und Waldeck, Band 1). Bearbeitet von Hermann Diemar. Elwert, Marburg 1909, urn:nbn:de:hbz:061:1-14071; Nachdruck: Elwert, Marburg 1989, ISBN 3-7708-0911-4
cite-note-4141. â Horst W. MĂźller: Hinweise auf das Hochmittelalter, Siedlungsspuren zwischen RĂśmershausen und Wommelshaudsen; Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 2, Juni 2007. S. 14.
cite-note-4242. â Hans-Rudolf Bork u. a. âSpuren des tausendjährigen Niederschlags von 1342â, Sammelwerk Landschaften der Erde unter dem Einfluss des Menschen, Verlag Primus Darmstadt 2006, ISBN 3-89678-584-2, Seiten 115â120; Kommentar Archäologische Nachweise zu den Auswirkungen des Magdalenenhochwassers
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cite-note-4444. â Otto Schäfer: Spuren alter Siedlungen im sĂźdwestlichen Hinterland; Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf. Nr. 1, 1966, S. 33â35.
cite-note-4545. â Horst W. MĂźller: "Heul-Eiche und Dicke Eiche", Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 3, Oktober 2002, S. 49â51
cite-note-4646. â Ulrich Lennarz, Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes, Hrsg. Hessisches Landesamt fĂźr geschichtliche Landeskunde, N.G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung Marburg 1973, Karte Nr. 6, Alte StraĂen
cite-note-4747. â Gesetz Ăźber die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren vom 7. August 1848. In: GroĂherzog von Hessen (Hrsg.): GroĂherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1848 Nr. 40, S. 237â241 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 42,9 MB]).
cite-note-4848. â GroĂherzoglich Hessisches Regierungsblatt. No. 30, 1852. (online bei der Bayerischen Staatsbibliothek)
cite-note-4949. â Horst W. MĂźller, Kindheitserinnerungen an die letzten Kriegstage und Nachkriegsjahre in Wommelshausen, Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 1, März 1965, S. 6 u. 7
cite-note-5050. â Horst W. MĂźller: Wommelshausen â ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- u. VerschĂśnerungsverein Wommelshausen e. V., Marburg 1995, S. 96â98
cite-note-5151. â Friedrich Gerhard Hohmann: Das Ende des Zweiten Weltkrieges im Raum Paderborn, Erweiterte Fassung eines Vortrages vor dem Verein fĂźr Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abtlg. Paderborn, am 15. Januar 1980, 48 Seiten
cite-note-5252. â Gerald Bamberger: âLaĂ doch die Kirche im Dorfâ. Die Geschichte der Kirchen und Kapellen in der alten Pfarrei Hartenrod. Hrsg. von der Ev. Kirchengemeinde Bad Endbach, Bottenhorn mit Dernbach und HĂźlshof, GĂźnterod, Hartenrod mit Schlierbach sowie Wommelshausen. Gladenbach 1997
cite-note-5353. â Staatsarchiv Wiesbaden W171 Z 1105
cite-note-5454. â 475 Jahre Konfirmation im Hinterland ; Hrsg. Gerald Bamberger, Reiner Braun, Claudia RĂśhl; Begleitheft zur Ausstellung im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf, Biedenkopf 2014, Hartenrod auf Seiten 66 bis 68
cite-note-552. Horst W. Mßller: Alte Kirche Wommelshausen, Baugeschichte und Rekonstruktion des Bauentwurfs. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 4, Dezember 2012 und Nr. 1, April 2013.
cite-note-563. Festschrift 50 Jahre, 1965â2015, Neue Evangelische Kirche Wommelshausen, Hrsg. Evangelische Kirchengemeinde Wommelshausen, Bad Endbach 2015.
cite-note-5757. â Horst W. MĂźller: Von der Kirchspielschule zur MPS, Ein Beitrag zur Schulgeschichte im ehemaligen Kirchspiel Hartenrod, heute Bad Endbach, In: Hinterländer Geschichtsblätter, 97. Jhg., Nr. 2, Juli 2018, Biedenkopf
cite-note-5858. â Horst W. MĂźller, Von der Kirchspielschule zur MPS. Ein Beitrag zu Schulgeschichte im ehemaligen Kirchgspiel Hartenrod, heute Bad Endbach.; Hinterländer Geschichtsblätter Nr. 2, Juli 2018, Biedenkopf, Seiten 171 bis 178.
cite-note-5959. â Gemeindegebietsreform: ZusammenschlĂźssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger fĂźr das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 51 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
cite-note-gemeindeverzeichnis1970bis1982-6060. â Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis fĂźr die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und SchlĂźsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350 f. (f. Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-6161. â Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt fĂźr das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 18 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
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cite-note-644. Ulrich Lennarz: Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes. Hrsg. Hessisches Landesamt fĂźr geschichtliche Landeskunde, N.G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1973, S. 31.
cite-note-655. Horst W. MĂźller: âDernbach 1255?â Zur Erstnennung von Dernbach, Gemeinde Bad Endbach. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 3, November 2013.
cite-note-666. Horst W. MĂźller: Dernbach und die âvon Dernbachâ. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 3, Oktober 2005, Nr. 4, Dezember 2005, Nr. 1, März 2006 und Nr. 2, Juni 2006.
cite-note-677. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden W 170 Urk.; Koch und Wille Nr. 1672
cite-note-688. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden W 171 C825, 826 f. 475 u. 478
cite-note-699. 1502â1961: Bad Endbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon fĂźr Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). 2000â2005: Hessisches Statistisches Landesamt (BevĂślkerung der Hessischen Gemeinden. Statistik-Hessen.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 21. April 2008; abgerufen am 12. Mai 2011. )
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cite-note-7373. â Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
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cite-note-7575. â Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar); abgerufen im April 2011.
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cite-note-js-7979. â mittelhessen.de, 10. Januar 2018: Julian Schweitzer: âIch gehe meinen eigenen Wegâ. Erster Arbeitstag als BĂźrgermeister.
cite-note-8080. â Votemanager: BĂźrgermeisterwahl Gemeinde Bad Endbach 2023
cite-note-8181. â Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Bad Endbach (Memento vom 27. Januar 2021 im Internet Archive); Hinweis: fĂźr die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse lĂśschen und diese dann neu laden
cite-note-8282. â Ortsbeiratswahl Bad Endbach. In: Votemanager. Gemeinde Bad Endbach, abgerufen im Oktober 2023.
cite-note-8383. â Politische Gremien. In: Rathausinformationssystem. Gemeinde Bad Endbach, abgerufen im Oktober 2023.
cite-note-wappen-8413. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Bad Endbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf vom 3. November 1988. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger fĂźr das Land Hessen. 1988 Nr. 47, S. 2524, Punkt 1098 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,4 MB]).
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cite-note-8888. â Rainer Brämer, Salzquellen im SalzbĂśdetal, Ein aktenmäĂiger Versuch Ăźber Herkunft und Bedeutung; Lohra; Burgwald Verlag + Druck, CĂślbe-SchĂśnstadt, 1985, 32 S. DIN A5
cite-note-9090. â Hans Friebertshäuser: Land und Stadt im Wandel. Mundart und bäuerliche Arbeitswelt im Landkreis Marburg Biedenkopf. Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Marburg 1991.
cite-note-9191. â Hans Friebertshäuser: Die Frauentracht des alten Amtes Blankenstein, N.G. Elwert Verlag, Marburg 1966.
cite-note-9292. â Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Ein ganzes Dorf fĂźr Pfarrer Kneipp. (Das Kneipp-Museum Bad Endbach) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen fĂźr Medizin und Pharmazie. Band 2: SĂźddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7776-2511-9, S. 169â171.
cite-note-9393. â Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Alles Ăźber Rheuma â nicht nur fĂźr Betroffene. (Rheumatikum, Bad Endbach) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen fĂźr Medizin und Pharmazie. Band 2: SĂźddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7776-2511-9, S. 172â173.
cite-note-dehio986-9494. â Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. Deutscher Kunstverlag, MĂźnchen/Berlin 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 986.
cite-note-9595. â Horst W. MĂźller: âAlte Kirche Wommelshausen, Baugeschichte und Rekonstruktion des Bauentwurfsâ. Hinterländer Geschichtsblätter, Nr. 4, Dezember 2012 und Nr. 1, April 2013, Biedenkopf
cite-note-9696. â Horst W. MĂźller: âAlte Kirche Wommelshausen, Baugeschichte und Rekonstruktion des Bauentwurfsâ. Hinterländer Geschichtsblätter, Nr. 4, Dezember 2012 und Nr. 1, April 2013, Biedenkopf
cite-note-9797. â Hinterländer Anzeiger. 8. Mai 2000 und 18. Januar 2002
cite-note-9898. â Stillgelegte Bahnstrecken rund um Korbach und Marburg (Memento vom 5. Juni 2010 im Internet Archive)
cite-note-9999. â "Aussichtsturm Bad Endbach und Koppeturm Erdhausen", Bericht vom 11. Februar 2025 auf dem Regionalportal myheimat.de, aufgerufen am 16. November 2025
cite-note-100100. â Quelle: Hinweistafel âDie Heuleicheâ (Der Text auf der Hinweistafel vor Ort ist fehlerhaft!!) Lahn-Dill-Bergland intensiv(er)leben und traumhaft wandern
cite-note-101101. â Horst W. MĂźller: Heul-Eiche und Dicke Eiche. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 3, Oktober 2002.
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